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Die Zauberin Die magische Reise einer Frau auf dem toltekischen Weg des Wissens von Abelar, Taisha (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.03.2012
  • Verlag: Hans-Nietsch-Verlag
eBook (ePUB)
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Die Zauberin

Unter der Obhut von Clara Grau lernt Taisha Abelar die Welt der mexikanischen Zauberer kennen und durchläuft die traditionelle Schulung als Pirscherin. Das Training fordert ihren ganzen Mut und Einsatz und ihr Erfahrungsbericht darüber liest sich wie ein Abenteuerroman, der uns ganz in den Bann der toltekischen Magie zieht. Zusammen mit Taisha fi nden gerade Leserinnen den Weg zu echter Selbstbestimmung und wahrer innerer Freiheit. "Taishas Schulung auf dem Weg des Wissens glich der meinen - und doch war sie ganz anders. Da sie sich verpflichtet hatte, während der Zeit ihrer Ausbildung Stillschweigen zu bewahren, erfahren wir erst heute von den unglaublichen Fakten über ihre Schulung in der Kunst des Pirschens." Carlos Castaneda

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 279
    Erscheinungsdatum: 21.03.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783862640577
    Verlag: Hans-Nietsch-Verlag
    Größe: 1230kBytes
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Die Zauberin

1

I ch hatte eine abgelegene Stelle aufgesucht, weit weg vom Highway und den Leuten, um die morgendlichen Schatten auf den spektakulären Lavabergen rund um den Gran Desierto in Süd-Arizona zu zeichnen. Die dunkelbraunen Felszacken blitzten förmlich auf, wenn die Sonne ihre Spitzen berührte. Um mich herum lagen verstreut riesige Brocken porösen Gesteins, Überreste der Lavaströme eines gewaltigen Vulkanausbruchs. Ich machte es mir auf einem dieser Felsen bequem und vertiefte mich ganz in meine Arbeit, wie schon so oft alles um mich herum vergessend außer dieser wilden, zerklüfteten Schönheit. Ich hatte gerade den Umriss der fernen Berge mit ihren Vorsprüngen und Vertiefungen skizziert, als ich bemerkte, dass ich von einer Frau beobachtet wurde. Es ärgerte mich maßlos, dass jemand meine Einsamkeit störte. Ich gab mir alle Mühe, sie zu ignorieren, aber dann kam sie auch noch näher und ich drehte mich wütend nach ihr um.

Die hohen Wangenknochen und das schulterlange schwarze Haar verliehen ihr eine eurasische Note. Ihre glatte, weiche Gesichtshaut machte es schwierig, ihr Alter zu schätzen; sie hätte dreißig, aber auch fünfzig sein können. Sie war gut zehn Zentimeter größer als ich, also ungefähr einsfünfundsiebzig, aber mit ihrem kräftigen Körperbau wirkte sie im Vergleich zu mir geradezu massig. Dennoch strahlte sie in ihrer schwarzen Seidenhose und der orientalischen Jacke eine kraftvolle Behändigkeit aus.

Ihre Augen fielen mir auf, grün und funkelnd. Etwas Freundliches schimmerte aus ihnen und mein Ärger verflog. Ich stellte ihr die ziemlich törichte Frage: "Wohnen Sie hier in der Gegend?"

"Nein", sagte sie und kam noch ein paar Schritte näher. "Ich bin unterwegs zur Grenzstation Sonoyta. Ich wollte mir nur ein bisschen die Beine vertreten und finde mich plötzlich in dieser gottverlassenen Ecke. Ich war so überrascht, hier mitten im Nirgendwo jemanden anzutreffen, dass ich der Versuchung einfach nicht widerstehen konnte, Sie zu stören." Sie streckte mir ihre Hand hin: "Ich heiße Clara Grau."

Ich nahm ihre Hand und erzählte ihr, ohne zu zögern, dass ich bei meiner Geburt zunächst den Namen Taisha bekommen hatte, dieser Name meinen Eltern aber nicht amerikanisch genug klang, sodass sie mir schließlich den Namen meiner Mutter gaben, Martha. Mir war dieser Name zuwider und für mich selbst war ich schließlich auf Mary gekommen.

"Ist ja interessant", sagte sie versonnen. "Drei Namen und so verschieden. Ich werde Sie Taisha nennen, weil das Ihr Geburtsname ist."

Das freute mich. Es war der Name, den ich insgeheim selbst gewählt hatte. Anfangs hatte ich meinen Eltern zwar zugestimmt, dass der Name zu fremd klang, aber dann fand ich Martha so schrecklich, dass ich Taisha schließlich zu meinem Geheimnamen machte.

In eher barschem Tonfall, den sie jedoch gleich hinter einem gutmütigen Lächeln verbarg, stellte sie mir eine Reihe von Fragen, die allerdings in Wirklichkeit meist Feststellungen waren. "Sie sind nicht aus Arizona."

"Ich bin erst vor einem Jahr hergekommen, um hier zu arbeiten." Seltsamerweise antwortete ich ihr wahrheitsgemäß, was ungewöhnlich war, da ich es gewohnt bin, sehr vorsichtig zu sein, insbesondere bei wildfremden Leuten.

"Sie können kaum älter als zwanzig sein."

"In ein paar Monaten werde ich einundzwanzig."

"Sie haben einen leichten Akzent. Amerikanerin sind Sie anscheinend nicht, aber ich kann nicht genau heraushören, woher Sie nun stammen."

"Ich bin Amerikanerin, habe aber als Kind in Deutschland gelebt. Mein Vater ist Amerikaner, meine Mutter Ungarin. Ich bin von zu Hause weg, als ich aufs College ging. Ich bin nie zurückgekehrt. Ich wollte mit meiner Familie nichts mehr zu tun haben."

"Da scheint es ja wohl überhaupt nicht geklappt zu haben mit Ihren Leuten."

"Nein. Ich war todunglücklich. Ich konnte es gar nicht erwarten, endlich von zu Haus

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