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Wenn ich dich sehe Roman von Niederstraßer, Julia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.10.2018
  • Verlag: Forever
eBook (ePUB)
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Wenn ich dich sehe

Liebe, die alles überwindet, und Freundschaft über alle Grenzen hinaus Lotte lebt ihr Leben für Max. Ihren großen Bruder, der viel zu früh gestorben ist. Der sie als einziger verstanden hat und der sie vor ihren strengen engstirnigen Eltern verteidigt hat. Jetzt ist er tot und Lotte lebt dort weiter, wo er aufgehört hat, selbst wenn sie im Grunde etwas ganz anderes in ihrem Leben tun will. Sie zieht zu Hause aus und studiert Medizin, genau wie Max. Sie nimmt einen Nebenjob in einer Tagespflege für alte Menschen an. Wie Max. Und sie lernt dort Nick kennen. Den ehemaligen besten Freund ihres Bruders. Doch sie wird nicht schlau aus ihm: Einmal ist er nett und hilfsbereit, dann wieder kühl und zurückweisend. Nur langsam kommen sie sich näher, doch schließlich vertraut sie ihm an, was wirklich in ihr vorgeht. Aber Nick erzählt ihr nicht die ganze Wahrheit über sich und sein Leben... Julia Niederstraßer wurde 1992 in Norddeutschland geboren und studiert in Kiel momentan Deutsch und Philosophie. Zuvor hat sie eine Ausbildung zur Kauffrau für Marketingkommunikation abgeschlossen. Sie sitzt aufgrund einer Muskelerkrankung im Rollstuhl und liebt es daher die Charaktere ihrer Texte die Dinge erleben zu lassen, die sie selber nicht machen kann.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 300
    Erscheinungsdatum: 01.10.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958183230
    Verlag: Forever
    Größe: 2677 kBytes
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Wenn ich dich sehe

Kapitel 1

Im Hier und Jetzt

"Heute Abend müssen wir auf jeden Fall skypen, damit ich unsere Wohnung auch endlich mal sehe", forderte meine beste Freundin Emilia Wagner am mindestens tausend Kilometer entfernten Ende der Leitung, während ich Kitty in ihre Transportbox lockte.

"Wenn ich deine liebreizende Katze endlich abfahrbereit bekäme, könnten wir das sogar machen." Stirnrunzelnd drapierte ich ein Leckerli in der Box und hoffte inständig, dass sich dieses langhaarige weiße Fellknäuel bewegte. Meine Zeit bis zu der Abreise war genau geplant, widerwillige Katzen passten da gar nicht rein.

"Sie wird schon mitkommen. Das macht sie immer, also entspann dich."

"Sicher nicht. Ich bin jetzt ihr Frauchen, da sage ich, wo es lang geht. Wir werden nicht zu spät zu der Schlüsselübergabe kommen." Entschlossen baute ich eine kleine Straße aus Leckerlis bis zu der Transportbox und setzte mich auf den gepackten Koffer.

"Ganz ehrlich, Lotte, das schaffst du nicht. Lass sie in Ruhe. Sie ist eben eine echte Lady", kicherte Lia und fügte traurig hinzu: "Ach Mann, ich vermisse euch zwei. Vielleicht sollte ich doch zurückkommen. So toll ist die Familie hier nicht. Und Sri Lanka ist auch nicht gerade tierisch spannend. Ich könnte dir beim Studieren zugucken und dafür sorgen, dass du dich nicht nur auf die Uni konzentrierst." Ihr diabolisches Grinsen konnte ich förmlich sehen und mir gut ausmalen, wie sie beinahe täglich versuchen würde, mich auf Partys zu schleppen.

"Lia, du bleibst schön da. Du ziehst das durch. Und ich auch. Danach sind wir wieder zusammen. Wir leben sogar zu zweit in einer Wohnung. Da werden wir uns gegenseitig so nerven, dass wir die Einsamkeit vermissen werden." Was unmöglich war, zumindest für mich. Ich brauchte Gesellschaft, Menschen, die ich kannte. Oder eben Katzen, bis Lia zurück war.

"Meinst du, du schaffst das? Allein in Anden?", fragte sie zaghaft und sprach damit direkt mein mit Schmerz besetztes Herz an. Max. Morgen hätten wir zusammen zur Uni gehen sollen. Er wäre mit mir an der Seite in das vierte Semester seines Medizinstudiums spaziert und hätte mir wie am Anfang jedes neuen Semesters alles gezeigt. Bis auf seine Freunde, denn er wollte die kurze Zeit, die wir die nächsten paar Wochen miteinander verbringen würden, nur uns widmen.

"Den Haufen sehe ich jetzt ständig, da werde ich ja wohl einen Nachmittag mit meiner kleinen Nervschwester verbringen können", hätte er ernst gesagt und mir kurz die Schulter gedrückt, bevor die Führung weitergegangen wäre. Ich hätte währenddessen gelächelt, mir die riesigen Säle angeguckt und mich dabei gewundert, wie Hunderte verschiedene Menschen sich für ein und dasselbe interessieren konnten. Mit ruhiger Stimme hätte er unaufgeregt die Seminare aufgezählt, die er besuchen würde, und anschließend unser völlig überfülltes Lieblingscafé angesteuert, um gemeinsam einen großen Kakao mit Sahne, auf der winzig kleine braune Flocken des Schokopulvers versanken, zu trinken. Wache, kristallklare blaue Augen würden sich damit begnügen, dem beinahe unsichtbar aufsteigenden Dampf zu folgen, statt sich zu unterhalten, damit ich das Geschnatter der umliegenden Tische aufsaugen konnte. Um den unstillbar neugierigen Kindern meiner Nachhilfegruppe in der Grundschule neue Geschichten präsentieren zu können, die ich mit abenteuerlichen Helden und tapferen Prinzessinnen ausschmückte. Dadurch konnten sie sich alle mathematischen Fragen besser vorstellen.

Diese Prozedur hatten wir in den letzten drei Semestern durchgezogen, damit ich mir bei unseren Telefonaten genau ausmalen konnte, wovon er sprach. Um ihn genau zu verstehen, wenn er von seinem Tag erzählte. Einzig und allein, um ein Teil seiner Welt zu sein, zeigte er mir alles und schwieg, damit ich jedes Detail verinnerlichte. Beim ersten Mal hatte Lia nur mit dem Kopf geschüttelt und grinsend gemeint, dass wir mit diesem "Geschwisterliebe-ich-weiß-g

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