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Mein Weltrennen Wie ich als erste Frau in nur 144 Tagen mit dem Rad die Welt umrundete von Buhring, Juliana (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.04.2017
  • Verlag: riva
eBook (ePUB)
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Mein Weltrennen

Obwohl sie zuvor nie viel Rad gefahren war, schaffte es Juliana Buhring 2012 als erste Frau, in Rekordzeit mit ihrem Rennrad die Welt zu umrunden. Nach nur acht Monaten Vorbereitungszeit und ohne Sponsoren startete sie im Dezember 2012 in Neapel. Völlig auf sich allein gestellt legte sie im Schnitt 200 Kilometer pro Tag zurück und durchquerte insgesamt 19 Länder und vier Kontinente. Ihre Route verlief durch Südeuropa, die USA, Neuseeland, Australien, Südostasien, Indien und schließlich durch die Türkei und Griechenland zurück nach Italien. Sie überwand steile Berge, zähe Aufstiege und endlose Wüstenstraßen, kämpfte gegen starke Gegenwinde, monsunartige Regenfälle, tropische Hitze, lebensgefährlichen Straßenverkehr und vor allem gegen Schmerz und Erschöpfung. Sie erlebte atemberaubende Momente, lernte außergewöhnliche Menschen kennen, spürte das Gefühl echter Freiheit, aber auch, was es heißt, wirklich einsam zu sein. Diese Autobiografie beschreibt nicht nur einen sportlichen Kampf mit allen Höhen und Tiefen, sondern auch eine Reise zum eigenen Selbst. Damit motiviert Juliana Buhring nicht nur Radsport-Fans, sondern auch alle, die über sich hinauswachsen wollen. Die Deutsch-Britin Juliana Buhring ist die erste Frau, die es schaffte, mit einem Fahrrad die Welt zu umrunden. Bekannt ist sie auch durch ihren internationalen Bestseller Nicht ohne meine Schwestern, in dem sie ihre schwierige Kindheit bei der Sekte Children of God beschrieb. Den Entschluss zu ihrem Rad-Weltrennen, zu dem sie 2012 als Anfängerin aufbrach und von dem sie als Profi zurückkehrte, fasste sie mit 30 Jahren. Seither nimmt sie weltweit an großen Radrennen wie dem Transcontinental Race (2013), dem Trans Am Bike Race (2014) und dem RAAM (2016) teil. Inzwischen gehört sie zu den weltbesten Ultradistanz-Radprofis unter den Frauen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 10.04.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959715249
    Verlag: riva
    Größe: 2030 kBytes
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Mein Weltrennen

Tag X

Die ganze Geschichte hatte vor fünf Monaten begonnen, an einem diesig-grauen Morgen Ende Juli. Der Wetterbericht hatte Regen angekündigt, und über den Freunden und neugierigen Zuschauern, die sich auf der Piazza del Plebiscito im Herzen Neapels versammelt hatten, zogen sich dichte Wolken zusammen. Die Piazza del Plebiscito ist einer der größten Plätze Europas, auf einer Seite begrenzt vom Palazzo Reale aus dem 17. Jahrhundert, auf der anderen von der Basilica San Francesco di Paola. Dieser Platz im Herzen Neapels schien mir der natürliche Ausgangspunkt für mein Abenteuer zu sein.

"Bist du bereit?", fragte Antonio, der sich gerade durch das Heer von Gratulanten, Fotografen und Journalisten gekämpft hatte, die meine Abfahrt begleiteten. Die Frage war natürlich rein hypothetisch. Kann man überhaupt für ein Abenteuer wie dieses "bereit" sein? Ohnehin waren alle der Ansicht, dass ich das nicht war. Ich hatte schließlich nur ein paar Tausend Euro auf der Bank, ein Rennrad und einen Traum.

Einen Traum, der aus Trauer geboren war. Jener Art von Trauer, die uns älter und müder werden lässt - oder aber verändert, weil sie zum Motor für seltsam zufällige Handlungen wird, die schließlich unser ganzes Leben auf den Kopf stellen.

Ich hatte Hendri Coetzee vor acht Jahren im Rock Garden Nightclub in Kampala in Uganda kennengelernt. Ich stand mit dem Rücken an die Bar gelehnt, die Neonröhren tauchten mich nur zur Hälfte in ihr Licht, und ich unterhielt mich mit Freunden. Hendri stand im Dunkeln und nippte an einem Wodka Red Bull, als unsere Augen sich trafen. Wir sahen uns eine gefühlte Ewigkeit an. Als hätte er nicht die Absicht, wegzusehen und diese unerwartete Begegnung abzubrechen. Ich kann mich noch ganz genau an seine Augen erinnern - hellblau, selbst noch im schummrigen Licht des Clubs. Langsam ging er auf mich zu, ohne den Blickkontakt zu unterbrechen. Er kam so nahe heran, dass unsere Gesichter sich beinahe berührten.

"Sie können ja Ihre Augen nicht von mir lassen", flüsterte ich.

"Und Sie wünschen sich nichts sehnlicher, als mich zu küssen", antwortete er.

Wenn noch andere Worte fielen, so kann ich mich daran nicht mehr erinnern. Unsere Hände waren ebenso Teil der Verschwörung wie unsere Augen. Wir ließen uns nicht mehr los, sondern gingen ohne ein weiteres Wort zusammen hinaus in die Finsternis, weg von der lauten, betrunkenen Menge der Stammgäste. Für uns gab es nichts und niemanden außer uns beiden.

Hendri war ein Entdecker. Er hatte zu Fuß 1500 Kilometer ostafrikanische Küste und zahllose weiße Flecken auf der Landkarte des afrikanischen Kontinents erkundet. Er hatte den Nil von der Quelle bis zur Mündung bereist und nannte sich selbst spaßeshalber den "Großen Weißen Entdecker". Ich fand "Flussgott" passender, und wenn Sie je gesehen hätten, wie er in seinem orangefarbenen Fluid-Kajak über Grade-Five-Stromschnellen glitt, würden Sie verstehen, warum.

Unsere nächsten Begegnungen waren ebenso kurz und intensiv und ohne jede Erwartung an eine gemeinsame Zukunft. Wir verbrachten eine Reihe vollkommener, makelloser Momente miteinander, die wie unser erstes Treffen immer ein bisschen unwirklich blieben. Er arbeitete als Wildwasserguide für ein Kajakunternehmen in Jinja und brachte Leute über die Stromschnellen am Nil. Ich lebte damals in Kampala - tagsüber brachte ich als Missionshelferin Lebensmittel und Medikamente in Waisenhäuser und Schulen, nachts war ich Go-go-Tänzerin in einer professionellen Tanzformation, was mir genug Geld einbrachte, um meine Miete zu bezahlen. Hendri hatte gehört, dass Ausländerinnen im Rock Garden Nightclub tanzten, und war schon ein paar Wochen vor unserem ersten Treffen dort gewesen, um uns tanzen zu sehen.

Als ich ihn das letzte Mal sah, bereitete er sich gerade auf eine neue Nilexpedition von der Quelle zur Mündung vor - 6700 Kilometer auf den Spuren des amerikanischen Forschers John God

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