text.skipToContent text.skipToNavigation

Mit Rucksack & Gitarre Auf dem Chemin de R. L. Stevenson durch die Cevennen von Battiston, Lino (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.12.2015
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
5,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Mit Rucksack & Gitarre

Auf dem Chemin de R. L. Stevenson nimmt der Autor den Leser mit durch die wilde einsame Berglandschaft der Cevennen. Kurzweilig und spannend, voller liebenswerter Anekdoten, immer wieder ergänzt mit poetischen Zitaten, schildert er detailliert seinen Weg, den er, nicht wie Stevenson mit einer Eselin, sondern mit einer selbstgebauten Wandergitarre geht. Selbst für Nicht-Wanderer eine unterhaltsame Lektüre, die zum Wandern animiert, und - wer weiß? - eines Tages durch die Cevennen führt.

Lino Battiston, 1953 geboren, ist Gitarrist, Gitarrenlehrer, Liedtexter und Komponist zahlreicher Gitarreninstrumentals. Seine Erfahrungen aus über 30 Jahren Gitarrenunterricht hat er in einem abwechslungsreichen Lehrkonzept zusammengefasst. Unter dem Namen "Saitenweise" sind eine Gitarrenschule und mehrere weiterführende Hefte entstanden. Seine große Leidenschaft gilt neben der Musik auch dem Wandern. In seinem Buch "Tage in der Provence" erzählt er mit Kurzgeschichten und instrumentaler Gitarrenmusik auf beigefügter CD von seinen Erlebnissen an der Ardèche in Südfrankreich. Sein Reisetagebuch "Mit Rucksack & Gitarre" ist dem Wandern in den Cevennen gewidmet, inspiriert durch den schottischen Schriftsteller R. L. Stevenson.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 136
    Erscheinungsdatum: 15.12.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732212897
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 5082kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Mit Rucksack & Gitarre

Auf einsamen Wegen

Von Le Monastier nach Le Bouchet

" V om Kirchturm in Le Monastier schlug es neun, als ich die Anfangssorgen los war und über die Gemeindewiese den Hügel hinabschritt." (Stevenson)

Begleitet von leichtem Nieselregen startete ich, etwa um die gleiche Zeit wie damals Stevenson, an dessen Denkmal. Der Weg führte allerdings nicht mehr über die Gemeindewiese, sondern über eine asphaltierte Straße hinab ins Tal. Auch ich war die Anfangssorgen los, freute mich auf den Tag und war voller Zuversicht, auch das heutige Etappenziel problemlos zu meistern. Bald überquerte ich das kleine Flüsschen Gazeille. Ein großes ovales Schild, auf dem die Porträts von Stevenson mit seiner Eselin zu sehen waren, wies mir den leicht ansteigenden Weg in ein Wäldchen. Auf halber Höhe gestattete mir eine kleine Lichtung noch einen letzten Blick auf die in Dunstschleier gehüllten Häuser von Le Monastier.

Sollte es wohl hier gewesen sein, wo Stevenson auf seine störrische Eselin Modestine mit einer Gerte eingedroschen hatte, um sie zum Weitergehen zu bewegen? "Mein Arm schmerzte wie Zahnweh von dem unablässigen Prügeln", erzählte er. Da war meine Modestine, die am Rucksack klammernd, gut verpackt und wohlbehütet träumte, gegenüber seiner Eselin sehr zu beneiden. Aber was macht man nicht alles für seinen Liebling. Die rund 2 kg an zusätzlichem Gewicht zu schultern, nahm ich gerne in Kauf. Dafür half sie mir beim Abtauchen in die Tiefen des Wanderglücks, wenn ich allabendlich, oder auch mal zwischendurch, über ihre Saiten streichen durfte. Wandern und Gitarre gehören für mich seit eh und je zusammen.

Schwitzend erreichte ich an diesem schwülwarmen Vormittag eine Anhöhe, von wo aus sich eine leicht hügelige sattgrüne Weidelandschaft vor mir ausbreitete. Weiße Dunst- und Nebelschleier hingen über den Feldern und sammelten sich in den Tälern zu kleinen Seen. Ich wanderte über rote Erde, vorbei an Zäunen, Trockensteinmauern und vereinzelten Bäumen, die wie versteinert, völlig reglos am Wegesrand standen. Nicht einmal der kleinste Windhauch war zu verspüren, der ihre Blätter hätte bewegen können. Nur ein paar Milchkühe, die wiederkäuend hinter dem Stacheldrahtzaun auf der Weide lagen, drehten sich müde nach mir um. Während meine Blicke über ein stilles, unwirkliches, fast wie ein Gemälde aussehendes Landschaftsbild schweiften, kehrte eine tiefe Ruhe und Gelassenheit in mir ein. Zeit für Gedanken.

"Der Anblick des ruhenden Landes tut ihm in der Seele wohl. Etwas Besseres als Musik liegt in dieser weiten, ungewohnten Stille, und sie stimmt ihn auf freundliche Gedanken ein, so wie das Murmeln eines Baches oder die Wärme des Sonnenscheins." (Stevenson)

Weidelandschaft auf dem Weg nach Le Cros

So wanderte ich, den leisen Regen ignorierend, gemächlich in zufriedener und froher Gemütslage weiter. Der Weg führte mich an kleinen Häuseransammlungen und einsamen Bauernhäusern vorbei. Ich genoss das Alleinwandern und freute mich über die freilaufenden glücklichen Hühner, die scharrend und gackernd am Straßenrand pickten, oder über Pferd und Esel, die in Eintracht eine große Koppel teilten. Nur einmal bekam ich einen Menschen, einen greisen Mann zu Gesicht, der in seinem Gemüsegarten stand und mir neugierig, mit beiden Händen auf seine Hacke gestützt, nachblickte.

In Le Cros, einem Dörfchen unweit von St-Martin-de-Fugères gelegen, fand meine Seelenruhe ein jähes Ende. Plötzlich kam aus einer offen stehenden Stalltür, ein laut bellender Hund von nicht geringer Größe auf mich zugehetzt. In wenigen Sekunden hatte er mich erreicht und schien bereit, mir an die Kehle zu springen. Sein schmutziges schwarzes Fell interessierte mich weniger, als sein furchterregendes, mit scharfen Zähnen bestücktes Maul, aus dessen Schlund mir eine Mischung aus Gebell, Geknurre und Gefauche unaufhörlich entgegenschlug. Ich vermied

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen

    HOFER life eBooks: Die perfekte App zum Lesen von eBooks.

    Hier findest Du alle Deine eBooks und viele praktische Lesefunktionen.