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Winternacht von Kröger, Miriam (eBook)

  • Verlag: TWENTYSIX
eBook (ePUB)
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Winternacht

Der gestresste George flüchtet sich in die winterliche Abgeschiedenheit der Berge, um in Ruhe über sein Leben nachzudenken. Doch dort stolpert er über Sarah, die ihm einen Strich durch seine Einsamkeit zieht. Sie begleitet ihn auf der Reise zu seinem wahren Glück und erklärt ihm eindrucksvoll, dass alles im Leben von unseren Erwartungen abhängt. Miriam Kröger, Jahrgang 1982, ist Linguistin und Heilpraktikerin für Psychotherapie. Sie arbeitet seit mehreren Jahren freiberuflich als Jobcoach und Schreibtherapeutin. Wenn sie nicht gerade andere Menschen auf ihrem Lebensweg berät, verbringt sie gerne ihre Zeit mit einem guten Buch und einer heißen Tasse Tee. Sie lebt gemeinsam mit ihrer Tochter im schönsten Kreis der Welt - Gütersloh.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 116
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783740719210
    Verlag: TWENTYSIX
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Winternacht

Es war eine klare Winternacht, und George saß in seiner dicken Winterjacke auf der Bank vor der Hütte. Er hatte sich seinen warmen Schal und seine Handschuhe angezogen, was er eigentlich nie tat. Aber heute wollte er den klaren Sternenhimmel genießen. Er brauchte Zeit für sich und hatte somit alles für die kommenden Stunden auf der Bank vorbereitet. Im Ofen der Hütte knisterte ein Feuer, das ihn später wieder aufwärmen würde. Ansonsten brannte kein einziges Licht um ihn herum.

Lange hatte er auf diesen Tag gewartet. Er wollte fliehen, aus seinem Leben ausbrechen. Aber zuerst brauchte er Klarheit über das, was er wirklich wollte, was er brauchte, um glücklich zu sein.

Ein Freund hatte ihm diese Hütte empfohlen. Er selbst war bereits dort gewesen, als es ihm in seinem Leben zu viel wurde. Sie war sehr gut ausgestattet mit allem, was man für eine Woche Einsamkeit benötigte. Die Eigentümer kümmerten sich liebevoll und mit einem guten Gespür für Details um die Vorbereitung. Der Kühlschrank war mit Lebensmitteln gefüllt, ebenso die kleine Vorratskammer. Man hatte George vor seiner Abreise gefragt, welche Speisen er am liebsten essen würde - und genau dafür war eingekauft worden. Der Wassertank war gefüllt, sodass er gleich nach seiner Ankunft eine entspannende heiße Dusche nehmen konnte. George sollte zwei Stunden vor seinem Eintreffen bei den Vermietern anrufen, und als er ankam, wusste er auch, aus welchem Grund. Es war bereits jemand vor ihm da gewesen, um ein Feuer im Ofen anzuzünden, damit die Hütte bereits wohlig warm war, als er eintraf. Es war sehr behaglich, zwar klein, aber doch zum Wohlfühlen. Und was brauchte er schon? Er war gekommen, um in der Einsamkeit zu sich selbst zu finden.

Die Ruhe tat ihm jetzt gut. Wieder blickte George hinauf in den Sternenhimmel und freute sich, dass der Mond noch nicht aufgegangen war. Normalerweise liebte er es, die große leuchtende Scheibe zu sehen, die immer höher an den Himmel stieg. Doch heute würde das Licht nur vom Funkeln der Sterne ablenken. Ihm kam plötzlich ein Gedanke: Wann hatte er das letzte Mal einfach nur dagesessen und den Himmel betrachtet? Wann hatte er überhaupt einfach nur dagesessen und nichts getan? Die letzten Monate, ja sogar die letzten Jahre war er getrieben worden von einer Suche und von der Hektik des Alltags. Er konnte die Stille um sich herum nicht ertragen. Noch weniger konnte er ertragen, nichts zu tun. Wenigstens Musik hören - besser noch, die Laufschuhe anziehen und draußen eine große Runde drehen.

Doch in letzter Zeit verspürte George immer mehr den Wunsch nach Ruhe. Er wollte endlich wissen, wie es tief in seinem Innern aussehen würde, wenn alles still wird. Er wollte seine eigene innere Stimme kennenlernen. Und das ging nur, wenn die Stimmen im Außen endlich ruhig würden. Die Stimmen, die immer so genau wussten, was für ihn gut wäre - was er besser tun oder auch nicht tun sollte. Die Stimmen, die ihn analysierten, die mit aller Macht zu seinem Herzen vordringen wollten. Dabei wusste er doch selbst nicht einmal genau, was in seinem Herzen vorging. Die meiste Zeit des Tages hielt er es verschlossen - für sich und die Menschen um ihn herum.

Und nun wollte George es endlich kennenlernen. Aber dafür musste er allein sein. Diese Erfahrung wollte er allein machen. Er konnte sie nachher immer noch mit anderen teilen, davon erzählen; nur jetzt brauchte er die Einsamkeit. Wer wusste, was er finden würde? Ohne einen anderen Menschen konnte er in dieser Situation sein, wie er wirklich war. Er musste sich nicht verstellen, um zu gefallen. Mit diesen Gedanken blickte George noch einmal in den leuchtenden und funkelnden Sternenhimmel.

Auf einmal merkte er, dass die Kälte trotz warmer Kleidung nun doch in seinen Körper gekrochen war und er sehr fror. Somit ging er ins Haus und setzte sich vor den Ofen. Da er mehrere Stunden draußen verbracht hatte, war nur noch ein Haufen Glut übrig. Er legte neues Holz

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