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Bewegung, Spiel und Sport in der Ganztagsschule Bilanz und Perspektiven

  • Erscheinungsdatum: 08.09.2011
  • Verlag: Meyer & Meyer
eBook (ePUB)
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Bewegung, Spiel und Sport in der Ganztagsschule

In diesem Sammelband werden in vier Teilen die Fragestellungen und Perspektiven ausführlich vorgestellt, die in den zurückliegenden Jahren die Fachdiskussion und die Entwicklung der Ganztagsschule in Deutschland in Theorie und Praxis geprägt haben. Bewegung, Spiel und Sport gehören mit unterschiedlichen Akzentsetzungen zu den häufigsten und beliebtesten Lern-, Förder- und Freizeitangeboten in der Ganztagsschule. Wissenschaftler aus der Schul- und Sportpädagogik, Bildungsreferenten aus Sportfachverbänden und Mitglieder des Expertenpools der Deutschen Sportjugend berichten und informieren über die historische und aktuelle Entwicklung der Bewegungs- und Sportangebote, ihre pädagogischen und politischen Hintergründe und die verschiedenen Konzepte und Ansätze in der Zusammenarbeit von Schulen und Sportvereinen im Ganztag. Ergebnisse aus der empirischen Begleitforschung zu den Entwicklungsprozessen in Ganztagsschulen und Sportvereinen mit ihren Angeboten für Bewegung, Spiel und Sport und der Ausblick auf die europäische Dimension der Ganztagsschule runden den Band ab. Roland Naul lehrt Sportwissenschaft und Sportpädagogik an der Universität Duisburg-Essen und leitet dort das Willibald-Gebhardt- Institut - Forschungsinstitut für Sport und Gesellschaft e. V. Seine Arbeitsschwerpunkte sind der Kinder- und Jugendsport in Schule und Sportverein. Er hat zahlreiche Bücher und Artikel zu verschiedenen Themenstellungen des Schulsports (u. a. zur Olympischen Erziehung in dieser Buchreihe) und zur Entwicklung und Förderung eines aktiven Lebensstils bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland und Europa veröffentlicht. Als Gastprofessor lehrte und forschte er an mehreren Universitäten in Europa und den USA.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 08.09.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783840330513
    Verlag: Meyer & Meyer
    Größe: 5904 kBytes
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Bewegung, Spiel und Sport in der Ganztagsschule

Kapitel 2 ROLAND NAUL
Ganztägiges Lernen mit Turnen, Spiel und Sport - historische Entwicklungslinien zwischen Schule und Sportverein

Einleitung

Das Thema Ganztagsschule hat in den letzten Jahren den organisierten Sport sowohl auf der Ebene der nationalen Sportfachverbände, wie z. B. beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV), dem Deutschen Handball-Bund (DHB) und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) einschließlich der Deutschen Sportjugend (dsj), als auch auf Länderebene bei den Sportjugenden in den verschiedenen Landessportbünden (LSB) und bei ihren Mitgliedsverbänden aus dem Sport (z. B. Fußballverband Niederrhein) zu zahlreichen Informationsveranstaltungen und Stellungnahmen geführt. Dabei wurden Möglichkeiten und Grenzen, Risiken und Chancen mit unterschiedlichen positiven und negativen Vorzeichen erörtert. Zunächst beherrschten Sorgen um die befürchteten negativen Auswirkungen der neuen, offenen Ganztagsschule die Diskussion. Mitgliederschwund im Jugendbereich der Vereine, Konkurrenz bei den Hallenbelegplänen am Nachmittag und möglicherweise der Verlust von ehrenamtlichen Kräften und nebenberuflich tätigen Übungsleitern aus den Vereinen bestimmten die Sorgen in den frühen Stellungnahmen (2003-2005). Kaum stellte sich mit ersten Evaluationsdaten eine nüchterne Betrachtung der tatsächlichen Auswirkungen ein, sorgte die hinterrücks eingeführte, gebundene Version einer Ganztagsschule als Variante eines Gymnasiums, das in acht Jahren zum Abitur führen sollte (G8), für den erneuten Anschub der Kritik. Denn in der Tat wurde und wird mit dieser zwangsweisen Beschulung aller Kinder und Jugendlichen in den Unter- und Mittelstufen dieser Gymnasien am Nachmittag vielen Jugendlichen ihr Zeitbudget gestohlen, um an Spiel und Sport in ihren Sportvereinen teilzunehmen. Nicht selten führte die berechtigte Kritik an den Auswirkungen einer missratenen Reform des G8-Gymnasiums für Spiel und Sport der Kinder und Jugendlichen in den Klassen 5-9 zu einem Rundumschlag gegen alle Formen ganztägigen Lernens bei Vertretern des organisierten Sports, selbst gegen jene Formen einer Ganztagsschule, bei denen Bewegung, Spiel und Sport eben nicht zu kurz kommen, sondern sogar neue Chancen für mehr Bewegungszeiten am Nachmittag eröffnen.

Das Thema Ganztag ist in sich vielschichtig besetzt, wenn es um "Pro" und "Contra" aus Sicht des organisierten Sports geht. Unterschiedliche regionale Entwicklungen sowohl im außerunterrichtlichen, offenen Ganztagsbetrieb der freiwillig teilnehmenden Schülerschaft als auch in gebundener Form mit dem verpflichtenden Unterricht am Nachmittag für alle Schüler einer Klasse oder Schule bestimmen das aktuelle Bild. Schulbezogene Beispiele für "Best Practice" und "Bad Practice" beider Varianten des Ganztagsbetriebs, bei denen Kinder von den Angeboten von Bewegung, Spiel und Sport einmal profitieren, ein anderes Mal aber diese Angebote mehr oder weniger freiwillig nachmittags aus ihrem Freizeitbudget ausgegrenzt werden, markieren die aktuellen Entwicklungslinien.

Bei der IZBB-Initiative, die diese Diskussion für den organisierten Sport auslöste, ging es in erster Linie um eine sozial-, bildungs- und arbeitsmarktpolitische Initiative: die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, besonders für Frauen; eine Verbesserung der Schulleistungen, besonders bei Kindern und Jugendlichen aus bildungsschwachen oder bildungsfernen Elternhäusern; schließlich eine Verringerung der Quote von Hauptschülern, die ohne Abschluss ihre Schule verlassen, aber mit einem qualifizierten Schulabschluss leichter einen Ausbildungsplatz im Beschäftigungssystem finden sollten. An eine Förderung von Gesundheit, Bewegung oder Sport war freilich nicht gedacht. Eine empfohlene, frühe Stundentafel des Bundesministeriums für Bildung und Wissenschaft (BMBW), als Beispiel für eine offene Ganztagsschul

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