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Nur der Berg ist mein Boss Das Leben des Südtiroler Extremkletterers und Bergführers von Hainz, Christoph (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.04.2019
  • Verlag: Tyrolia
eBook (ePUB)
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Nur der Berg ist mein Boss

Die Freiheit eines Lebens in und mit den Bergen Das facettenreiche Porträt des Südtiroler Zinnenmanns Das Leben des Südtiroler Extremkletterers und Bergführers Christoph Hainz ist unmittelbar mit den Bergen seiner Heimat verbunden. Aufgewachsen in einfachsten Verhältnissen auf einem Bergbauernhof im Mühlwalder Tal, gilt er heute als einer der vielseitigsten und unkonventionellsten Allround-Alpinisten seiner Generation. Für ihn ist Bergsteigen etwas Ganzheitliches. Es umfasst und durchzieht alle Aspekte seines Lebens. Ausgleich vom Abenteuer und Erfüllung im Alltag findet er in seiner Tätigkeit als Berg- und Skiführer, die er als Berufung und nicht als Job empfindet und die ihm die Freiheit eines selbstbestimmten Lebens gibt. Nach seinem längst vergriffenen Erstlingswerk Ausstieg in die Senkrechte (2005) ist dies sein lang erwartetes zweites Buch: Darin erzählt Christoph Hainz von der vergangenen Welt seiner Kindheit - einem Leben in Kargheit, aber auch in Freiheit, Selbstverantwortung und Naturnähe. In teils haarsträubenden, teils amüsanten Geschichten berichtet er von Highlights und besonderen Momenten seines Bergsteigerlebens: von seinen 'Hausbergen', den Drei Zinnen in den Dolomiten, über die Eiger-Nordwand bis hin zur Erstbegehung des Nordpfeilers am Shivling im Himalaya oder der Alleinbesteigung des Fitz Roy in Patagonien. Er erinnert sich an große Momente am Berg, an unvergessliche Begegnungen und Erlebnisse, an Geschichten zum Staunen, Schaudern und Schmunzeln - voll ansteckender Lebensfreude und Bergleidenschaft. CHRISTOPH HAINZ ( 1962 in Mühlwald/Südtirol) zählt seit rund drei Jahrzehnten zu den bekanntesten und vielseitigsten Allround-Alpinisten Südtirols sowie zu den gefragtesten Berg- und Skiführern des Landes. Bekannt wurde er vor allem durch die Erstbegehung von zahlreichen extrem schwierigen Felsrouten in den Dolomiten sowie Eis- und Mixedklettereien im Tauferer Ahrntal. Bis heute findet er große Abenteuer direkt bei sich vor der Haustür und klettert anhaltend auf hohem Niveau. JOCHEN HEMMLEB ( 1971) hat Christoph Hainz während der Arbeit an diesem Buch federführend am Schreibtisch begleitet. Der Spezialist für Alpinismus und alpine Geschichte wurde 1999 international bekannt, als eine von ihm mit initiierte Suchexpedition am Mount Everest den 1924 verschollenen Himalaya-Pionier George Mallory fand. Als Autor, Übersetzer und Herausgeber veröffentlichte er zahlreiche Bücher, darunter Die Geister des Mount Everest, Nanga Parbat - Das Drama 1970 und die Kontroverse oder Herausforderung 8000er, die Geschichte der Achttausender in der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts. In den letzten Jahren wandte er sich als Drehbuchautor und Regisseur sich verstärkt dem Medium Film zu. Hemmleb lebt mit seiner Familie in Lana, Südtirol.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 15.04.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783702237547
    Verlag: Tyrolia
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Nur der Berg ist mein Boss

Mit Christophs VW-Bus sind wir unterwegs im obersten Mühlwalder Tal. Hier, nahe der nördlichsten Spitze Südtirols, spürt man bereits die Kühle der grauen, gletscherbehangenen Gneisberge der Zillertaler Alpen. Sie hat die Landschaft karger gemacht. Dunkle, von spärlichen Wiesenflecken durchsetzte Nadelwälder überziehen die Talflanken, darüber liegen ein paar Hochalmen, die schon bald den blockigen Schutthalden der Felsgipfel weichen. Keine Spur von Heidi- oder sonstiger Bergbauern-Romantik.

Die schmale, teils einspurige Asphaltstraße, auf der wir fahren, zieht hinauf zum Neves-Stausee. Sie wurde in den Jahren um Christophs Geburt 1962 gebaut und ist ein Teil seiner Heimat. Christoph schaut jetzt öfters nach links hinab in den fast schluchtartig engen Talgrund. Schließlich deutet er aus dem Autofenster: "Dort unten, die einzelne Almhütte. Auch die haben wir damals bewirtschaftet. ... Und dort vorne, da hat es mich damals überschlagen, als ich mit dem Einachser und den Heuschlitten den Hang hinuntergefahren bin!"

Dort draußen ist nur steiler, felsdurchsetzter Waldboden.

"Gute Güte, da dürften viele ja schon zu Fuß Probleme haben!"

( Arbeitsnotizen Jochen Hemmleb, Frühjahr 2018 )
DRAUSSEN ZU HAUSE - DIE WELT MEINER KINDHEIT

Eigentlich bin ich ein Zeuge aus der Vergangenheit. Mein Leben als Kind und Jugendlicher auf Hof und Alm war etwas, das heute im Aussterben begriffen ist, obwohl es gerade einmal vierzig, fünfzig Jahre her ist. Es waren harte Zeiten, in denen auf manchen Bergbauernhöfen Hunger herrschte und viele gearbeitet haben, nur um zu überleben.

Heute ist das fast nicht mehr vorstellbar.

Der Steiner-Hof, auf dem ich aufwuchs, liegt inmitten steiler Bergwiesen auf 1620 Meter am Südhang der Henne (Gornerberg) über dem Mühlwalder Tal, einem Seitental des Tauferer Ahrntals. Auch wenn heute eine Straße dorthin führt, geht es rundherum sofort abwärts. Unterhalb des Stalls können kaum die Kühe stehen. Es gab einen weiteren Hof in der Nähe, der hatte eine etwas bessere Lage. Da hatte es sogar eine kleine Fläche, auf der wir Kinder Ball spielen konnten. Wenn aber einer von uns den Ball über das Spielfeld hinausschoss, mussten wir eine Viertelstunde bis in den Wald hinuntergehen, um ihn zu suchen. Alle weiteren Höfe waren mindestens eine halbe Stunde Fußmarsch entfernt.

Im Sommer war mein Zuhause eine einzelne Almhütte auf der fast 400 Meter höher gelegenen Gorneralm. Das Obergeschoss der Hütte bestand aus einem großen und einem kleineren Raum mit nur ein paar kleinen Fenstern. An einer Wand war eine Feuerstelle mit einem Kamin, daneben ein großer Holzherd zum Kochen. Ansonsten gab es nur noch einen Esstisch und einen Kasten für Dinge wie Geschirr. Heizen konnte man die Stube allerdings aufgrund der fast nicht vorhandenen Isolierung kaum. Aber dafür hatten wir eine "Fußbodenheizung", denn im Erdgeschoss war der Stall und die Wärme der Tiere stieg durch die Ritzen im Gebälk nach oben. Dass dadurch alles irgendwann nach Kuh roch, daran gewöhnte man sich.

In der oberen Stube wurde alles gemacht. In einer Ecke stand eine Art Kran, mit der wir den Milchkessel über die Feuerstelle schwenken konnten. Wir stellten Käse und Topfen her, aber immer nur für den Eigenbedarf. Blieb Milch übrig, machten wir Butter, die wir in regelmäßigen Abständen hinab auf den Hof trugen. Damals war es oft so, dass die Bauern einfach vier, fünf Milchkühe hatten, um sich selbst zu versorgen. Es war noch nicht üblich, die Milch in der Sennerei abzuliefern und weiterzuverkaufen. Für uns war es auch nicht möglich, denn zu unserem Hof führte damals noch keine Straße. So richtig los ging es bei uns mit der Milchwirtschaft erst mit den 1980er-Jahren.

Anfangs, mit sechs oder sieben Jahren, half ich bei der He

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