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Winterblues mit Zuckerguss Liebesroman von Gruber, Birgit (eBook)

  • Verlag: Zeilenfluss
eBook (ePUB)
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Winterblues mit Zuckerguss

Es gibt sie wirklich, die kleinen Wunder des Lebens. Maja Wunder fährt Taxi, aber so ein Fahrgast ist ihr noch nie untergekommen. Was soll sie nur mit diesem Typen machen, der nicht so recht weiß, wohin er möchte, aber auch nicht aussteigen will? Oliver ist eigentlich mit dem Wagen da. Warum er an diesem Dezemberabend ein Taxi wählt, ist ihm selbst nicht ganz klar. Doch die Fahrerin ist der erste Lichtblick seines Tages. Und plötzlich hat er so ein Gefühl ... Bevor Maja sich versieht, überredet Oliver sie zu einer außergewöhnlichen Nacht, die sie quer durch das vorweihnachtliche München führt. Auch Wochen später kann sie dieses besondere Zusammentreffen nicht vergessen. Wird sie Oliver wiedersehen? Wird sich ihr ganz persönliches Wunder fortsetzen? Während sie noch darüber sinniert, schreibt das Leben bereits am nächsten Kapitel ihrer Geschichte ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 249
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783967140309
    Verlag: Zeilenfluss
    Größe: 874 kBytes
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Winterblues mit Zuckerguss

1

"Nun fahr schon!", zischte Maja und schlug leicht mit der Hand aufs Lenkrad. "Wieder so einer, der keine Winterreifen draufhat."

Es war Anfang Dezember, und - Überraschung! - es schneite. Jedenfalls wenn man das, was da aus dem Himmel kam, als Schnee bezeichnen konnte. Maja fand, dass es sich vielmehr um Schneeregen handelte. Aber für den Autofahrer vor ihr reichte es offenbar aus, um im Schneckentempo die Straße entlangzukriechen. Dabei hatte sich lediglich ein kleiner Film auf dem Asphalt gebildet. Warum konnten die Leute nicht einfach ihre Winterreifen aufziehen lassen, wie es verlangt wurde? 'Von O bis O' lautete die Regel: Oktober bis Ostern. Dann gäbe es keine Probleme, wenn es - oh Wunder! - doch schneite. Schließlich lebten sie hier nicht auf einer Südseeinsel, sondern in München.

Kopfschüttelnd tuckerte sie mit ihrem Taxi dem übervorsichtigen Verkehrsteilnehmer hinterher. Genaugenommen war es gar nicht ihr Wagen, sondern der ihres Vaters. Aber seitdem er krank geworden war, fuhr sie das Taxi. Anfangs war Maja nur eingesprungen, wenn es ihrem Paps nicht gutging und sie gerade Zeit hatte, doch über die Monate hinweg war das immer öfter der Fall gewesen, bis sie vor knapp einem Jahr ihren Job gekündigt hatte und nun hauptberuflich das Taxi übernahm.

Sie sah auf die Uhr im Cockpitdisplay ihres Audis. Hoffentlich wartete der Fahrgast noch auf sie und nahm sich nicht ein anderes Taxi. Die Ampel vor ihnen wurde rot. Maja seufzte. Bis sie an der Kreuzung angelangten - bei dem Tempo! -, war es hoffentlich wieder grün. Ob sie die Zeit nutzen und ihren Vater anrufen sollte? Wie es ihm heute ging?

Nach dem letzten Krankheitsschub hatte er beschlossen, in ein kleines Appartement im 'betreuten Wohnen' umzuziehen. Auf diese Weise war ihm bei Bedarf die notwendige Pflege sicher. Er wollte weder Maja noch ihrer Schwester Isabell zur Last fallen. Seine Töchter hätten ihr eigenes Leben, meinte er immer wieder. Und was ihre Schwester betraf, stimmte das auch. Nach dem frühen Tod ihrer Mutter hatte Isa geglaubt, so schnell wie möglich eine eigene Familie gründen zu müssen. Bereits mit Anfang zwanzig war sie vor den Traualtar getreten, ein Jahr später war das erste Baby gekommen. Inzwischen war Nummer drei unterwegs.

Aber Maja war Single. Sie hatte gerade deshalb das Taxi übernommen, damit sie flexibel bleiben und sich um ihren Vater kümmern konnte, wenn nötig. Doch Frank verhielt sich in diesem Punkt unnachgiebig.

Endlich schaltete die Ampel um, und der 'Schleicher' vor ihr bog rechts ab. Halleluja! Sie trat aufs Gaspedal. Fünf Minuten später hielt das Taxi an der Zieladresse. Eine ältere Frau, dick eingehüllt im schwarzen Wintermantel, stand bereits am Straßenrand und wartete. Sofort riss sie die Tür auf und schob sich auf den Rücksitz.

"Das hat ja gedauert!"

"Tut mir leid, dass Sie so lange warten mussten. Das Wetter ..."

Bemüht fröhlich drehte Maja sich zu der alten Dame um. Krause graue Locken umspielten ihr rundes Gesicht. Der rote Lippenstift stach Maja - durch die Kombination mit ihrer blassen Gesichtsfarbe und dem Schwarz ihres Mantels - sofort ins Auge. An ihren Ohren baumelten edle kleine Ohrringe.

"Das Wetter? So ein Quatsch! Wie lange haben Sie denn schon Ihren Führerschein? Für meinen Geschmack sehen Sie noch ziemlich jung aus. Dürfen Sie überhaupt Taxi fahren?"

Maja runzelte für eine Sekunde die Stirn, entschied sich dann aber es als Kompliment anzunehmen. "Ich fahre seit über zehn Jahren Auto. Sie können sich bequem zurücklehnen. Wo soll es denn hingehen?"

"Dann mal los. Zum Christkindlmarkt! Meine Freundinnen warten bestimmt schon!"

Drei Touren später beschloss Maja, dass sie für heute genug hatte. Zwar waren die beiden Fahrgäste, die sie nach der hochnäsigen alten Dame noch kutschiert hatte, um einiges freundlicher gewesen, aber die wiederholten Fahrten zum Flughafen hatten

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