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Wie ich es sehe (Skizzen aus dem Wiener Alltagsleben) - Vollständige Ausgabe Die Wiener Jahrhundertwende: Kunst, Gesellschaft, Lebensstile von Altenberg, Peter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.07.2015
  • Verlag: e-artnow
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Wie ich es sehe (Skizzen aus dem Wiener Alltagsleben) - Vollständige Ausgabe

Dieses eBook: 'Wie ich es sehe (Skizzen aus dem Wiener Alltagsleben) - Vollständige Ausgabe' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Peter Altenberg (1859-1919) war ein österreichischer Schriftsteller. Sein Pseudonym wählte er nach dem Rufnamen 'Peter' seiner Jugendliebe Berta Lecher, die in Altenberg an der Donau wohnte. Das Werk Peter Altenbergs besteht ausschließlich aus diesen kurzen Prosatexten, die sich nur schwer einer der kanonisierten literarischen Formen zuordnen lassen. Sie werden meistens als Prosaskizzen oder Prosagedichte bezeichnet. Es sind Momentaufnahmen, die in konzentrierter Form das Leben, die Gesellschaft Wiens um die Jahrhundertwende zeigen. Die Kunst Peter Altenbergs besteht darin, mit wenigen 'literarischen Pinselstrichen' ein umfassendes Bild zu schaffen; mit Hilfe von kurzen Andeutungen vor dem Leser, der bereit ist, auch zwischen den Zeilen zu lesen, ein ganzes Panorama der Gesellschaft, ein ganzes Netz von Beziehungen auferstehen zu lassen. Altenberg versucht nicht, das Leben auf einen ideologischen Nenner zu bringen, sondern zeigt es in seiner ganzen Buntheit, seiner oft widersprüchlichen Vielfalt. Eine wichtige Rolle in seinen Skizzen spielen sinnliche Eindrücke - Farben, Gerüche, Stimmungen. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter des Impressionismus. Aus dem Buch: 'Im Vorzimmer stehen die sechs geerbten Stühle, die damals Speisezimmerstühle waren und eigentlich zu Nussholz passten. Nun, man konnte ja später die grossen gelben Kästen in Nussholz färben, eine schöne Harmonie herstellen.'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 460
    Erscheinungsdatum: 04.07.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026840961
    Verlag: e-artnow
    Größe: 521 kBytes
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Wie ich es sehe (Skizzen aus dem Wiener Alltagsleben) - Vollständige Ausgabe

Don Juan

Idylle

Inhaltsverzeichnis

Sie sass in der Milchhalle mit ihrer Mutter und trank weiss-gelbe dicke Milch und ass goldbraunes Landbrod, dichtporiges duftendes mit Theebutter und Honig.

Es war ein Sommer-Sonntag-Nachmittag.

Um sechs Uhr kam Albert.

Da wurde sie rosig.

Albert bestellte das dichtporige duftende Landbrod mit Theebutter und Honig.

Das junge Mädchen legte die Hand auf seine Stuhllehne und berührte Ihn leise.

Die Mutter sagte: "Sie sind heute preoccupirt, Albert - -!?"

"Man kann sich nicht entwickeln" sagte er schroff. "Frau E., die meinen Essay "Wahrheit" gelesen hat, sagte heute: "Er sollte einen Sommer in Karlsbad, in Marienbad zubringen, dort, wo das grosse Leben pulsirt - - -.""

Das junge Mädchen legte ihre Hände in den Schoss und wurde ganz bleich.

Die Mutter sagte: "Ein wirklicher Dichter, mein Lieber - - -."

"Nein", sagte Abert, "man kann nicht aus dem Leeren schöpfen. Das verstehen Sie nicht! Wollt Ihr bestimmen, was Uns anregt - -?! Unsere Quellen sind unsere Quellen. Oft sind Frauen dieses Mysterium. Wenn sie es sind - -! Für mich zum Beispiel sind die Augen der zwölfjährigen Franzi bezaubernd - -."

Das junge Mädchen senkte den Blick.

"Ja," sagte er hart, "es ist doch so! Es ist der Ausdruck der ursprünglichen reinen Natur - - er berauscht mich."

Das junge Mädchen betrachtete in solchen Augenblicken diesen Idealisten, diesen Schwärmer wie einen Feind, der ihre zarte Seele missachtete.

Sie that ihm Unrecht.

Aber wusste sie das?!

Sie lebte in Ihm, in Ihm, nur in Ihm - - -.

Einmal hatte sie gesagt: "Ich glaube, dass ich Ihm ein wenig nützen kann - -. Darum lebe ich."

Die Mutter betrachtete ihre Tochter wie eine Märtyrerin. Sie fühlte Alles mit ihr, nur selbstsüchtiger und hasste den Idealisten, der sich "entwickeln" wollte und den die Augen der zwölfjährigen Franzi berauschten.

"Zahlen wir!", sagte Albert.

Sie gingen langsam durch die stillen warmen Strassen.

Alle schwiegen.

Albert ging neben dem jungen Mädchen dahin.

Strasse, Strassenecke, Strasse, Strassenecke, Strasse, Strassenecke, Hausthor. Stiller Hausflur, stille Stiege, brim, brim, brim, brim, stilles Vorzimmer, stilles Wohnzimmer.

Dämmerung.

Albert setzte sich in einen Fauteuil.

Das junge Mädchen setzte sich an's Fenster.

Albert starrte vor sich hin.

Das junge Mädchen begann leise zu weinen.

Sie weinte und weinte - - -.

Die Mutter kam leise herein und ging wieder hinaus - -.

Das war der Sommer-Abend, Sonntag, auf den das junge Mädchen sich die ganze Woche gefreut hatte - - die ganze lange Woche!

Musik

Inhaltsverzeichnis

Die Kleine übte Klavier.

Sie war zwölf Jahre alt und hatte wundervolle sanfte Augen.

Er ging im Zimmer leise auf und ab, auf und ab.

Er blieb stehen - - und lauschte und wurde eigenthümlich ergriffen.

Es waren ein Paar wundervolle Takte, die immer wiederkehrten.

Und das kleine Mädchen brachte Alles heraus, was darin lag.

Wie wenn ein Kind plötzlich ein Grosser würde!

"Was spielst Du da?!", sagte der Herr.

"Warum fragst Du?! Das ist meine "Albert- Etüde", Bertini Nmr. 18; wenn ich die spiele, muss ich immer an Dich denken - - -."

"Warum - -?!"

"Ich weiss nicht; es ist schon so."

Wie wenn ein Kind plötzlich ein Weib würde!

Er ging wieder leise auf und ab - - -.

Das kleine Mädchen übte weiter, Bertini Nmr. 19, Bertini Nmr. 20, Bertini Nmr. 21, 22, 23 - - - aber die Seele kam nicht wieder.

Im Stadtgarten

Inhaltsverzeichnis

Es war sieben Uhr Abend.

Ein warmer, warmer Abend. Neunzehnter Juni. In den Strassen lag

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