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Werner Sein Weg zum Glück von Leopold, Lutz (eBook)

  • Verlag: Morawa Lesezirkel
eBook (ePUB)
2,99 €
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Werner

Werner, ein Junge, der im Waisenhaus aufwächst, spürt schon früh ein Verlangen nach Geborgenheit an der Brust eines Mannes. Er gerät an einen Zuhälter, der errät, was Werner sucht und braucht. Nach Jahren befreit sich Werner von dem Mann und sieht seinen Traummann. In ihn verliebt er sich. Alle Versuche ihn zu gewinnen schlagen fehl. In der Zwischenzeit erlebt Werner viele Männer, heiratet eine Frau, bekommt Kinder. Nach langen Jahren glaubt Werner, er hat endlich den Partner gefunden. Sensibel erzählte Geschichte eines Kampfes zur erfüllenden Liebe. Der Autor Lutz LEOPOLD wurde in Taucha/Leipzig am 7. November 1942 geboren. 1948 kam er mit seiner Mutter, Vater in Russland gefallen, nach Wien. Nach der Schule, Fotografenlehre und verlängerter Grundwehrdienst. Beginn einer Beamtenlaufbahn. Wegen der immer schwierigeren Lage für Homosexuelle 1970 Wechsel in die Privatwirtschaft. Verkauf von grafischen Maschinen im Ostblock, später Verkaufsleiter bei einem Fotokonzern in Österreich. Zuletzt vor der Pensionierung 2000, Filialleiter in der Werbung, Gestaltung und Vertrieb. Die Jahre seit 1960, als er seine sexuelle Orientierung erkannte, sind teils vom 'Verstecken' und teils vom 'Beobachten' geprägt. Einiges davon versucht er nun in zwei Schienen niederzuschreiben. Schiene eins besteht aus Romanen mit einem homosexuellen Schicksal im Mittelpunkt und die zweite Gruppe sind Kriminalromane. 'Jürgens Mordfälle' sind eine Reihe von Morden, die immer auch im homosexuellen Milieu handeln. Die aufgezeigten Verbrechen, 'es muss nicht immer Mord sein', könnten genauso in jedem anderen Umfeld geschehen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783990706206
    Verlag: Morawa Lesezirkel
    Größe: 351 kBytes
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Werner

Svetlana

Werner ist geschäftlich in Prag. In einem einfachen Bierlokal sitzt er in einer dunklen Ecke. Es ist eines jener alten bürgerlichen Bierhäuser aus der Zeit vor dem Weltkrieg, die im Sozialismus vernachlässigt wurden und seit der Wende von jungen Menschen, vor allem der unteren Schicht, bevorzugt frequentiert werden. Die Burschen hocken in Adidas-Jogginganzügen oder Jeans und einige, trotz der Hitze, in Wolfskin-Jacken herum. Die Mädchen tragen ebenfalls Jeans, entweder lang oder extrem kurz, und enge Leibchen, die ihre Brüste gut betonen. Alles wirkt leger bis vergammelt.

Werner dagegen, in seinem dunklen Anzug und weißem Hemd mit Krawatte, scheint fehl am Platz. Düster schaut er auf das halb volle Bierglas. Den Auftrag der Geschäftsführerin, Fritz zu verführen, hat er nicht erfüllt. Der Mann, den er begehrt, hat sich über ihn lustig gemacht. Freunde hat er keine. Als Waisenkind hat er auch keine Familie. Der Job ist wahrscheinlich weg. Werner muss sich beherrschen, um nicht zu weinen.

Um ihn herum herrscht Fröhlichkeit. Volle Bierkrüge werden nachgebracht. Die Mädchen versuchen, bei dem jungen Burschen zu landen. Eine hat sich ihm mit schwingender Hüfte genähert. Zieht sich aber rasch zurück. Auch ein Bursche mit Fuchsgesicht grinst Werner herausfordernd an. Sie machen ihre Witze in Tschechisch. Wohl glauben sie, dass Werner das nicht versteht. Werner allerdings versteht jedes Wort und nimmt den Spott gelassen hin.

Svetlana geht nach ihrer Arbeit regelmäßig ein Glas trinken. Düstere Bierlokale sind ihr bevorzugtes Ziel. Im Dämmerlicht fällt ihr entstelltes Aussehen nicht auf. Sie hat schon oft Männer angesprochen und gehofft, mit zwei oder drei Gläsern ans Ziel zu kommen. Was sie erreichte, war ein mitleidiges Schmunzeln oder höhnisches Lachen.

Svetlana hat Werner schon vor einer ganzen Weile entdeckt. Er zieht sie magisch an. Der junge Bursche ist unglaublich schön. Einerseits bildet sich bei ihr ein mütterliches Gefühl, sie will ihn in die Arme nehmen und anderseits, die weibliche Lust, er soll sie an sich drücken. Wenn ich nur nicht so hässlich wäre, denkt sie. Svetlana gibt sich einen Ruck und setzt sich zu ihm an den Tisch. Hoffentlich spricht er Tschechisch. Er schaut so fremd aus.

"Darf ich? Ich vermute, Sie vertragen eine Aufmunterung", lächelt ihn Svetlana an.

Werner schaut auf, blickt in das Gesicht mit den Warzen, der Narbe und der knolligen Nase. Er lächelt gequält zurück. "Ich brauche mehr als das."

"Dann müssen Sie zum Bier einen Slibowitz trinken, das reißt Sie hoch." Svetlana ist froh, dass der Bursche Tschechisch spricht. "Fein, ich lade Sie auf ein Bier mit Slibowitz ein." Werner freut sich, dass jemand mit ihm spricht.

Sie kommen ins Gespräch, trinken mehr als einen Slibowitz und finden gemeinsame Interessen.

"Du sprichst perfekt Tschechisch, hast du böhmische Vorfahren?"

"Das weiß ich nicht. Sprachen lernen war das einzige Vergnügen, das ich im Heim hatte. Besonders wenn mich die anderen hänselten, habe ich mich zurückgezogen und Vokabeln wiederholt."

"Ich habe meine Eltern früh verloren. Bei einem Unfall habe ich alleine überlebt, deshalb auch die vielen Narben." Svetlana erzählt aus ihrer Kindheit.

Als Werner im Laufe der Nacht, in der Wohnung von Svetlana landet, zieht er jedoch die Notbremse. "Svetlana, ich.., ich, nun ich, war noch nie mit einem Mädchen zusammen."

"Kein Problem, ich war auch noch nie mit einem Mann zusammen", lacht Svetlana die, obwohl eine selbstbewusste Geschäftsfrau, noch nie bei einem Mann gelandet ist. "Hattest du überhaupt noch nie Sex?"

"Doch, aber nicht mit Frauen." Nun ist es heraus.

"Oh!" Svetlana rückt etwas von ihm ab.

"Lass mich nur etwas bei dir sitzen, es beruhigt mich so", bettelt Werner.

"Natürlich, du gefällst mir." Enttäuscht denkt Svetlana, was mache ich nur mit ihm?

"Danke, ich fühle mich wohl bei dir." Werner

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