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Das Leben der Eichhörnchen von Reichholf, Josef H. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.09.2019
  • Verlag: Carl Hanser Verlag München
eBook (ePUB)
15,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Ab 23.09.2019 per Download lieferbar

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Das Leben der Eichhörnchen

Was macht Eichhörnchen so faszinierend? - Josef H. Reichholf entführt in die unbekannte Lebenswelt direkt vor unserer Haustür. Mit akrobatischen Sprüngen turnt es durch die Baumwipfel, um wenig später äußerst geschickt Nüsse im Garten zu verstecken: Das Eichhörnchen, Sympathieträger Nummer eins unserer Tierwelt. Der renommierte Biologe Josef H. Reichholf zeigt, dass es dafür gute Gründe gibt. Schließlich macht es nicht nur großen Spaß, Eichhörnchen zu beobachten, wir können von ihnen und ihren Verwandten auch viel über uns selbst lernen. Reichholf erklärt, warum auch Eichhörnchen spielen, wie Siebenschläfer uns helfen können, unsere Herbstmelancholie zu überwinden - und wie er es mit einem Eichhörnchen zu tun bekam, das vom Himmel fiel. Eine spannende Naturkunde, die uns die Tiere mit anderen Augen sehen lässt. Prof. Dr. Josef H. Reichholf, 1945 in Niederbayern geboren, Evolutionsbiologe, war bis April 2010 Leiter der Wirbeltierabteilung der Zoologischen Staatssammlung München und Professor für Ökologie und Naturschutz an der Technischen Universität München. Er ist Träger der 'Treviranus-Medaille', der höchsten Auszeichnung der Deutschen Biologen, und des Grüter-Preises für Wissenschaftsvermittlung. 2007 wurde er zudem mit dem Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ausgezeichnet. 2010 wurde sein Bestseller 'Rabenschwarze Intelligenz' als 'Wissenschaftsbuch des Jahres' prämiert. Zuletzt erschienen von ihm Evolution - Eine kurze Geschichte von Mensch und Natur (2016), der als Wissensbuch des Jahres ausgezeichnete Band 'Symbiosen' und 'Haustiere' (beide 2017 in der Reihe Naturkunden) sowie Schmetterlinge - Warum sie verschwinden und was das für uns bedeutet (2018).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 176
    Erscheinungsdatum: 23.09.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783446265004
    Verlag: Carl Hanser Verlag München
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Das Leben der Eichhörnchen

Vorwort: Wie ich zu den Eichhörnchen kam

Mit einem vom Himmel gefallenen Eichhörnchen fing es an. Eine Frau ging im Münchner Norden gerade auf den Hof hinaus, als ihr etwas Kleines vor die Füße fiel. Es war ein winziges Eichhörnchenbaby. Zwei große dunkle Kugeln am Köpfchen, die Augen, waren daran am auffallendsten. Die Haut bedeckte sie noch vollständig. Das Fell war schwach entwickelt, aber erkennbar rotbraun. Das Schwänzchen sah fast wie zu einer jungen Ratte gehörend aus. Wahrscheinlich hatte eine Krähe das Eichhörnchen im Schnabel getragen und fallen gelassen, als sie von irgendetwas erschreckt wurde, vielleicht vom unerwarteten Erscheinen der Frau. Da ließ sie wohl ihre Beute los und zog es vor, fortzufliegen. Nun lag es auf dem Hof, das winzige Ding. Es lebte. Die Frau nahm es auf und überlegte, was tun. Das Eichhörnchenbaby allein zu lassen, bedeutete den sicheren Tod, gleichgültig, ob die Krähe wiedergekommen wäre, es zu holen, oder nicht. Ein Eichhörnchennest gab es in der Umgebung keines. Die Krähe hatte das Junge wahrscheinlich in einem Wäldchen am Rand der Siedlung erbeutet. Nun lag es viel zu weit entfernt für die Eichhörnchenmutter, um es zu finden. Der Tierarzt, den die Frau anrief und um Rat fragte, erklärte, er habe keine Erfahrung, wie man mit Eichhörnchenbabys umgeht. Da fiel ihr ein, dass sie jemanden kannte, der in der Zoologischen Staatssammlung arbeitete. Er war Schlangenspezialist. Wie man Eichhörnchenkinder großzieht, wusste er auch nicht. Er verfütterte lediglich ähnlich kleine Nager, nämlich junge Mäuse, an die Schlangen, die er in Terrarien hielt. Also riet er dazu, mich zu kontaktieren, da ich damals für längere Zeit kommissarischer Leiter der Sektion Säugetiere der Zoologischen Staatssammlung war.

Die Frau rief bei mir an, schilderte, was sich zugetragen hatte und bat um Rat, wie sie mit dem Eichhörnchen weiter verfahren sollte. In den Jahrzehnten meiner Tätigkeit in der Zoologischen Staatssammlung erreichten mich die seltsamsten Anfragen. Ziemlich verrückte mitunter. Diese war nun eine echte Herausforderung. Nicht allein deshalb, weil ich als Ornithologe nur vertretungsweise mit den Säugetieren zu tun hatte, bis die vakante Wissenschaftlerstelle wieder mit einem Säugetierkundler besetzt worden war. Vielmehr traf mich das Telefonat emotional. Denn gut ein Jahrzehnt vorher hatte ich mich in einer ähnlichen Lage befunden. Zwei Siebenschläferbabys lagen damals vor mir in einer Schachtel und es galt, sie aufzuziehen. Eines überlebte und wurde das reizendste Tierchen, mit dem ich je zu tun hatte. An diesen Siebenschläfer, den wir Schmurksi genannt hatten, erinnerte mich der Anruf und auch daran, dass er nicht mehr lebte. Er war in einem Frühjahr nicht mehr aus dem Winterschlaf erwacht, nachdem er viele Jahre bei uns gelebt hatte. Meine Erinnerung an Schmurksi rettete nun dem Eichhörnchenkind das Leben. Es sollte auch überleben, wie jenes Siebenschläferbaby. Also erzählte ich der Dame von meinen Erfahrungen mit den Siebenschläfern, betonte aber, dass mir vergleichbare mit Eichhörnchen fehlten. Ich würde mich bemühen, alles Verfügbare in der zoologischen Fachliteratur zusammenzusuchen und für die Beratung zu verwerten. Sie könne mich jederzeit anrufen.

Akut ging es aber um Wärme und Milch für das Kleine. Aus der Erfahrung mit Schmurksi riet ich ihr, Ersatzmilch aus Babytrockenmilch zu fertigen, mit einem kleinen Vitamintropfen eines Multivitaminpräparates anzureichern und über ein Schwämmchen zu bieten. Das ist wichtig, weil die Kleinen gegen die Brust der Mutter drücken. Dieses Milchstoßen regt den Milchfluss an. Saugen können sie in dem so winzigen Zustand noch nicht richtig. Die Milch darf nicht in die Nase und weiter in die Lunge geraten. Das Eichhörnchen würde daran ersticken. Ein noch größeres Problem war die Wärme. In diesem winzigen Zustand konnte das Baby nicht einfach auf einem Heizkissen gelagert werden, außer es w

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