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Wo wir uns finden Roman von Sparks, Nicholas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.09.2018
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Wo wir uns finden

Die 36-jährige Hope Anderson steht vor schicksalhaften Entscheidungen. Sie ist seit mehreren Jahren mit ihrem Partner zusammen, weiß aber nicht, ob er wirklich die Liebe ihres Lebens ist. Zusätzlich wurde bei ihrem Vater gerade eine tödliche Krankheit diagnostiziert, was schwierige Fragen für ihre eigene Zukunft aufwirft. Kurz entschlossen nimmt sich Hope eine Woche frei und zieht sich in das idyllische Strandhaus der Familie zurück, um Klarheit in ihr Leben zu bringen. Doch dann trifft sie den sympathischen Abenteurer Tru, der alles durcheinanderwirbelt. Für beide ist es Liebe auf den ersten Blick, sie verbringen herrliche romantische Tage miteinander. Aber beide stehen unter dem Druck familiärer Verpflichtungen, die ihrer Beziehung entgegenstehen. Und so drohen Hope und Tru sich zu verlieren, bevor sie sich noch richtig gefunden haben ... Nicholas Sparks, 1965 in Nebraska geboren, lebt in North Carolina. Mit seinen Romanen, die ausnahmslos die Bestsellerlisten eroberten und weltweit in über 50 Sprachen erscheinen, gilt Sparks als einer der meistgelesenen Autoren der Welt. Mehrere seiner Bestseller wurden erfolgreich verfilmt. Alle seine Bücher sind bei Heyne erschienen, zuletzt "Seit du bei mir bist".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 03.09.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641228057
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: Every Breath
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Wo wir uns finden

Tru

Am Morgen des 9. September 1990 trat Tru Walls vor die Tür und betrachtete forschend den Morgenhimmel, der in der Nähe des Horizonts die Farbe von Feuer hatte. Die Erde unter seinen Füßen war rissig und die Luft trocken, es hatte seit über zwei Monaten nicht geregnet. Staub hüllte seine Stiefel ein, als er zu dem Pick-up lief, den er schon über zwanzig Jahre lang besaß. Wie seine Schuhe war auch der Wagen eingestaubt, von außen und innen. Hinter einem Elektrozaun zerrte ein Elefant Zweige von einem am frühen Morgen umgestürzten Baum. Tru beachtete ihn nicht. Er gehörte zur Landschaft seines Geburtsortes - seine Vorfahren waren vor über einhundert Jahren aus England eingewandert - und war für ihn dementsprechend nicht aufregender als ein Hai, den ein Fischer beim Einholen des täglichen Fangs entdeckte.

Tru war schlank und hatte dunkle Haare und Falten in den Augenwinkeln, die einem in der Sonne verbrachten Leben geschuldet waren. Mit seinen zweiundvierzig Jahren fragte er sich manchmal, ob er sich den Busch zum Leben ausgesucht hatte oder der Busch ihn.

Es war still im Camp, die anderen Guides - einschließlich seines besten Freundes Romy - waren früh am Morgen zur Haupt-Lodge aufgebrochen, von wo aus sie Gäste aus aller Welt in den Busch führten. Seit zehn Jahren arbeitete Tru im Hwange-Nationalpark. Davor hatte er eher ein Nomadenleben geführt und etwa alle zwei Jahre den Arbeitsplatz gewechselt, um Erfahrungen zu sammeln. Nur die Lodges, in denen Jagd gestattet war, hatte er aus Prinzip gemieden, was sein Großvater nicht verstanden hätte. Denn sein Großvater, den alle nur den "Colonel" nannten, obwohl er nie beim Militär gewesen war, behauptete von sich, in seinem Leben über dreihundert Löwen und Geparden getötet zu haben, um das Vieh der riesigen Farm in der Nähe von Harare zu schützen, auf der Tru aufgewachsen war. Und sein Stiefvater und seine Halbbrüder näherten sich stetig der gleichen Anzahl. Neben der Rinderzucht betrieb seine Familie auch Ackerbau und erntete mehr Tabak und Tomaten als jede andere Farm im Land. Kaffee ebenfalls. Sein Urgroßvater hatte einst beim legendären Cecil Rhodes - dem Bergbau-Magnaten, Politiker und Symbol des britischen Imperialismus - gearbeitet und Ende des neunzehnten Jahrhunderts Land, Geld und Macht angehäuft, die er seinem Sohn vererbte.

Als der das Unternehmen von seinem Vater bekam, florierte es bereits, nach dem Zweiten Weltkrieg aber wuchs es exponentiell und machte die Walls zu einer der wohlhabendsten Familien des Landes. Trus Wunsch, dem Geschäftsimperium und dem Leben im Luxus zu entfliehen, hatte der Colonel nie nachvollziehen können. Vor seinem Tod, als Tru sechsundzwanzig war, besuchte er einmal ein Naturschutzgebiet, in dem Tru gerade arbeitete. Obwohl er nicht im Camp schlief, sondern in der Haupt-Lodge, war es für den alten Mann ein Schock, Trus Unterkunft zu sehen. Für ihn wirkte sie vermutlich nur wenig besser als ein Schuppen, ohne Isolierung oder Telefon. Eine Petroleumlampe sorgte für die Beleuchtung, und ein kleiner Gemeinschaftsgenerator betrieb einen Minikühlschrank. Kein Vergleich zu dem Haus, in dem Tru aufgewachsen war, aber mehr als diese karge Umgebung brauchte Tru nicht, besonders nicht, wenn abends ein Sternenmeer über ihm erschien. Gegenüber seinen vorherigen Arbeitsplätzen war es sogar schon ein Fortschritt, denn in zweien davon hatte er in einem Zelt geschlafen. Dort gab es wenigstens fließendes Wasser und eine Dusche, wenn auch in einem Gemeinschaftsbad, was er selbst fast als Luxus betrachtet hatte.

An diesem Morgen hatte Tru seine Gitarre in dem verbeulten Kasten dabei, eine Thermoskanne und eine Plastikdose, ein paar Zeichnungen, die er für seinen Sohn Andrew angefertigt hatte, und einen Rucksack mit Wäsche zum Wechseln für ein paar Tage, Kulturbeutel, Zeichenblöcken, Bunt- und Kohlestiften und seinen Pass. Obwohl er eine Woche lang verreiste, ging er davon aus, dass er

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