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Zweisamkeiten von Schober, Inge (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.08.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Zweisamkeiten

Maja und Peter, Susanne und Stefan, zwei junge Paare, die sich nicht kennen, scheinen ein glückliches, unbeschwertes Leben vor sich zu haben. Doch Lebenswege führen nicht immer geradeaus, sie sind holprig, sie kreuzen sich, verharren an Schnittpunkten, bis sie wieder eine gemeinsame Spur finden. Es entfaltet sich eine bewegende Geschichte von Verrat und Tod, von Liebe und Glück. Inge Schober, geboren und aufgewachsen in München, lebt heute in Freiburg.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 260
    Erscheinungsdatum: 29.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741269707
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 342 kBytes
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Zweisamkeiten

I

D u brauchst einen Mann", sagte Marc zu seiner Schwester Maja, die es sich auf dem Sofa bequem gemacht hatte, "dann bleibst du vielleicht verschont von dieser ständigen Anmacherei." Sie hatte sich wieder einmal über einen Liebhaber beschwert, der, kaum war er in ihrem Bett, sie wie zufällig nach dem Konzern ihres Vaters fragte.

Er betrachtete sie nachdenklich, wie sie so dasaß, eine zierliche Gestalt, den Blick auf das Glas gerichtet, das sie in der Hand hielt, lange Wimpern verdeckten die dunklen, glänzenden Pupillen. Er widerstand dem Drang, sie in den Arm zu nehmen, wandte sich ab, "an der Uni gibt es doch genug Männer", bemerkte er mit einem leicht ironischem Unterton.

"Meine Fächer sind eine Fundgrube für Männer, 80% weiblich", Maja schnippte verächtlich mit den Fingern, "du solltest die wenigen männlichen Studenten einmal sehen, sie laufen wie abwesend, wie vergeistigt herum, nichts für mich, ich brauche Handfesteres."

Belustigt schüttelte er den Kopf, "Juristen kenne ich zur Genüge, unter denen suchst du besser nicht, die haben wirklich nur ihre Karriere im Kopf, vielleicht bei den Wirtschaftlern? Ein solcher Schwiegersohn würde auch Papa gefallen."

Maja seufzte, veränderte ein wenig ihre Lage, "diese Hochzeit in drei Wochen wird wieder so eine Art Schaulaufen, alle Singles, vor allem die Männer positionieren sich, plustern sich auf, schleichen herum, wie Katzen um die Maus."

"Die Vielumschwärmten beben vor Zorn, ob des ungebührlichen Betragens", zitierte Marc spöttisch.

"Und Maman hat auch nichts zu lachen, sie ist ständig diesen indiskreten Fragen ausgesetzt, wen und wann ich denn endlich heirate. Du bist fein heraus, wie hast du es nur geschafft, solche Gerüchte zu streuen, zukünftiger Galerist, da ist nicht viel Geld drin, wahrscheinlich ein Homo, also kein Heiratskandidat."

Marc lachte, "Papa setzt seine ganze Hoffnung auf dich, er will wenigstens einen ordentlichen Schwiegersohn im Konzern, wenn er schon mit mir nicht rechnen kann. Ich habe meine Ruhe, wenn ich eine Frau fände wie dich, würde ich sie sofort heiraten! Übrigens als Kunsthändler kannst du sehr viel Geld verdienen, das weiß nur keiner. Denk an Onkel Jean." Marc stand auf, "viel Glück Schwesterchen, ich muss arbeiten."

Maja tauchte nun öfters in den Vorlesungen auf, schlenderte durch alle Bibliotheken, aß mit Widerwillen in der Mensa, setzte sich in das Uni-Café und beobachtete das Verhalten der männlichen Spezies. Sie hielt mit einigem Erfolg in den Seminaren ihre Pflichtreferate, die sie sich hatte schreiben lassen, und wartete.

Eines Tages, kaum zu glauben, saß doch in der Seminarbibliothek des französischen Instituts ein Mann am Fenster. Dem Rücken nach zu schließen handelte es sich um einen sportlichen, großen, dunklen Typ. Es gab keine Möglichkeit ihn von vorne zu betrachten, ohne unangenehm aufzufallen, deshalb setzte sie sich in seine Nähe, nahm willkürlich einige Bücher aus dem Regal, irgendwann musste er ja aufstehen. Tatsächlich, nach einer Weile brachte er Bücher zurück, packte seine Sachen zusammen und ging zur Aufsicht. Maja beobachtete staunend diesen jungen, gutaussehenden Mann, hatte er sich hierher verirrt? Sie stand schnell auf, nahm eines der Bücher und stellte sich neben ihn.

Die weibliche Seminaraufsicht himmelte ihn an, zog das Abstempeln seiner Seminarkarte in die Länge.

"Entschuldigung, ich habe eine Bitte", Maja handelte sich einen bitterbösen Blick der Aufsichtskraft ein.

"Ich habe meine Bibliothekskarte vergessen, könnte ich ausnahmsweise dieses Buch ausleihen? Ich brauche es für mein Referat."

"Nein", wurde sie angeschnauzt, "das geht überhaupt nicht."

Das Seminarfräulein hätte Maja am liebsten zur Hölle fahren lassen, diese unverschämte Person, wie kam sie dazu, ihren Flirtversuch mit dem einzigen Mann weit und breit derartig brutal zu unterbrechen?

"Auch nicht, wenn ich Ihnen

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