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Der Papst und die Freimaurer Ein wissenschaftlicher Diskurs von Schrefler, Harald (eBook)

  • Verlag: Studienverlag
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Der Papst und die Freimaurer

Seit den ersten Logengründungen im 18. Jahrhundert bekämpft die katholische Kirche die Bruderschaft der Freimaurer. Daran hat sich bis heute wenig geändert. Auch der derzeitige Papst Benedikt XVI., der ehemalige Kardinal Ratzinger (von 1981 bis 2005 Vorsitzender - Präfekt - der Kongregation für die Glaubenslehre und damit auch 'moderner Großinquisitor' am Heiligen Stuhl bzw. der vatikanischen Römischen Kurie) hält nicht viel von der toleranten, humanitären Vereinigung der Freimaurer. Warum diese Angst, warum diese Feindschaft? Wie sehen Kirchenfürsten und prominente Freimaurer diese Entwicklungen? Das untersucht Harald Schrefler, promovierter Historiker, Soziologe und Religionswissenschaftler, in dem vorliegenden Buch. Harald Schrefler arbeitet seit vielen Jahren an historischen und religionssoziologischen wissenschaftlichen Themen. Seine Recherchen zu dem Thema dieses Buches basieren auf seiner Dissertation. Erst nachdem er sein erfolgreiches Berufsleben in den letzten bewegten Jahren als Bankfachmann beendet hat, widmete er sich ausführlich seinen, bereits früher begonnenen Forschungen und Wissenschaften. Harald Schrefler ist Jahrgang 1941 und lebt in Wien.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783706557672
    Verlag: Studienverlag
    Größe: 18235 kBytes
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Der Papst und die Freimaurer

2 Rituelles in der Freimaurerei

2.1 "Weil wir als freie Männer bauen am Tempel der allgemeinen Menschenliebe"

2.1.1 Der Versuch einer kurzen Definition

Auch wenn es bereits Tausende von Büchern über die Freimaurerei gibt, muss auch hier am Anfang eine kurze Definition stehen.

In der Verfassung der Großloge von England und auch der Großloge von Österreich werden dafür die "Alten Pflichten" angeführt. In Deutschland wird in den "Leitgedanken der Freimaurerei" definiert: "Das Wesen des Freimaurerbundes besteht in der Einheit von leitender Idee, tragender brüderlicher Gemeinschaft und vertiefendem symbolischem Erlebnis. Als Glieder eines ethischen Bundes treten die Freimaurer für Menschlichkeit, Brüderlichkeit, Toleranz, Friedensliebe und soziale Gerechtigkeit ein. Als Gemeinschaft brüderlich verbundener Menschen ist die Loge Übungsstätte dieser Werte. Als Symbolbund dient die Freimaurerei der Verinnerlichung von Idee und Gemeinschaft." 6

Und Friedrich Ludwig Schröder 7 definiert: "Die Freimaurerei soll das Band der Eintracht und des gegenseitigen Wohlwollens zwischen Menschen werden, welche sonst durch Religionsbegriffe, Erziehungsvorurteile oder Nationalverhältnisse in einer ewigen Entfernung leben würden." 8

Letztlich geht es darum, dass "freie Männer bauen am Tempel der allgemeinen Menschenliebe." In einem deutschen/österreichischen Lehrlingsritual heißt es:

deutsches

österreichisches

- "Bruder Erster Aufseher, warum nennen wir uns Freimaurer?

- Weil wir als freie Männer an dem großen Bau arbeiten.

- An welchem Bau, mein Bruder?

- Wir bauen den Tempel der Humanität.

- Bruder Zweiter Aufseher, welche Bausteine brauchen wir dazu?

- Die Steine, deren wir bedürfen, sind die Menschen.

- Was ist notwendig, um sie fest miteinander zu verbinden?

- Menschliebe, Toleranz und Brüderlichkeit sind der Mörtel des Tempelbaus." 9

- "Bruder Zweiter Aufseher, warum nennen wir uns Freimaurer?

- Weil wir als freie Männer bauen am Tempel der allgemeinen Menschenliebe.

- Mit welchen Steinen bauen wir diesen Tempel?

- Unsere Bausteine sind die Menschen.

- Bruder Erster Aufseher, was bindet diese Steine zu einem Ganzen?

- Die Brüderlichkeit." 10

In dieser deutschen Ritualkunde heißt es weiter: "Der Freimaurer erkennt im Weltenbau, in allem Lebendigen und im sittlichen Bewusstsein des Menschen das Wirken eines göttlichen Schöpfergeistes und verehrt ihn als den Großen Baumeister der Welten. ... Er (der Tempel der Humanität) ist das Symbol einer idealen Welt, der Religion geweiht, in der alle Menschen übereinstimmen, um die Menschen einem besseren und glücklicheren Leben näher zu bringen. Die Freimaurerei greift grundsätzlich nicht in die Angelegenheiten der Kirche und Religionsgemeinschaften ein, ..." 11

Damit ist auch bereits das wesentlichste Problem mit der katholischen Kirche skizziert, die sich als Offenbarungsreligion im alleinigen Besitz der Wahrheit eines - ihres - einzigen Gottes sieht.

Rainer Hubert schreibt im Katalog des österreichischen Freimaurer Museums Rosenau: "...daß es sich bei der Maurerei um eine Sache handelt, über die man schwer objektiv berichten und diskutieren kann, weil ihr eigentlicher Inhalt das Erleben jedes einzelnen Freimaurers ist." 12

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