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Zwischen uns die Sterne Liebesroman von Sivec, Tara (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.01.2019
  • Verlag: MIRA Taschenbuch
eBook (ePUB)
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Zwischen uns die Sterne

Sie waren wie die drei Musketiere. Seit Cameron als kleines Mädchen Aiden und Everett kennenlernte, waren sie unzertrennlich. Ihr Treffpunkt war das Baumhaus. Bis heute liegen dort die geheimen Wünsche ihrer Kindheit versteckt. Für alle Zeiten wollten sie die besten Freunde bleiben. Seither ist jedoch viel geschehen, und die Musketiere sind nicht mehr. Zwischen Cameron und Everett herrscht Funkstille. So erfährt Everett erst spät von Aidens Tod und kehrt nicht rechtzeitig zur Beerdigung zurück. Cameron fühlt sich in ihrer dunkelsten Stunde alleingelassen. Als Everett jetzt vor ihr steht, erinnert sie sich an ihre tiefe Sehnsucht, ihm nahe zu sein. Aber ist es dafür nicht zu spät? "Zwischen uns die Sterne lässt einen wieder an die wahre Liebe glauben!" Leserstimme auf goodreads Die USA-Today-Bestsellerautorin arbeitete vierzehn Jahre als Maklerin, bevor sie beschloss, etwas wirklich Aufregendes zu tun. Sie schrieb ihren ersten Roman. Auf Anhieb fand ihr zunächst selbstverlegtes Buch eine begeisterte Leserschaft. Zusammen mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern lebt sie im amerikanischen Bundesstaat Ohio. Wenn sie mal eine freie Minute hat, liebt sie es, ein kleines Nickerchen zu machen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 04.01.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955768621
    Verlag: MIRA Taschenbuch
    Originaltitel: Wish You Were Mine
    Größe: 2608 kBytes
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Zwischen uns die Sterne

Everett

Woher weiß man, dass der Punkt erreicht ist, an dem man nicht mehr kann?

Wenn man Kinder direkt vor den Augen ihrer Eltern sterben sieht?

Wenn man jemandem sagen muss, er sei krank, aber man habe keine Mittel, um ihm zu helfen?

Wenn man zuschauen muss, wie zahllose Leute sich an verunreinigtem Wasser infizieren, unter schrecklichen Bedingungen leben, und man nichts weiter tun kann, als ihnen Pillen zu geben und darauf zu warten, dass sie erneut krank werden?

Wenn man in jedes Land der Dritten Welt zu reisen versucht, bloß um nicht mehr nach Hause zu müssen, nur um dann zu erfahren, dass der eigene beste Freund, den man hatte, seit man zehn war, an Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben ist?

Und weil man nicht wusste, dass er krank war, konnte man auch nicht dort sein, um ihm zu helfen. Hat nie die Chance bekommen, sich dafür zu entschuldigen, dass man so ein lausiger Freund war. Nie die Möglichkeit gehabt, Abschied zu nehmen.

Wie viel ist zu viel?

Ich trinke noch einen Schluck Wodka und lehne meinen Kopf an die Wand, während ich mich frage, wie viel mehr ich noch ertragen kann. Seit ich in die Staaten zurückgekehrt bin, versuche ich, den Schmerz mit Alkohol zu betäuben. Eine Weile hat es funktioniert. Der Wodka macht mich benommen und lässt mich alles für ein paar Minuten vergessen.

Ein paar Minuten Frieden.

Ein paar Minuten, in denen ich die Schreie der Babys nicht höre oder das Flehen der Mütter, ihre Kinder zu retten.

Ein paar Minuten, in denen ich nicht Aidens Gesicht vor mir sehe, wie er mich grinsend ein Arschloch nennt.

Ein paar Minuten, in denen ich nicht an sie denke.

Einhundertachtzig Sekunden, in denen ich meine Augen schließen kann und nichts fühle.

Auf dem Fußboden sitzend, die Beine gespreizt von mir gestreckt, mache ich die Augen zu und überlasse mich dem stillen Vergessen. Leider endet es wieder zu schnell. Es hält nie lange genug an. Nicht mehr. Nicht nach dem Brief, den er geschrieben hat.

Dem verdammten Brief.

Ich hebe die Lider, und mir bricht der kalte Schweiß aus beim Anblick des zusammengeknüllten Briefes, der ein paar Schritte von mir entfernt liegt. Ich habe ihn in den vergangenen drei Monaten wieder und wieder gelesen, seit er in meinem Briefkasten in Kambodscha gelegen hat, genau zwei Wochen nach Aidens Tod.

Mein Blick bleibt auf den Papierball geheftet. Aidens zittrige und ungleichmäßige Handschrift scheint mich aus der zerknüllten Seite förmlich anzuspringen. Ich nehme den Wodka wieder hoch und trinke an gegen den Schmerz und das Elend in mir. Der Alkohol brennt nicht einmal mehr in der Kehle, und beinah kann ich mir einreden, die Wasserflasche, in die ich ihn gefüllt habe, enthielte wirklich nur Wasser. Ich habe keine Ahnung, warum ich es jetzt noch zu verbergen versuche. Mein Bruder Jason hat all die leeren Wodkaflaschen entdeckt, die ich unter meinem Bett und draußen in der Garage hinter Regalen und Kartons zu verstecken probiert habe. Gestern fand er im Kofferraum meines Wagens einen ganzen Karton leerer Literflaschen, die ich eigentlich zur Mülldeponie hatte bringen wollen. Nur bin ich nicht dazu gekommen. Wahrscheinlich, weil ich zu betrunken war, um hinzufahren.

Ich lache, als ich daran denke, wie er mich gestern Morgen zur Rede gestellt hat. Er ging an meinen Kofferraum, weil er sich meinen Wagenheber borgen und vor der Arbeit einen Reifen wechseln wollte. Dabei stieß er auf den Karton mit den leeren Flaschen und ließ mich versprechen, mit dem Trinken aufzuhören. Er nahm mir das Versprechen ab, mir Hilfe zu suchen. Natürlich erklärte ich mich einverstanden. Er ist mein kleiner Bruder. Ich wohne hier bei ihm in dem alten Haus unserer Großeltern, bis ich wieder auf die Beine komme. Meine Großmutter überließ mir das Haus, als sie wegzog, und Jason war gezwungen, darin zu wohnen und sich darum zu kümmern, während ich ständig auf Reisen war. Er ist immer noch

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