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Glück ist in der kleinsten Hütte Unser Traum vom Tiny House von Dau, Nicole (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.05.2019
  • Verlag: Piper Verlag
eBook (ePUB)
12,99 €
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Glück ist in der kleinsten Hütte

Noch vor einem Jahr drehte Nicole einfach die Heizung höher, wenn ihr kalt war - heute geht sie raus, um Holz für den Kamin zu hacken . Damals traf man sich in der Bar gleich nebenan - heute sitzen sie und ihr Mann lieber mit Freunden um ein Lagerfeuer und bestaunen die Sterne. War Nicole früher oft ausgebrannt und müde , hat sie heute nur dann Augenringe, wenn der Hahn morgens um fünf zu krähen anfängt. Was als Schnapsidee zweier Großstädter begann, wurde für Nicole und Carsten zum Upcycling-Traum mitten in der Natur : In vielen Stunden Handarbeit verwandelten sie einen alten Bauwagen in ein gemütliches Zuhause vor den Toren Hamburgs und wurden damit zu Vorreitern der Tiny-House-Bewegung, die immer mehr Anhänger findet. Nicole Dau (33) studierte Geowissenschaften in Freiburg im Breisgau und Bremen. Über denWissenschaftsjournalismus gelangtesie in den PR-Bereich, wo sie heute als Beraterin und Trend Scout für eine Kommunikationsagentur in Hamburg tätig ist. Zusammen mit ihrem Mann Carsten und drei Meerschweinchen lebt sie in ihrem selbst gebauten Tiny House im Wendland bei Hamburg.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 02.05.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492993982
    Verlag: Piper Verlag
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Glück ist in der kleinsten Hütte

Mein brummendes Wohnzimmer

Vor dem Rauch, dem Leben auf dem Land und im Tiny House ist einfach alles irgendwie festgefahren. Jeder Tag fühlt sich gleich an. Ich wohne mit Carsten in einer kleinen Zweizimmerwohnung in Hamburg, mitten in Altona, und habe eine 40-Stunden-Woche in einer Agentur. Am Anfang ist es spannend. Der Irgendwas-mit-Medien-Job, das trendige Szeneviertel, an jeder Ecke coole, kleine Bars und Lädchen mit coolem, kleinen Nippes. Immer ist etwas los, ein buntes Treiben aus Menschen. Doch dann gehen ein paar Jahre ins Land, und etwas in mir ändert sich. Ich gehe nicht mehr in die Bars und auch nicht mehr in die Lädchen. Das bunte Treiben wird zu einem anstrengenden, hektischen Rauschen. Ich habe das Gefühl, nur noch vor dem Computer zu sitzen, und selbst am Wochenende ist es höchstens ein bisschen Haushalt, ein bisschen Einkaufen, vielleicht mal noch die Freunde treffen. Aber auch dazu habe ich kaum noch Lust und Energie. Das ist ohnehin das Hauptproblem. Wo ist auf einmal meine Energie hin? Früher konnte ich kaum still sitzen, wollte immer losziehen, Menschen treffen, Abenteuer erleben. Stattdessen bin ich auf einmal zu dem geworden, was ich bei anderen Menschen immer anprangere: ein selbstmitleidiges Opfer meiner Unfähigkeit, das Leben in die eigene Hand zu nehmen. Dieses ständige Nörgeln und Unzufriedensein, ohne jemals wirklich etwas daran zu ändern. Wie war das nur passiert? Ich hatte auch schon zuvor immer mal Phasen, in denen ich mich nicht mehr wohlfühlte. Mein Patentrezept dagegen: umziehen, alle Brücken abreißen, neuer Ort, neue Wohnung, neuer Job. Alles auf Anfang und wieder neue Erfahrungen sammeln. In zweiunddreißig Lebensjahren bin ich bereits elfmal umgezogen. Diesmal fühlt sich diese Option aber falsch an. Ich finde Hamburg eigentlich trotz der Hektik nach wie vor interessant. Auch mein Job gefällt mir, nur eben nicht in diesem zeitintensiven Ausmaß. Dadurch habe ich auf einmal eine örtliche Bindung, die ich früher so nicht kannte - auch durch Carsten. Als Heilpraktiker für chinesische Medizin hat er sich über die Jahre schließlich seinen Patientenstamm in Hamburg aufgebaut. Außerdem: Was wäre denn die Alternative? Gibt es einen anderen Job, den ich machen möchte? Und wie sähe der aus? Wo will ich leben? Kurz und knapp: Wie soll es weitergehen? Einfach den Kopf in den Sand stecken oder sich lieber wie ein Erdmännchen neugierig aufrichten und Ausschau nach dem nächsten Coup halten, oder Feind, was eben gerade da ist? Ich wähle das Erdmännchen. Ich schaue mich um und spüre, dass ich gerne Hilfe hätte, vielleicht auch einfach nur einen Schubs in die richtige Richtung. Etwas, das mich aufrüttelt.

"Du bist eigentlich die Königin des Waldes, versteckst dich aber unter dem Deckmantel eines Gnoms", höre ich Alex sagen. Ich strecke mich und blinzle. Wie war das gerade? Bis eben lag ich noch auf einer Liege, während Alex mit den Händen über meinen Körper gefahren ist und mir dabei Fragen stellte. Wie fühlt sich das an? Atmest du tief durch, oder hältst du die Luft an? Wenn ich deine Schläfen berühre, spürst du etwas an deinen Füßen? Glaubst du, dass dir als Kind ein Engel mit den Flügeln über das Gesicht gestrichen hat? Na gut, den letzten Teil füge ich in Gedanken hinzu. Ich bin etwas nervös. Alex ist Körpertherapeutin. Ihre Methode nennt sich Cranio-Sakral-Therapie. Ich hatte vor meiner Zeit auf Alex' Liege noch nie etwas davon gehört. Aber auf der Suche nach meinem Schubs landete ich bei ihr. Sie strahlt Ruhe aus, Fröhlichkeit und hat ein offenes Lachen. Ich bin mir nicht ganz sicher, was sie da tut. Ich erzähle ihr davon, dass ich unglücklich bin und nicht weiß, wie ich das ändern kann. Dass ich wütend bin, weil ich mir albern und wehleidig vorkomme. Dass ich noch wütender werde, weil ich nicht weiß, was ich tun muss, um mich nicht mehr so zu fühlen. Sie nickt, hört sich meine Sorgen an, stellt ihre Fragen. Sie fragt nicht, ob ich ein

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