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Wiedersehen in Torquay von Holtus, Armin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.06.2016
  • Verlag: TWENTYSIX
eBook (ePUB)
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Wiedersehen in Torquay

Danilo Baltius verlässt nach dem tragischen Tod seiner Frau Bremen und siedelt auf Einladung eines Freundes aus Torquay nach Südwestengland über. Dort lebt er fortan auf seiner Yacht in der Marina, malt und schreibt Romane. Er unterhält eine lockere Beziehung zu Liz, der Tochter des dortigen Grafen. Ein Schatz wird gefunden und Familienverhältnisse neu geordnet. Intrigen und anderes Unrecht wecken Lust zu erleben, ob am Ende die Strolche ihrer gerechten Strafe zugeführt werden. Dr. jur. Armin Holtus, geboren 1957 in Bremen, arbeitet als Rechtsanwalt in Delmenhorst. In seiner Freizeit steht er gern auf der Improvisations-Theater-Bühne oder erfrischt seine Seele mit dem Schreiben von Gedichten oder Romanen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 212
    Erscheinungsdatum: 17.06.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783740717889
    Verlag: TWENTYSIX
    Größe: 1012kBytes
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Wiedersehen in Torquay

Kapitel 1

Ein paar Möwen segelten elegant und scheinbar noch nicht ganz wach der Morgensonne entgegen. Hier und da ein müder Flügelschlag, mehr war allerdings auch nicht nötig. Aus Torquay hörte ich die alte Glocke von St. Mary träge und schlaftrunken sieben Male schlagen. Irgendwo bellte ein Hund, als wollte er es sich verbitten, so früh schon von St. Mary geweckt zu werden. Der Bäckerlehrling Jim kurvte gerade mit seinem alten Fahrrad um eine Hausecke und sang verträumt:

"Morning has broken, like the first morning, black bird has singing, like the first bird, praise for the morning, praise for them singing ..."

während er auf das Meer schaute und Fräulein Sonne anhimmelte. In den Körben auf seinem Rad rieben sich die Brötchen vergnügt aneinander und der Wind zupfte seine Lieder an den Lieken der Segeljachten.

Ich stand auf der Mahagonitreppe im Ausgang meiner "Esperanza" und hatte diese ersten Eindrücke des neuen Tages gut gelaunt aufgenommen. Ich nahm nun die letzten Stufen der Treppe, die unter meiner Last merkwürdigerweise heftig stöhnten. Im Bereich um das schwere eichene Steuerrad herum mit den wunderbaren Instrumenten aus Messing, die auf einer Holzkonsole angebracht waren, befand sich eine gemütliche hölzerne Sitzecke mit einem kleinen runden Tisch in der Mitte. Hier stellte ich mein Tablett ab, sah auf zur Sonne, dankte ihr, dass sie offenbar vorhatte, uns abermals einen schönen Tag zu bescheren, reckte mich und spürte eine große Dankbarkeit im Herzen, dass es mir so gut ging. Liebevoll deckte ich den Tisch, während ich dankbar und genüsslich die frische, salzige Seeluft einatmete. Das Rührei mit Schinken zwinkerte mir zu und ich nahm diesen Wink dankbar und voller Appetit auf. Ich hob jetzt meine Kaffeetasse und prostete der Sonne zu. Ich lauschte dabei den Wellen, die sanft gegen meine Segelyacht klatschten. Ich hatte sie "Esperanza" getauft, was "Hoffnung" heißt. Vor fünf Jahren war ich in der Tat voller Hoffnung, als ich meine Anwaltsrobe ausgezogen und beschlossen hatte, meine Hobbys, die Malerei und das Schreiben, zu meinen neuen Berufen zu erheben. Mein Haus in Bremen hatte ich kurzerhand verkauft und von einem Freund dessen 15 m lange Yacht "Schlüssel von Bremen" erstanden, die ich dann auf "Esperanza" umgetauft hatte. Es soll ja Unglück bringen, ein Schiff umzutaufen. Das hatte ich aber erst viel später erfahren, als mir zufällig das Buch: "Logbuch der Angst" in die Hände fiel. Darin ging es um die authentische Geschichte der "Wappen von Bremen", die von dem Erwerber in "Appollonia" umgetauft worden war. Und tatsächlich wurde der neue Eigner später von einem Mitsegler auf hoher See erschossen. Als ich das Buch las, erschütterte mich dieses Schicksal schon sehr. Den neuen Schiffsnamen behielt ich aber dennoch bei. Ich glaubte nicht an Dinge, die per se entweder Glück oder Unglück bringen. Die Dinge erzeugen allenfalls in den Menschen eine gewisse Vorstellung, die je nach Persönlichkeit unterschiedliche Kräfte freisetzt und den Menschen ggf. zum Spielball dieser Vorstellung macht.

Mit meiner Esperanza war ich dann nach Torquay in Süd-West-England gesegelt, wo ich früher schon oft mit meinen Eltern Urlaub gemacht hatte und wo es mir sehr gut gefiel. Nicht zuletzt war ich jedoch einer Einladung meines Freundes Robert Hurst gefolgt, der in Torquay eine florierende Kunsthandlung unterhielt. "Dany", hatte Robert damals gesagt, "Du solltest Dein Talent nicht mit Paragrafenreiterei verschwenden. Du bist ein begnadeter Maler, mit Blick für das Motiv und der Fähigkeit, mit künstlerischen Mitteln dieses in Öl so umzusetzen, dass Du vielen Menschen damit eine große Freude bereiten könntest. Du weißt, ich sage das nicht aus reiner Sympathie, sondern als Profi, der den Markt kennt. Die Menschen, die hier leben, und die Touristen, die nach Torquay kommen, haben eine seltsame Affinität zu den maritimen Motiven, die sie ohnehin hier vorfinden - Bildern, auf de

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