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H.Dv.12

  • Verlag: Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

H.Dv.12

Die H.Dv.12, die Heeres-Dienstvorschrift von 1912 zuletzt am 18.08.1937 aktualisiert, war eine 'Dienstvorschrift' des deutschen Heeres. Sie befasst sich mit der Ausbildung von Pferd und Reiter für den Einsatz in Kavallerieeinheiten. Viele der Ausbildungsregeln sind nach dem 2. Weltkrieg in die Richtlinien der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) eingeflossen. Wer sich daran orientiert, kann die H.Dv.12 als Reitlehre und als konkreten Leitfaden für die vielseitige Jungpferdeausbildung nutzen.

Produktinformationen

    Größe: 12441kBytes
    Herausgeber: Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG
    Untertitel: Die Deutsche Reiterklassik (aus dem Jahr 1937)
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 192
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783440155356

H.Dv.12

Teil A.
I. Allgemeines

1. Ort der Ausbildung

Der Reitunterricht findet auf dem Reitplatz, im Gelände und in der Reitbahn statt. Im Verlauf der ganzen Ausbildung müssen sich Unterricht in der Bahn bzw. auf dem Reitplatz und im Gelände ergänzen. So oft wie möglich muss der Reitunterricht aller Abteilungen ins Gelände verlegt werden. Dort werden Reiter und Pferd auf langen Linien und über unebenem Boden ausgebildet. Diese Unterrichtsform ist für Rekruten und Remonten besonders wichtig. Im Gelände kann mit dem Reiten auch anderer Dienst verbunden werden. Hier können auch alle Abteilungen einer Schwadron usw. gleichzeitig gehen, wodurch Zeit gespart wird.
2. Der Reitlehrer

Der Reitlehrer muss seine Aufgabe nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch beherrschen. Lehrer von Remontenabteilungen müssen selbst junge Pferde zugeritten haben.

Der Reitlehrer hat auf folgende Punkte zu achten:

Jeder Unterrichtsstunde muss eine vorher durchdachte Zeiteinteilung zugrunde gelegt werden. In den einzelnen Reitstunden müssen sich die Übungen in sachgemäßer Weise folgen und vom Leichteren zum Schwereren fortschreiten. Die in den Abschnitten "Junge Remonten", "Pferde im 2. Jahr" und "Rekruten" gegebenen Ausbildungspläne geben einen Anhalt für weitere Zeiteinteilungen, die sich der Reitlehrer machen muss.

Überraschend auftretende Schwierigkeiten in der Dressur werden den Reitlehrer öfter veranlassen, von der vorher geplanten Einteilung der Reitstunde bewusst abzuweichen.

Eine gründliche und deshalb langsam fortschreitende Arbeit ist geboten. Es ist aber falsch, nicht eher weiterzugehen, bevor das Erreichte vollständig allen Ansprüchen genügt. Man muss berücksichtigen, dass die späteren Übungen auch die vorhergehenden verbessern.

Im Vordergrund der Arbeit steht die Losgelassenheit bei Reiter und Pferd. Erst wenn diese erreicht ist, dürfen Übungen in der Versammlung vorgenommen werden.

Ein Aneinanderreihen vieler schwieriger Übungen ruft beim Reiter Steifheit hervor und veranlasst ihn, sich festzuziehen; beim Pferd sind schwunglose Gänge die Folge. Besonders bei Rekruten und jungen Remonten sind kurzes Arbeiten, häufiges Rühren und Absitzen zur Schonung der Reiter oder Pferde erforderlich.

Der Neigung der Reiter, sich meist in kurzen, schwunglosen Gängen zu bewegen und nur die für sie bequemsten, das Pferd jedoch wenig fördernden Übungen zu reiten, muss entgegengewirkt werden.

Ruhepausen, die oft, besonders nach schwierigen Übungen und gegen Schluss der Stunde einzulegen sind, dienen der Erholung der Pferde. Diesen ist dann völlige Zügelfreiheit zu gewähren.

Beim Reitunterricht sind nur kurze, schlagwortartige Anweisungen am Platz. Längere Belehrungen gehören in den Dienstunterricht, der gelegentlich in der Reitbahn unter Zuhilfenahme eines gesattelten und gezäumten Pferdes erfolgen kann. Sind ausnahmsweise längere Erklärungen während des Reitunterrichtes nötig, so lässt der Lehrer halten oder versammelt seine Schüler, auch abgesessen, um sich.

Eine frische, abwechslungsreiche, jedes Schema vermeidende Lehrart schafft aufmerksame, selbsttätige und passionierte Schüler, eine Vorbedingung für einen erfolgreichen Unterricht. Überlautes Kommandieren und viel Sprechen stumpfen ab. Lob und Anerkennung fördern die Ausbildung oft mehr als Tadel.

Der Reitlehrer ist zugleich Erzieher. Er prüft öfters Anzug der Reiter, Aussehen und Putzzustand der Pferde sowie Sattelung und Zäumung. Der Reitlehrer muss bei seinen Schülern Sinn für das Pferd und seine Eigenschaften entwickeln. Er hat auf Wahrung militärischer Haltung der Reiter bedacht zu sein, ohne je das Ziel, sie zur vollen Geschmeidigkeit auszubilden, aus dem Auge zu verlieren.

Der Reitlehrer wählt seinen Platz (s. Bild 1) so, dass er die Reiter nicht nur von der Seite, sondern häufig auch von vorn und von hinten sieht. Von vorn und hinten kann er am besten die Fußs

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