text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Zieten-Husaren von Höcker, Paul Oskar (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.07.2015
  • Verlag: Saga Egmont
eBook (ePUB)
1,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Zieten-Husaren

'Hundsfott, wer sich nach hinten ausdrängen lässt!', so stand es im Reglement der Zietenhusaren. Als Detlef von Rombeck 1756 zu den Husaren und ihrem Chef, dem alten Zieten, stößt, ahnt er noch nicht, dass sieben Jahre Krieg ins Haus stehen. Eine Zeit, in der die Durchsetzungskraft des vielversprechenden Husaren nicht nur auf dem Schlachtfeld, sondern auch in der Liebe gefordert ist. Zum Autor: Paul Oskar Höcker, geboren 1865 in Meiningen, gestorben 1944 in Rastatt, war ein deutscher Redakteur und Schriftsteller. Höcker verfasste Lustspiele, Kriminalromane, Unterhaltungsromane, historische Romane und auch etliche Jugenderzählungen. Er galt in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts als überaus erfolgreicher Vielschreiber. Einige seiner Romane wurden verfilmt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 10.07.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788711445686
    Verlag: Saga Egmont
    Größe: 1406 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Zieten-Husaren

Als das Regiment die Friedrichstrasse entlangritt und über die Kochstrasse kam, in der sich Zietens Wohnhaus befand, wurde von allen Offizieren eine Gruppe von Damen begrüsst, für die hier auf der offenen Strasse eine Anzahl Stühle und Bänke aufgestellt war. Sie standen auf den Sitzen, ragten hoch über die Köpfe der vor ihnen sich drängenden Menge, so dass man sie von weither sehen konnte, und winkten ihren Verwandten und Bekannten, auch manchem alten Unteroffizier, lebhaft zu. Einzelne Reiter mussten kleine Veilchensträusse auffangen. Zietens Tochter, jetzt schon eine hübsche Demoiselle, warf das erste Sträusschen. Zieten merkte aber sogleich, dass Albertine nicht nach ihm zielte, sondern nach seinem Adjutanten, und überliess ihm gutgelaunt die Beute. Dicht neben seiner Tochter Albertine, die seit Jahresfrist mit Wahlen-Jürgas verlobt war (was aber nur wenige Eingeweihte wussten), stand eine zweite heimliche Braut: Fräulein Hedwig von Platen. Ihr galt Zietens besonderer Gruss. Mit dieser jungen Gutsbesitzerstochter aus Vehlow hatte sich der General schon vor drei Jahren, als er einmal von Meissen aus auf Urlaub in die Altmark gekommen war, ausgesprochen: gleich nach Friedensschluss wollten sie heiraten! Die Braut zählte jetzt fünfundzwanzig, Vater Zieten fast fünfundsechzig Lenze. Aber wenn man sah, wie feurig seine Husarenaugen aufleuchteten, wie flott er seinen Schimmel tänzeln liess, wie ritterlich er dem Spalier der ihm zuwinkenden, ihn mit Blumen überschüttenden Damen salutierte, dann vergass man den grossen Altersunterschied. Neben Fräulein von Platen, der zweiten heimlichen Braut, stand deren ältere Schwester, Frau von Blumenthal - Tante Leopoldine, wie sie von Zietens erster Frau immer genannt worden war. Auf den letzten Bänken hatten noch ein paar Freunde mit den Damen anderer Regimentsangehöriger Aufstellung genommen. Da stand Zietens früherer Schwiegervater Arm in Arm mit dem zukünftigen. Den beiden alten Herren blinkten Tränen der Rührung in den Augen. Immer wieder stimmten sie in das "Hurra!" der Berliner ein.

Frau von Winden befand sich bei ihnen; sie hatte für den heutigen Tag die Trauer abgelegt und warf den Husaren Strauss um Strauss zu. Die Französin war nicht mit in die Stadt gefahren. Aber ganz am Ende der Reihe stand Wladislawa. Sie trug ein ungarisches Barett mit einem rotsamtenen Einsatz, als Huldigung für die roten Husaren. Es kleidete sie ausgezeichnet. Die Wiedersehensfreude, die Siegesstimmung, das festliche Strassenbild, der Jubel der Bevölkerung, alles wirkte auf sie ein, ihre blauen Augen suchten und suchten, aber in dem rasch wechselnden Bild schienen sie ihr Ziel nicht so rasch zu entdecken. "Da ist er - da ist er!" rief Frau von Winden und warf ihrem Sohn, der am Schluss einer Abteilung ritt, ein besonders grosses Bündel Schneeglöckchen zu. Der Leutnant von Winden verfehlte es aufzufangen, weil er Wladislawa anstarrte. Aber Detlef von Rombeck, der die folgende Schwadron führte, erwischte das Blumenbündel noch gerade mit der Säbelspitze und reichte es Winden zu. Das war so flink und so geschickt vor sich gegangen, dass die Zuschauer Beifall klatschten.

Detlef bekam von dem Leutnant in der Eile keinen Dank. Winden spiesste das Blumenbündel auf die eigene Säbelspitze, während er seiner Mutter und ihrer Nachbarin immer wieder triumphierend zuwinkte, auch etwas zurief, das im allgemeinen Lärm indes nicht zu verstehen war.

Wladislawa schien den, den sie nach Frau von Windens Meinung suchte, noch immer nicht entdeckt zu haben. Kein Wunder. Denn den Sohn von Frau von Winden suchte sie ja gar nicht. Ihr Blick klammerte sich vielmehr an den jungen Rittmeister, der an der Spitze der folgenden Schwadron mit zum Gruss gesenktem Säbel vorbeiritt. "Eljen!" stiess sie mit einemmal aus und hob die Rechte mit dem Veilchenstrauss.

Die Ungarn in der Schwadron stimmten alle in ihren Jubelruf ein: "Eljen - Eljen!" Von den alten Unteroffizieren wurde sie sofort w

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen