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Gute Imkerliche Praxis Artgerecht, rückstandsfrei und nachhaltig von Ritter, Wolfgang (eBook)

  • Verlag: Verlag Eugen Ulmer
eBook (ePUB)
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Gute Imkerliche Praxis

Gute Imkerliche Praxis bedeutet gesunde Bienen sowie die Gewinnung von sicheren Lebensmitteln und anderen Bienenprodukten. Dieses Buch ist der erste Leitfaden dazu, wie Sie Schritt für Schritt und leicht nachvollziehbar, Ihre Bienen artgerecht betreuen und gesunde Produkte umweltfreundlich gewinnen. Viele Fotos und Checklisten helfen Ihnen dabei, durch standardisierte und dokumentierte imkerliche Tätigkeiten und Abläufe, Ihre Bienenvölker optimal zu führen, die relevanten Vorgaben von Arzneimittelgesetz, Bienenseuchenverordnung, Honigverordnung, Lebensmittelgesetz und anderer Vorschriften einzuhalten, dadurch Rückstände zu vermeiden und die Qualität Ihrer Bienenprodukte zu sichern. Dr. Wolfgang Ritter ist Biologe, Fachautor, Bioimker und Leiter des Fachbereichs Bienen sowie des internationalen Referenzlabors am CVUA Freiburg/Tierhygiene. Er betreibt Forschungen über Gesundheit und Haltung von Honig-bienen und hat diese in zahlreichen wissenschaftlichen Artikeln veröffentlicht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 236
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783818603113
    Verlag: Verlag Eugen Ulmer
    Größe: 36737 kBytes
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Gute Imkerliche Praxis

2.1 Nicht zu groß und nicht zu klein wählen

Doch woher soll man wissen, was die Bienen wollen? Am besten lässt man sie entscheiden: Tom Seeley tat dies in seinen Experimenten mit Bienenschwärmen und bekam eine eindeutige Antwort: Nicht zu groß und nicht zu klein, am besten um die 30 bis 60 Liter Nestvolumen. Dies überrascht nicht, denn kleine Volumen lassen sich besser kontrollieren und sauber halten. Noch wichtiger aber, sie zwingen die Bienen, sich bald durch Schwärmen zu vermehren.

Gerade das Schwärmen ist für ein Wildvolk lebenswichtig. Nur so besteht die Chance, sich schnell an neue Situationen anzupassen oder ungünstigen auszuweichen. Der Schwarm kann sehr gut beurteilen, ob eine Nisthöhle geeignet ist. Ob der Nistplatz aber eine ausreichende Versorgung das ganze Jahr über bietet, zeigt sich erst, wenn das Volk eine Saison überlebt hat. Deshalb sterben in der Natur viele der neu gegründeten Völker schon im ersten Jahr. Durch schnelles und häufiges Schwärmen wird dieser Nachteil aber wieder ausgeglichen, denn mit jedem neuen Schwarm steigt die Chance, einen "Treffer zu landen", das heißt einen geeigneten Nistplatz zu finden.

Ein weiterer Vorteil der kleinen Nisthöhle ist, dass das Volk nicht zu groß wird, alles besser kontrollieren kann und weniger Winterfutter braucht. Es ist also schneller mit dem Sammeln fertig und kann sich auf die Grundversorgung konzentrieren. Nebenbei beschleunigt die häufige Vermehrung die natürliche Selektion und Anpassung an neue Lebensbedingungen.

Die Bienenkiste ist kleinvolumig und man kann sie nur von unten öffnen. Die Honigwaben hinter dem Brutnest, hier im Bild oben, haben die Bienen ohne Bauvorgaben selbst gestaltet.

Doch weder das Schwärmen noch die Anlage von kleinen Futtervorräten sind im Sinne der meisten Imker. Das Ziel ist, dem Volk viel Platz in eher größeren Beuten zu bieten, um das Schwärmen möglichst lange hinauszuzögern. Was, wie wir aus der Praxis wissen, jedoch nicht immer gelingt. Auch wird versucht, möglichst große Völker aufzubauen, weil dies höhere Honigerträge verspricht. Die Größe der Beute ist nur begrenzt durch die gewünschte Mobilität beim Wandern und die Bearbeitbarkeit.
IM STABILEN BAU BEOBACHTEN

Logischerweise weist das natürliche Nest immer einen stabilen Bau, also fest verbaute Waben auf. Was sollten die Bienen auch mit Holzträgern oder beweglichen Rähmchen anfangen? Die Wabenentnahme übernehmen im natürlichen Nest die Wachsmotten. Sie fressen bevorzugt bereits bebrütete, alte Waben auf, wenn sie von den Bienen nicht mehr kontrolliert werden. Dann bleiben nur noch Krümel übrig.

Sind neue Waben nötig, werden sie von den Bienen gebaut. Und zwar nur bei Bedarf, denn Energieaufwand und Futterverbrauch sind viel zu groß, um "auf Vorrat" zu bauen.

Im Stabilbau hat man als Imker kaum eine Chance, die wichtigen Vorgänge im Volk zu erkennen: Legt es Eier, hat es genügend Futter und schwimmen die Maden im Saft, ist das Brutbild lückig oder die Brut gesund? Natürlich kann man auch Völker im Stabilbau auf Krankheiten untersuchen. Meist ist dies aber nur auf Umwegen beispielsweise mit Hilfe von Labordiagnosen möglich. Es gibt also keinen Grund, den Stabilbau deswegen abzulehnen.

Die Top-Bar-Beute eignet sich wegen der Nähe zum natürlichen Nest und dem schonenden Umgang mit den Bienen besonders für Demonstrationen und Lehrveranstaltungen. Im Gegensatz zum Stabilbau bietet sie die Möglichkeit, auch die Vorgänge im Bienenvolk kennenzulernen.
MOBILEN BAU NUTZEN

Bei der Bienenhaltung im Altertum auf Kreta hatte man bereits einen mobilen Bau in Tonkrügen entwickelt. Die genaue Breite der Oberträger und die Schräge der Gefäßwände verhinderten, dass die Waben an- oder zusammengebaut wurden. Dadurch waren sie beweglich und konnten leicht h

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