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Auf vertrauten Pfaden Jagderzählungen von Schütz, Lothar (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.07.2016
  • Verlag: BLV Buchverlag
eBook (ePUB)
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Auf vertrauten Pfaden

Jagderzählungen aus dem heimischen Sauerlandrevier. Das ideale Geschenkbuch für Jäger. Schwarzwild unter Schnepfen - Launen der Natur - Jährlingsböcke - Zuerst das Kitz! - Es muss nicht immer ein Bock sein - Besondere Hasen - Der Geburtstagsfuchs - Winter im Revier - Begegnung an einem Vorweihnachtsabend - und viele andere Geschichten. Lothar Schütz, geboren 1950 in Breckerfeld und aufgewachsen auf einem Bauernhof im Sauerland. Fast 45 Jahre im Gemeinwesen tätig, zuletzt als Bürgermeister. Legte schon in seiner Jugend den Jagdschein ab und ist seitdem als Mitjäger bzw. Mitpächter fast immer seinem heimatlichen Revier im Sauerland treu geblieben. Parallel auch immer aktiv im Hegering und besonders engagiert in der Öffentlichkeitsarbeit. Seine Jagderlebnisse hält er gerne in Worten fest und veröffentlichte daraus bereits einige Geschichten in verschiedenen Jagdzeitschriften.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 27.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783835462113
    Verlag: BLV Buchverlag
    Größe: 1719 kBytes
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Auf vertrauten Pfaden

Dreißig Jahr und dreißig Schritt

In den alten Buchen am Hang des Spielbergs, auf denen das Licht der Morgensonne liegt, ruft wieder der Ringeltauber. Jäh war er verstummt, als der Schuss brach und Eichelhäher und Amsel heftig zu zetern begannen. Den Drilling in den Händen, beobachte ich den kleinen braunen Hügel im Gras der Wiese. Aber dort rührt sich nichts mehr. Aufatmend lehne ich mich zurück und stelle die Waffe ab. Was ist geschehen?

Bei schwindender Dämmerung habe ich die Ansitzleiter bezogen. Vor mir die schmale Wiese mit angrenzendem kleinem Wildacker, darüber ein Fichtenstangenholz und Laubwald mit Buche und Eiche. Es gilt einem älteren Bock, der mir schon im Frühsommer aufgefallen war, sich dann aber rarmachte und erst in der Blattzeit wieder auftauchte. Da konnte er dem hier regelmäßig im Grünland austretenden weiblichen Rehwild nicht widerstehen und verließ die schützenden Wälder. Mein erster Eindruck vom Alter des Bockes bestätigte sich, und ich entschloss mich, ihn zu erlegen. Aber wie das so ist, aus unterschiedlichen Gründen wollte es nicht gelingen, und die "hohe Zeit" des Rehwildes neigte sich nun allmählich dem Ende zu. An den vergangenen Tagen habe ich mehrfach auf einer anderen Leiter, die drüben hinter dem Wildacker im Laubholz steht, gesessen. Ich sah oder vernahm den Bock im Bestand treiben, kam aber nicht zu Schuss. Auch gestern saß ich dort. Ein glutheißer Augusttag klang mit einem angenehm warmen Abend aus. Beizeiten trat ein Schmalreh auf den Wildacker. Meine Hoffnung, dass der Bock folgen möge, erfüllte sich nicht. Es blieb ruhig und hatte den Anschein, als sei hier mit Brunftbetrieb nicht mehr zu rechnen. Spät schnürte ein Jungfuchs über die Wiese, und als im Holz der Waldkauz rief, baumte ich ab.

Heute Morgen habe ich mich für diese nur einen weiten Büchsenschuss entfernte kleine Ansitzleiter in dem Heckenstreifen zwischen den Hangwiesen entschieden. Wieder kündigt sich ein schöner Sommertag an. Über dem Grünland jagen Rauchschwalben und lassen ihr Gezwitscher hören, ein Rotkehlchen singt in den Haselsträuchern, und oben im Altholz ruft unermüdlich der Tauber. Im Übrigen ist es still; die zahlreichen gefiederten Sänger, die im frühen Mai den Jäger bei Pirsch und Ansitz auf den Bock mit ihrem Konzert begleiten, sind längst verstummt. Ich genieße den Morgen vor den Terminen des Tages. Was fehlt, ist ein rehroter Fleck auf grünem Grund.

Mittlerweile ist die Dämmerung gewichen. Vom Dorf und vom Industriegebiet im Tal sind die Geräusche des aufkommenden Tages zu vernehmen. Menschen gehen ihrem Broterwerb nach. Ich blicke zur Uhr. Noch etwa eine Stunde, dann wird es allmählich auch für mich Zeit, die Pflichten des Tages zu erfüllen.

Da kommt mir der Gedanke, es mit dem Blatter zu versuchen. Maßvoll eingesetzt ist dies ja, vor allem zum Ende der Rehbrunft, durchaus ein sinnvolles Mittel, den Bock auf die Läufe zu bringen. Fiepen und Angstgeschrei vom Buchenblatt oder vom Lockinstrument sollten aber wohlüberlegt sein, andernfalls ist ein Revier schnell verblattet. Und bei der Vielzahl von Störungen, denen unser Wild heute ausgesetzt ist, sollte nicht ausgerechnet der Jäger noch weitere hinzufügen.

Ich hole also das Instrument aus Haselholz aus der Tasche, setze es an die Lippen, und schon schallen die Fieptöne über die Wiese und in den Wald. Die Wirkung ist verblüffend. Denn kaum habe ich den Blatter abgesetzt, da ist gegenüber eine Bewegung, und aus den das Fichtenstangenholz säumenden Sträuchern tritt, nein "springt" ein Reh auf die Wiese und sichert zu mir herüber. Ein Bock - das erkenne ich ohne Glas, aber ist es der Gesuchte? Eigentlich kann es keinen Zweifel geben, doch möchte ich mich vergewissern. Dabei heißt es äußerst vorsichtig zu sein, denn meine Deckung auf der offenen Leiter ist nur spärlich, ich darf aber auch nicht zögern, weil es den Bock möglicherw

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