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Talenterkennung und Talentförderung im Fußballsport Untersucht am Beispiel des Fußballsports von Friedrich, Mirko (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.10.2003
  • Verlag: GRIN Verlag
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Talenterkennung und Talentförderung im Fußballsport

Examensarbeit aus dem Jahr 2001 im Fachbereich Sport - Sportökonomie, Sportmanagement, Note: 2,0, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Sprache: Deutsch, Abstract: In Deutschland wird schon seit einigen Jahren viel diskutiert, ob die Jugendarbeit im Fußball erfolgreich und zukunftsweisend ist. Maßstab hierfür sind die Erfolge der Bundesligamannschaften auf der europäischen 'Fußballbühne' und die der Nationalmannschaft. Sie hat gerade aufgrund ihres weniger erfolgreichen Auftretens bei der Europameisterschaft 2000 Diskussionen über eine Nachwuchsproblematik im deutschen Fußball ausgelöst (Vgl. PFEIFER/RÖSER 2000, S. 14-15). Obwohl sich der deutsche Nachwuchs im internationalen Vergleich weit vor England, Frankreich und Italien befindet (Vgl. PFEIFER 1999, S. 16-17), werden besonders die Nachwuchskonzepte der europäischen Nachbarn mit wohlwollender Anerkennung gesehen. Dabei werden besonders die Konzepte des Europa- und Weltmeisters Frankreich und die der Niederlande hervorgehoben.

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, eine aktuelle Situationsbeschreibung der Talenterkennung und Talentförderung im Fußballsport zu liefern. Als Einstieg in diese Arbeit dient die Bestimmung des Talentbegriffs in den theoretischen Grundlagen (Vgl. Kap. 2). Im Anschluss werden weitere Abgrenzungen der in der Arbeit verwendeten Kernbegriffe vorgenommen (Vgl. Kap. 3), bevor die Talentförderung mit wichtigen Aspekten wie die des Trainings und des Wettkampfs, die der Altersthematik und die der Talentförderung in der ehemaligen DDR beschrieben werden.

Nach dieser theoretischen Einführung bildet im Kapitel 5 die Talentsichtung des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) einen weiteren Schwerpunkt dieser Arbeit. In Kapitel 6 wird das Konzept der Talentförderung des DFB vorgestellt, dass in den letzten Jahren deutlich modifiziert wurde, um im internationalen Vergleich weiterhin eine gewichtige Rolle zu spielen. Die Veränderung des Konzepts erfolgt in mehreren Stufen, wobei die vorerst letzte Stufe erst im Jahr 2002 in die Praxis umgesetzt wird.

Das Konzept des niederländischen Vereins Ajax Amsterdam hat aufgrund der erzielten Erfolge weltweit Anerkennung gewonnen und wird daher in Kapitel 7 erläutert. Abschließend wird eine Bewertung in Form einer Schlussbetrachtung vorgenommen (Vgl. Kap. 8).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 79
    Erscheinungsdatum: 22.10.2003
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783638226585
    Verlag: GRIN Verlag
    Serie: Akademische Schriftenreihe Bd.V18275
    Größe: 2000kBytes
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Talenterkennung und Talentförderung im Fußballsport

3 Abgrenzung der Kernbegriffe

Wie im vorherigen Kapitel bereits dargestellt, ist weder in der sportwissenschaftlichen Literatur noch in Publikationen der Sportverbände eine einheitliche Definition des Talentbegriffs zu erkennen. Daher verwundert es nicht weiter, wenn in der Talentthematik identische Begriffe mit unterschiedlichen Inhalten versehen werden. Die einzelnen Sportverbände haben eine eigene Sprachregelung entwickelt. Diese Tatsache ist mir von Herrn Prof. Dr. Winfried Joch in einem persönlichen Gespräch bestätigt worden (vgl. Anhang Mündl. Auskunft 2001d).

Für JOCH ist der zentrale Begriff der Talentthematik derjenige der Talentförderung. Begründet wird dies dadurch, dass die Talentsuche, -erkennung, -auswahl und -bewahrung ihre praktische Wirksamkeit, ihre besondere Qualität und inhaltliche Bedeutung erst im Zusammenhang mit dem Förderaspekt erhalten. Dabei spielt das Talentfördertraining eine entscheidende Rolle. Erst in dem langfristig orientierten Trainingsprozess erscheint es möglich, Talente zu sichten, erkennen und auszuwählen (vgl. 1997, S. 343).

Ein Unterschied hierzu lässt sich bei den Ausführungen von GERISCH/RUTEMÖLLER feststellen, die eher der verbandlichen Sprachregelung zuzuordnen sind. Hier sind die Talentbestimmung und die Talentauswahl die Säulen, von denen die Talentsuche, Talentsichtung und Talentförderung ausgehen. Die Talentauswahl (vgl. Kap. 3.2) behandelt die Frage, mit welchen Verfahren die Ausprägung der sportartspezifischen Voraussetzungen der bestimmten Talente ermittelt werden soll. Im Mittelpunkt des Interesses stehen bei der Talentsuche und -sichtung in erster Linie die organisatorischen Maßnahmen, während die sportliche und pädagogisch-psychologische Betreuung der erfassten Talente den Kern der Talentförderung bilden (vgl. 1986, S. 272).

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass kein Begriff der Talentthematik isoliert für sich steht, sondern dass sie alle einander bedingen und nur verknüpft miteinander betrachtet werden dürfen. Im Folgenden wird auf die für mich entscheidenden Elemente bzw. Merkmale der einzelnen Talentbegriffe eingegangen. Zudem wird versucht, eine inhaltliche Beziehung zum Fußballsport herzustellen.

3.1 Talentsichtung

In der sportwissenschaftlichen Literatur werden die Begriffe Talentsuche und -sichtung von Wissenschaftlern wie CARL synonym verwendet. Diesem schließe ich mich in den weiteren Ausführungen an. CARL definiert als Talentsuche alle Maßnahmen, "die mit dem Ziel durchgeführt werden, eine hinreichend große Anzahl von Personen (in der Regel Kinder oder Jugendliche) zu finden, die zur Aufnahme einer Allgemeinen Grundausbildung oder eines (sportartspezifischen) Nachwuchstrainings bereit sind" (1988, S. 17).

An Möglichkeiten einer systematischen Talentsuche können nach CARL unterschieden werden:

Sichtung über Sportzensur

Auswertung schulischer Wettkämpfe

Spezielle Sichtungswettkämpfe der Vereine und Verbände

Sichtung über standardisierte Tests

Subjektive Beobachtung sporttreibender Kinder und Jugendliche durch Lehrer, Übungsleiter und Trainer

Welche dieser Maßnahmen unter welchen Bedingungen am effektivsten sind, darüber gibt es bisher keine wissenschaftlich abgesicherten Erfahrungen (vgl. 1988, S. 18).

In der Bundesrepublik Deutschland gibt es wegen der Autonomie der Sportvereine und - verbände kein abgestimmtes System der Talentsuche. Dagegen wurde in der ehemaligen DD

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