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Die Wirklichkeit des Schamanen Ein Wegweiser in verborgene Welten und Bewusstseinsräume von Harner, Michael (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.11.2013
  • Verlag: Ansata
eBook (ePUB)
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Die Wirklichkeit des Schamanen

Der führende Schamanismus-Experte mit der Krönung seines Lebenswerks Mit seinem bahnbrechenden Buch "Der Weg des Schamanen" brachte Michael Harner den Schamanismus in die moderne westliche Welt. Nun, mehr als 30 Jahre später, krönt er mit Höhle und Kosmos sein Lebenswerk. Auf Grundlage von rund 5000 Erfahrungsberichten von Menschen, die schamanische Reisen unternommen haben, lässt Michael Harner eine faszinierende Landkarte der unsichtbaren Welten der Schamanen entstehen. Eindrucksvoll führt er vor Augen: Diese verborgenen Wirklichkeiten existieren tatsächlich! Und jeder kann sie bereisen, um sich mit der spirituellen Urkraft zu verbinden, Kontakt zum persönlichen Schutzgeist aufzunehmen und Heilung, Wegleitung und tiefe Selbsterfahrung zu erlangen. Mit praktischen Anleitungen, um selbst Schamanenkraft zu entfalten und im eigenen Leben zu nutzen. Michael Harner (geb.1929, gest. 2018), promovierter Anthropologe, lehrte u.a. in Yale und Berkeley und gilt als einer der weltweit renommiertesten Experten zum Thema Schamanismus. Über 50 Jahre lang betrieb er ausgiebige Feldforschungen in Nord- und Südamerika, in der Kanadischen Arktis, in Lappland sowie in Zentralasien. Die Essenz seiner vergleichenden Studien wird als 'Core-Schamanismus' bezeichnet und bietet einen eigenen Ansatz im Umgang mit Schamanismus, der den Bedürfnissen westlicher Menschen entspricht. Dr. Harner ist Gründer der Foundation for Shamanic Studies, die sich vor allem der weltweiten Bewahrung, der weiteren Erforschung und der Lehre des schamanischen Wissens widmet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 25.11.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641112745
    Verlag: Ansata
    Originaltitel: Cave and Cosmos
    Größe: 11708 kBytes
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Die Wirklichkeit des Schamanen

1 / 1 – Spirituelle Kraft und die Höhle

Kraft

Im Februar 1957 verlief ich mich mit einem Grüppchen männlicher Shuar (Jívaro), nachdem wir wochenlang durch den gebirgigen Regenwald des oberen Amazonasbeckens gewandert waren. Müde, desorientiert und hungrig trafen wir schließlich auf ein paar freundliche Jäger, von denen wir erfuhren, dass wir in der falschen Richtung unterwegs waren. Sie gaben uns etwas von ihrer Verpflegung ab und zeigten uns den Weg in das Dorf, das wir suchten.

Nachdem wir uns von den Jägern verabschiedet hatten, kamen wir bald an einen kleinen, aufgrund schwerer Regenfälle in den Anden im Westen aber reißenden Fluss. Wir warteten mehrere Tage, dass das Wasser endlich nachließ, jedoch vergeblich. Während meine Weggefährten die Ruhe bewahrten, verlor ich schnell die Geduld, wusste ich doch, dass wir uns aus Balsastämmen Flöße bauen und Guadua-Bambus als improvisierte Paddel nutzen konnten, um den Fluss zu überqueren. Mehrfach schlug ich das den Männern vor, sie lehnten jedoch immer wieder ab.

Schließlich provozierte ich sie, indem ich ihnen vorhielt, sie bezeichneten sich doch stets als große Krieger, seien jetzt aber nicht einmal bereit, das Flüsschen zu überqueren. Ohne darauf zu antworten, bauten sie kurzerhand drei Flöße und bereiteten alles für die Überfahrt vor. Der Fluss war ungefähr 45 Meter breit, und das erste Floß, auf dem sich zwei der Indianer sowie ein Teil unseres Gepäcks befanden, schaffte es wohlbehalten ans andere Ufer. Mit weiteren zwei Männern bestieg ich das nächste Floß. Wir hatten den Fluss bereits zu drei Vierteln überquert, als wir in eine Stromschnelle gerieten. Das Floß kippte um und wir fielen in das Wildwasser. Nur mit größter Anstrengung konnten wir uns ans andere Ufer retten. Das dritte Floß passierte den Fluss dann wieder problemlos.

Als wir uns etwas ausruhten, bevor wir unseren Weg fortsetzen wollten, meinte ich zu den Männern: "Das war ziemlich knapp. Wir können von Glück sagen, dass wir noch am Leben sind."

Ich hatte damit gerechnet, dass sie mir, vielleicht auch nur stillschweigend, zustimmen würden, aber meine Begleiter standen einfach da, wie man sich den typischen Indianerkrieger so vorstellt. Als wäre das alles gar nichts gewesen. Sie wirkten völlig unbeeindruckt.

Ihre Haltung verblüffte mich. Schließlich waren es dieselben Männer, die zuvor trotz meines Drängens so lange gezögert hatten, den Fluss zu überqueren. Und jetzt taten sie, als wäre das alles ein Spaziergang gewesen. Dabei hatten sie vorher Angst gehabt.

Sie wechselten Blicke, sagten aber nichts. Dann endlich rückte einer der Männer, den ich besonders gut kannte, mit der Sprache heraus. Er sagte: "Na ja, weißt du, wir hatten nicht wirklich Angst, den Fluss zu überqueren, denn wir können nicht sterben. Aber bei dir waren wir uns da nicht so sicher!"

Für mich öffnete die gefährliche Flussüberquerung in diesem Moment eine Tür zu wichtigem spirituellen Wissen. Nach und nach erfuhr ich von den Shuar, dass sie gegen alle Todesursachen mit der Ausnahme von Epidemien durch die Kraft der Geister geschützt sind. Ich erfuhr aber auch, dass einen diese Kraft verlassen kann und dass man derart ungeschützt dann tatsächlich stirbt. Deshalb achteten die Shuar, bevor sie zu einer gefährlichen Mission aufbrachen, auf die Zeichen, die ihnen verrieten, ob sie noch über die Kräfte verfügten, die ihnen ihre Schutzgeister verliehen. Waren diese Zeichen negativ, bliesen sie die Mission ab, insbesondere wenn es dabei um den Angriff auf einen Geg

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