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Zusammen ist der schönste Ort Roman von Knigge, Judith (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.11.2018
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Zusammen ist der schönste Ort

Wer glücklich sein will braucht Mut - denn manchmal können Veränderungen wunderbar sein!
Nach dem Tod ihres Mannes zieht es Dagmar den Boden unter den Füßen weg - noch dazu muss sie erfahren, dass Heinrich ihr nur Schulden hinterlassen hat. Das große Haus muss verkauft werden, doch Dagmar will nicht so schnell aufgeben. Voller Tatendrang entschließt sie sich, einzelne Zimmer unter zu vermieten. Heraus kommt eine bunt gemischte WG von Personen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Für Dagmar und ihre neuen Mitbewohner ergeben sich damit nicht nur neue Herausforderungen, sondern vor allem ganz neue Lebenswege. Und das Schicksal einer ganz besonderen Bewohnerin schweißt sie alle enger zusammen, als sie jemals geahnt hätten ...

Judith Knigge hat bereits erfolgreich exotische Sagas und unter anderem Namen historische Familiengeschichten veröffentlicht. Mit "Zusammen ist der schönste Ort" erfüllt sie sich den Wunsch, einen emotionalen Gegenwartsroman zu schreiben. Einfühlsam erzählt sie von Freundschaft, Zusammenhalt und dem Mut, etwas Neues zu wagen. Die Autorin lebt mit ihrer Familie und ihren Pferden in Norddeutschland.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 19.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641222550
    Verlag: Blanvalet
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Zusammen ist der schönste Ort

Kapitel 1

D agmar stand an der Terrassentür und blickte in den Park. Der Frost hatte die Pflanzen noch fest eingehüllt, und der Plöner See am Ende des Grundstücks lag unter einer eisigen Schicht verborgen. So wie der Frost die Natur lähmte, fühlte sich auch Dagmar: gelähmt, starr und nicht in der Lage, sich zu bewegen. Das konnte doch alles nicht wahr sein!

Ihre Gedanken schweiften zu einem ebenso frostigen Januarmorgen vor sechs Wochen, als zwei Polizeibeamte an ihrer Tür klingelten ...

Dagmar hatte die Uniformen durch das Glas der Haustür erspäht, und ihr erster Gedanke war, dass es wohl wieder Einbrüche in den Häusern rund um den See gegeben hatte.

Nach dem Öffnen der Tür und einem Blick in die bitterernsten Gesichter der Beamten schrillten tief in ihrem Innern die Alarmglocken. An alles, was danach kam, konnte sie sich nur schemenhaft erinnern.

Es tut uns sehr leid, Ihnen mitteilen zu müssen, Frau Gröning, dass Ihr Mann ... Ein Lkw ... Die Straße war spiegelglatt ...

Irgendwie gelangte sie ins Wohnzimmer. Plötzlich war ihre beste Freundin Helga da, ein scharfer Schnaps brannte in ihrer Kehle, und die Beamten riefen Daniel an, ihren Sohn.

Heinrich hatte sich an diesem Tag, wie schon viele Hundert Mal zuvor, früh am Morgen auf den Weg nach Lübeck gemacht. Dagmar hatte mit ihm noch einen schnellen Kaffee in der Küche getrunken, und dann war er auch schon fort gewesen. Für immer ...

Erst Tage danach gelang es ihr, die Geschehnisse dieses Morgens zu rekonstruieren. Ein Lkw war auf der vereisten Autobahn ins Schlingern geraten. Heinrich war recht schnell gefahren und hatte nicht rechtzeitig abbremsen können. Sein Wagen hatte sich fast gänzlich unter den Lkw geschoben. Er war wohl sofort tot gewesen.

Um Dagmar herum hatte sich eine Maschinerie in Gang gesetzt, die sie wie im Zeitraffer zwar beobachten konnte, aber deren Teil sie nicht wirklich war. Daniel und seine Frau Sabine kamen aus Hamburg, Helga kümmerte sich um sie und informierte ihre engen Freunde Christoph und Barbara. Nachbarn schauten vorbei, um ihr Beileid zu bekunden. Die Möllemanns und die Blochs, Dagmar konnte sich nicht genau daran erinnern, wer noch alles. Das Telefon klingelte unablässig, doch Dagmar bekam nicht mit, was um sie herum vor sich ging.

Selbst als der Bestatter kam, um mit ihr und Daniel die Einzelheiten der Beerdigung zu besprechen, war sie noch nicht wieder sie selbst. Heinrich war erst zweiundsechzig Jahre alt gewesen. Das war kein Alter zum Sterben. Sie war fünfzehn Jahre jünger als er und erinnerte sich gut an das Unken ihrer Mutter über diesen alten Mann, damals vor fast dreißig Jahren, als Dagmar verkündet hatte, sie würde Heinrich heiraten. Doch eben gerade hatten sie noch mitten im Leben gestanden. Zu Silvester waren sie an der Ostsee gewesen, und Heinrich hatte ihr fest versprochen, dass er im neuen Jahr etwas kürzertreten würde, damit sie mehr Zeit für sich hätten. Jetzt saß sie da und fand keine Worte. Der Faden ihres Lebens war einfach so durchgeschnitten worden.

Sie hatte keine Ahnung, wie Heinrich sich seine Beerdigung vorgestellt hatte, darüber hatten sie nie gesprochen. Nicht mal über seinen Ruhestand oder die Rente hatte er laut nachgedacht. Dagmar schon gar nicht.

Und so starrte sie auf den dicken Katalog mit Särgen und Urnen vor ihr auf dem Couchtisch und zuckte nur mit den Achseln.

Daniel, der die pragmatische Art seines Vaters an sich hatte, bestimmte kurzerhand alles von der Urne bis zu den Blumen. Hier und da nickte Dagmar, ja - so in der Art hätte Heinrich wohl auch entschieden. Sabine stellte einen netten Text für eine Traueranzeige zusammen, auch diesen segnete Dagmar mit einem Kopfnicken ab. Sie hatte sich in den letzten Jahren von ihrem Sohn ein Stück weit entfernt. Aus dem kleinen blonden Jungen war ein recht eigenwilliger junger Mann geworden. Wich

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