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Zeit im Wind Roman von Sparks, Nicholas (eBook)

  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Zeit im Wind

Der siebzehnjährige Landon ist draufgängerisch und überall beliebt, Jamie eine auf den ersten Blick unscheinbare Außenseiterin. Eher notgedrungen gehen sie miteinander auf den Schulball. Doch dann wandelt sich Landons anfängliche Herablassung Jamie gegenüber, und eine tiefe Liebe wächst zwischen dem ungleichen Paar. Bis Jamie Landon ihr lang gehütetes erschütterndes Geheimnis preisgibt. Ein Geheimnis, das alles in Frage stellt. Nicholas Sparks, 1965 in Nebraska geboren, lebt in North Carolina. Mit seinen Romanen, die ausnahmslos die Bestsellerlisten eroberten und weltweit in über 50 Sprachen erscheinen, gilt Sparks als einer der meistgelesenen Autoren der Welt. Mehrere seiner Bestseller wurden erfolgreich verfilmt. Alle seine Bücher sind bei Heyne erschienen, zuletzt "Seit du bei mir bist".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641060169
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: A Walk to Remember
    Größe: 3578 kBytes
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Zeit im Wind

Kapitel 2

N ach der High School hatte ich vor, auf der University of North Carolina in Chapel Hill zu studieren. Mein Vater wollte, daß ich nach Harvard oder Princeton ging, wie die Söhne anderer Kongreßabgeordneter, aber bei meinen Noten war das nicht drin. Nicht, daß ich ein schlechter Schüler gewesen wäre, aber ich nahm die Schule nicht besonders ernst, und meine Noten reichten für die Ivy League nicht aus. Als mein letztes Schuljahr anfing, stand es sogar ziemlich auf der Kippe, ob ich überhaupt einen Studienplatz an der UNC bekommen würde, und dabei war das die Alma Mater meines Vaters, wo er also einen gewissen Einfluß geltend machen konnte. Als mein Vater an einem Wochenende zu Hause war, unterbreitete er mir seinen Plan, mich reinzuhieven. Ich hatte gerade die erste Schulwoche nach den Ferien hinter mir. Er war über Labor Day für drei Tage zu Hause, und wir saßen beim Essen.

"Ich finde, du solltest dich für das Amt des Schülersprechers bewerben", fing er an. "Im Juni bist du mit der Schule fertig, und ich bin der Meinung, daß es sich auf deinem Zeugnis gut machen würde. Deine Mutter ist übrigens derselben Meinung."

Meine Mutter nickte und kaute ihre Erbsen. Sie sprach nicht viel, wenn mein Vater da war, aber sie zwinkerte mir zu. Ich glaube, manchmal gefiel es meiner Mutter zu sehen, wie ich mich vor Unbehagen wand, obwohl sie sonst so lieb war.

"Ich glaube nicht, daß ich eine Chance habe, die Wahl zu gewinnen", erwiderte ich hastig. Ich war zwar der reichste Schüler an der Schule, aber keineswegs der beliebteste. Diese Ehre kam Eric Hunter zu, meinem besten Freund. Er konnte einen Baseball mit fast neunzig Stundenkilometern werfen und hatte dem Football-Team als herausragender Quarterback zu wichtigen Siegen verholfen. Er war ein ganzer Kerl. Selbst sein Name klang cool.

"Natürlich kannst du die Wahl gewinnen", widersprach mir mein Vater. "Wir Carters gewinnen immer."

Das war ein weiterer Grund, warum es mir nicht paßte, daß mein Vater ab und zu nach Hause kam. Denn wenn er mal da war, wollte er mich offenbar zu einer Miniaturversion von sich selbst formen. Da ich praktisch ohne ihn aufgewachsen war, gefiel mir seine sporadische Anwesenheit überhaupt nicht. Seit Wochen war das unser erstes Gespräch. Er unterhielt sich nicht gern mit mir am Telefon.

"Und wenn ich nicht Schülersprecher werden will?"

Mein Vater legte die Gabel hin - auf den Zinken stak noch ein Stück Schweinefleisch. Er sah mich verärgert an, und zwar von oben bis unten. Obwohl es fast dreißig Grad im Haus hatte, trug er einen Anzug, und das schüchterte mich noch mehr ein. Mein Vater trug übrigens immer einen Anzug.

"Ich finde", sagte er langsam, "daß es eine gute Idee wäre."

Wenn er in diesem Ton sprach, wußte ich, daß es beschlossene Sache war. So war das in meiner Familie. Das Wort meines Vaters war Gesetz. Aber es blieb dabei: Auch nachdem ich mich bereit erklärt hatte, wollte ich nicht Schülersprecher werden. Ich hatte keine Lust, für den Rest des Schuljahres einmal in der Woche nachmittags nach der Schule - nach der Schule! - auf Schüler-Lehrer-Versammlungen rumzusitzen, um mir ein Motto für den nächsten Schulball auszudenken oder über die Farbe der Luftschlangen zu diskutieren. Mehr taten die Schülervertreter doch nicht, wenigstens nicht zu meiner Zeit. Bei wichtigen Fragen mitentscheiden durften wir Schüler doch sowieso nicht.

Andererseits wußte ich, daß mein Vater recht hatte. Wenn ich zur UNC gehen wollte, mußte ich etwas tun. Ich spielte weder Football noch Baseball, ich spielte kein Instrument, ich war nicht im Schach-Club oder im Bowling-Club oder sonst irgendwo drin. In der Schule war ich auch nicht unbedingt eine Leuchte - ich war in nichts eine Leuchte. Mich verließ der Mut, und ich fing an, mir die Dinge aufzuzählen, die ich gut konnte, aber um ehrlich zu sein, es kam nicht viel dabei heraus. Ich konnt

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