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Der süße Tod Warum Zucker süchtig macht, wie er die Diabetes- und Adipositas-Epidemie verursachte und was wir dagegen tun können von Taubes, Gary (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.12.2018
  • Verlag: riva
eBook (ePUB)
15,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Ab 27.12.2018 per Download lieferbar

Online verfügbar

Der süße Tod

Jeder von uns konsumiert Zucker, aber kaum jemand ist sich bewusst, was er in unserem Körper auslöst. Zucker steht in direktem Zusammenhang mit Diabetes, Adipositas und weiteren Erkrankungen, die bei Erwachsenen und sogar Kindern weiter verbreitet sind als je zuvor - und sogar tödlich enden können. Gary Taubes macht sich in seinem Buch auf die Suche, wann der Zucker seinen Todesfeldzug gestartet hat, und durchforstet seine Geschichte in westlichen Ländern: vom Einsatz als Konservierungsmittel, als Zusatzstoff in Zigaretten bis zum heutigen übermäßigen Gebrauch in zahlreichen Lebensmitteln, in denen man ihn gar nicht vermuten würde. Taubes klärt über die Zuckersucht auf, stellt den Zucker an den Pranger und entlarvt ihn als modernen Massenmörder.

Gary Taubes ist Journalist mit Spezialisierung auf die Bereiche Wissenschaft und Gesundheit sowie Mitbegründer der gemeinnützigen Organisation Nutrition Science Initiative. Er hat bereits mehrere Bücher zu den Themen Übergewicht und Ernährung veröffentlicht und erhielt für seine journalistische Arbeit zahlreiche Preise.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 27.12.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783745303360
    Verlag: riva
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Der süße Tod

KAPITEL 1
Droge oder Lebensmittel?

"Für uns war damals, 1923, der Bonbonladen in Llandaff der Nabel der Welt - wie die Kneipe für den Trinker oder die Kirche für den Bischof. Ohne diesen Mittelpunkt hätte unser Leben wenig Sinn gehabt. ... Süßigkeiten waren für uns das Wichtigste im Leben."

Roald Dahl, Boy: Schönes und Schreckliches aus meiner Kinderzeit, 1984

"Erinnern Sie sich an einen Augenblick, in dem der Geschmack von Honig und Zucker auf der Zunge Sie in Erstaunen versetzte, Sie berauschte. In einem solchen Süße-Erlebnis zu schwelgen, gelang mir nur aus zweiter Hand, und trotzdem hat es sich mir tief eingeprägt. Ich denke an die erste Bekanntschaft meines Sohnes mit Zucker, nämlich in Gestalt des Zuckergusses auf dem Kuchen zu seinem ersten Geburtstag. Ich kann nur nach Isaacs Miene urteilen (und nach seinem ungestümen Drang, das Erlebnis zu wiederholen), aber es war offensichtlich, dass seine erste Begegnung mit Zucker ihn berauscht hatte, ihn im wahrsten Sinne des Wortes in Ekstase versetzt hatte. Er war außer sich vor Entzücken, war Zeit und Welt entrückt. Zwischen den einzelnen Bissen starrte er mich entgeistert an (er saß auf meinem Schoß, und ich schob ihm gabelweise die Brocken Ambrosia in den sperrangelweit aufgerissenen Mund), als wollte er ausrufen: So was hat eure Welt zu bieten? Dieser Sache werde ich ab heute mein Leben widmen."

Michael Pollan, Die Botanik der Begierde, 2001

Und wenn Roald Dahl und Michael Pollan recht damit hätten, dass der Geschmack von Zucker auf der Zunge eine Art Rauschmittel darstellen kann, eine Droge? Stellen Sie sich eine Droge vor, die uns berauschen, uns mit Energie vollpumpen kann und die wir oral zu uns nehmen. Wir müssen sie uns nicht spritzen, müssen sie nicht rauchen oder sniffen, um ihre sublimen und beruhigenden Wirkungen zu spüren. Stellen Sie sich vor, dass sie sich mit praktisch jedem Lebensmittel und vor allem mit Flüssigkeiten gut mischen lässt und wenn sie Säuglingen und Kleinkindern gegeben wird, ein so tiefes und intensives Gefühl von Genuss hervorruft, dass das Streben danach zu einer lebenslangen Antriebskraft wird. Ein übermäßiger Konsum dieser Droge mag langfristig Nebenwirkungen haben, kurzfristige gibt es jedoch keine - kein Torkeln oder Taumeln, kein Lallen, keine Ohnmacht oder Abdriften, kein Herzrasen und keine Atemnot. Bei der Verabreichung an Kinder können die Auswirkungen lediglich ausgeprägtere Varianten der scheinbar natürlichen emotionalen Achterbahn der Kindheit sein, vom ersten "Rausch" bis zu Trotzanfällen und Quengeln, die ein paar Stunden später möglicherweise einen Entzug anzeigen (oder auch nicht). Unsere imaginäre Droge macht Kinder mehr als alles andere glücklich, zumindest für die Dauer, während der sie diese zu sich nehmen. Sie beruhigt ihre Not, lindert ihren Schmerz, fokussiert ihre Aufmerksamkeit und lässt sie begeistert und voller Freude sein, bis die Dosis aufgebraucht ist. Der einzige Nachteil ist, dass die Kinder eine weitere Dosis erwarten und sie vielleicht regelmäßig einfordern. Wie lange wird es dann dauern, bis Eltern unsere imaginäre Droge verwenden, um ihre Kinder bei Bedarf zu beruhigen, ihren Schmerz zu lindern, Ausbrüche von Unzufriedenheit vorzubeugen oder sie abzulenken? Und wurde die Droge erst einmal mit Genuss gleichgesetzt, wie lange dauert es dann noch, bis sie verwendet wird, um Geburtstage, ein gewonnenes Fußballspiel oder gute Schulnoten zu feiern? Wie lange noch, bis die Nutzung ein Mittel wird, um Liebe zu kommunizieren und Glück zu feiern? Wie lange noch, bis ein Familientreffen oder Treffen mit Freunden ohne diese Droge nicht mehr vollständig wäre, bis wichtige Feiertage teilweise durch die Nutzung dieser Droge definiert werden, um Genuss zu gewährleisten? Wie lange noch, bis die Benachteiligten dieser Welt mit Freude ihr weniges Geld für diese Droge ausgeben, anstatt für nahrhafte Mahlzeiten für ihre Familien?

Wie lange würde es dauer

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