text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Willkommen in Paradise Lodge Roman von Stibbe, Nina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.10.2018
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Willkommen in Paradise Lodge

Um ihr Taschengeld aufzubessern, jobbt die 15-jährige Lizzie Vogel neben der Schule in einem Altersheim. Auch wenn sich ihre Kenntnisse über den Umgang mit Senioren auf zwei Regeln beschränken: Man sollte ihnen möglichst kein Vollkornbrot servieren und sie nicht wie Kleinkinder behandeln. Als plötzlich ein neues Heim aufmacht, ist Lizzies Arbeitsplatz allerdings in Gefahr. Denn die Konkurrenz macht dank des schöneren Parkplatzes, der Bingoabende und regelmäßigen Pfarrerbesuche dem maroden Paradise Lodge die Pensionisten streitig. Ein Plan muss her - und zwar schnell ...

Nina Stibbe verbrachte große Teile ihrer Kindheit auf dem Land im englischen Leicestershire, bevor sie als Teenager nach London flüchtete. Sie studierte Geisteswissenschaften, begann 1990 ihre Verlagskarriere und arbeitete schließlich als Lektorin bei Routledge. 2002 zog sie mit ihrem Lebensgefährten und ihren Kindern nach Cornwall.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 15.10.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641211318
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: Paradise Lodge
Weiterlesen weniger lesen

Willkommen in Paradise Lodge

1

Linco-Biershampoo

Mai 1977

Auf den Job in der Paradise Lodge bin ich durch Miranda Longlady aufmerksam geworden. Eines Tages lief ich ihr zufällig vor einem Laden mit mehreren Läden über den Weg, und sie zeigte auf eine Anzeige am Schwarzen Brett.

Paradise Lodge - Pflegeheim für ältere Mitmenschen.

Nicht gewerkschaftlich organisierte Hilfsschwestern gesucht - 35 Pence/Stunde.

Ideale Teilzeitbeschäftigung für kontaktfreudige, einfühlsame Frauen jeden Alters.

Miranda wollte sich dort bewerben und hoffte, ihre Schwester Melody auch dazu überreden zu können. Aber als Melody mit einem Laib Aufbackbrot aus dem Laden trat und die Anzeige las, erklärte sie, das sei nichts für sie. Damals befand sie sich gerade in ihrer Punkphase; sie hatte eine Nadel und ein Eiswürfel-Piercing in der oberen Ohrmuschel und mit Filzstift intellektuelle Obszönitäten auf ihr T-Shirt gekritzelt.

"Nun komm schon", jammerte Miranda, "ich möchte da nicht alleine hingehen."

Während sie sich noch zankten, studierte ich die Anzeige genauer und gelangte zu der Erkenntnis, dass ich den Job wollte. Ich war fünfzehn und mochte die Vorstellung, von Berufs wegen einfühlsam zu sein. Es entsprach meinem dringenden Bedürfnis, eine neue Lebensphase einzuläuten, die nichts mit Pferden, Schule, einer Punkexistenz à la Melody oder einem Vollzeit-Freund zu tun hatte - alles viel zu anstrengend, um sich darauf einzulassen. Und 35 Pence in der Stunde waren drei Pfund am Tag, was damals eine gewaltige Summe war. Davon konnte man praktisch leben. Außerdem befand sich die Einrichtung in Laufweite, denn ich hasste es, mit dem Bus zu fahren.

"Ich begleite dich", sagte ich. Miranda fuhr herum und schaute mich entgeistert an. Wir hatten uns nie gut verstanden. Tatsächlich hasste ich sie sogar, und sie hasste mich nicht minder. Aus den oben genannten Gründen geschah es trotzdem, dass ich mit ihr in die nächste Stadt ging, um mich "umgehend persönlich zu bewerben", wie es in der Anzeige geheißen hatte.

Auf dem Weg zur Paradise Lodge bekam ich faszinierende Dinge zu hören. Miranda eröffnete mir, warum sie den Job brauchte, und die waren so zwingend, so romantisch und anders, als ich es der alten Miranda zugetraut hätte, dass ich meine Meinung über sie änderte. Ich mochte sie zwar immer noch nicht, aber wenigstens schien sie interessant zu sein, was mehr war, als man über die meisten Leute sagen konnte.

Miranda und ihre Mutter lagen sich wegen Mirandas Freund Mike Yu in den Haaren. Miranda nahm seit einiger Zeit die Pille, um darauf vorbereitet zu sein, mit ihm Geschlechtsverkehr zu haben - wenn es denn mal so weit sein würde. Mrs Longlady hatte das spitzbekommen, weil Miranda plötzlich zwei BH -Größen zugelegt hatte, obwohl sie kürzlich erst von richtigem auf das kalorienarme Slimcea-Brot umgestiegen war. Also hat Mrs Longlady Miranda das Taschengeld gestrichen und verweigerte ihr jeden Penny, bis sie sich nicht mehr mit Mike Yu treffen würde.

Das eigentliche Problem war, dass Mrs Longlady Mirandas Ex-Freund lieber mochte - einen Jungen aus Market Harborough, Big Smig genannt, der seine gehobene Herkunft dadurch kaschierte, dass er gern fluchte. Sein Vater arbeitete in der Verwaltung von British Leyland, und seine Mum engagierte sich bei wohltätigen Reitveranstaltungen von Prinzessin Anne und hatte eigenhändig fünf parallele Straßenpartys für das Silberne Thronjubiläum der Queen organisiert.

Für Mike Yu hatte Mirandas Mutter nur Verachtung übrig. Sie nannte ihn "Butterblume" und behauptete, er sei Japaner, was Miranda auf die Palme trieb, weil er kein Japaner war, sondern aus Hongkong stammte, und die Leute dort waren entweder Chinesen oder Briten - wenn sie nicht einer ganz anderen Nationalität angehörten. Aus Japan kamen sie aus guten Gründen meist nicht. Miranda hatte eine Enzyklopädie zurate gezogen, um sich gründlich üb

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen