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Open Water Schwimmtraining von Ahlemann, Günter (eBook)

  • Erschienen: 28.09.2016
  • Verlag: Meyer & Meyer
eBook (ePUB)
19,99 €
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Open Water Schwimmtraining

Sollten Triathleten für ihre Teildisziplin Schwimmen trainieren wie Sportschwimmer? Was sind die Besonderheiten im Triathlon? Welche Trainingsinhalte und -umfänge sind für Fitnesssportler, Quereinsteiger aus anderen Sportarten, ambitionierte Amateure oder professionelle Spitzenathleten angemessen? Was stört die 'Nichtschwimmer' unter den Triathleten am meisten? Das häufig kalte Wasser, Angst vor Krämpfen, vor dem Schwimmen im Pulk oder der unsichtbare Grund des Gewässers? Worauf muss man achten, wenn konkrete Trainings- und Wettkampfergebnisse erreicht werden sollen? Die Autoren möchten Anregungen zum Nachdenken und praktische Unterstützung für all jene Triathleten und deren Betreuer anbieten, die regelmäßig trainieren und gerne an Wettkämpfen teilnehmen. Sie geben Antwort auf Fragen, die im Sportschwimmen nicht gestellt werden müssen, im Triathlon aber von Bedeutung sind.

Dr. Günter Ahlemann ist Diplom-Sportlehrer und aktiver Mastersschwimmer. Er war erfolgreicher Trainer für den Nachwuchs- und Hochleistungsbereich im Schwimmen und modernen Fünfkampf. Von 1996 bis 2003 arbeitete er in der Nationalmannschaft der Deutschen Triathlon Union e. V. (DTU) als Disziplintrainer Schwimmen und betreute u. a. den Weltmeister im Olympischen Triathlon, Daniel Unger. 1980 promovierte er zum Thema 'Schnelligkeitsfähigkeiten im Schwimmen' an der ehemaligen Deutschen Hochschule für Körperkultur. Jetzt gibt er sein Wissen und seine Erfahrungen als Ausbilder in internationalen Trainerkursen der Universität Leipzig weiter. Dr. Jochen Meyer ist Unternehmer im Bildungsbereich, aktiver Freizeittriathlet und engagiert sich als Trainer in einem Schwimmverein. In seiner Jugend war er Leistungssportler im Schwimmen, studierte später Sportwissenschaft mit der Spezialisierung Sportschwimmen und promovierte 1984 an der ehemaligen Deutschen Hochschule für Körperkultur in Leipzig im Rahmen seiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Freizeit- und Erholungssport. Er ist Mitautor des ersten Triathlonbuchs (1987) in der ehemaligen DDR. Seit 2010 unterrichtet er zum Freiwasserschwimmen im Lehrauftrag an der Universität Leipzig.

Produktinformationen

    Größe: 27257kBytes
    Herausgeber: Meyer & Meyer
    Untertitel: Für Triathlon und Langstrecke
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 264
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783840336348
    Ausgabe: 2. Aufl.
    Erschienen: 28.09.2016
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Open Water Schwimmtraining

1.3 Hydro- und Biomechanik sowie physiologische Prozesse im Wasser

1.3.1 Unser Körper - ein physikalischer Körper?

Man kann die einschlägige wissenschaftliche Literatur hoch- und runterlesen, warum ein Schwimmer "rutscht" und ein anderer "steht", liegt am Schluss am äußerst komplexen Ineinandergreifen einer Vielzahl von Einflussfaktoren.

Jedes Modell, welches bis heute von der Sportwissenschaft entwickelt wurde, um zum Beispiel eindeutige physikalische Gesetzmäßigkeiten auf den sich im Wasser zielgerichtet bewegenden Mensch zu übertragen, scheitert praktisch an der Vielzahl der Bedingungen, die man beachten müsste. Beispielsweise wird die Hand, ihre Haltung und ihre Winkelstellung beim Durchzug durch das Wasser gern benutzt, um, ähnlich wie bei einem Flugzeugflügel, Kräftespiele zu erklären. Auch für den Laien ist jedoch leicht einsichtig, dass ein Flugzeugflügel ein relativ starres, hochtechnisch ausgeformtes Gebilde darstellt, welches von gut beeinflussbaren Luftmassen umströmt wird und je nach Winkel- beziehungsweise Klappenstellung die gewünschten Kräfte auf den Flugzeuggesamtkörper übertragen kann. Unsere Hand jedoch ist niemals starr, wir müssen etwa 33 Muskeln ansteuern, um bestimmte Winkelstellungen zu erreichen und Kraftwirkungen durch aktive Bewegung entfalten, wobei dann möglicherweise an der Hand Kräfte entstehen, die vielleicht dem Modell nahekommen. Gut, aber was passiert, wenn ich mir am Fuß meines Vordermannes den Finger leicht geprellt habe und die nun mäßigen Schmerzen meine ganze sensomotorische Welt zusammenbrechen lassen? Ganz abgesehen von Wasserströmungen, Wirbeln, Temperaturunterschieden und so weiter.

Wir können beim Schwimmen nicht das unbedeutendste physikalische Gesetz ausschalten, jedes wirkt immer! Nur, wie wir damit umgehen, ob wir es kennen oder nutzen, das ist eine ganz andere Frage.

Viele wissenschaftliche und praktische Erfahrungen führen zu Leitbildern und zu Hilfsmitteln, die wir unbedingt zur Kenntnis nehmen sollten. Unabdingbar bleibt jedoch, dass man, jeder für sich selbst, den eigenen Körper so sensibilisiert, erfühlbar macht, dass die Wirkungen der eigenen psychomotorischen Aktivitäten bewusst erkannt werden. Das Wissen um diese Wirkungen und um das Leitbild (Handstellung beim Armzug zum Beispiel) oder um die Hilfsmittel (Neopren zum Beispiel) kann man nun zu den entsprechenden Differenzen führen.

Ohne naturwissenschaftliche Betrachtungen und ohne Trainingslehre würde heute bestimmt noch kein Mensch 400 m in 3:40 min schwimmen. Wer aber auch immer so eine Leistung schafft, braucht ein ausgeprägtes Gefühl für sich selbst und eine gute motorische Intelligenz.

Merke: Befriedigend wird die Schwimmstrecke erst, wenn man in Richtung Leitbild trainiert und sich selbst, die eigenen Bewegungen, auch die feinsten, gut kontrollieren und steuern kann.
1.3.2 Wärmehaushalt

Wasser hat die 25-fache Wärmeleitfähigkeit der Luft. Je schneller man schwimmt, umso mehr Wasser überstreicht den Körper (Konvektion) . Der Energieverbrauch für einen geschwommenen Kilometer ist etwa 4 x so hoch wie für einen gelaufenen. Die üblichen mitteleuropäischen Wassertemperaturen von bis zu 18, 20, manchmal 22° C lassen unseren Körper reagieren, indem er außen "dicht macht", die peripheren Gefäße verengt (Vasokonstriktion) . Zudem wird der Stoffwechsel gesteigert. Unser Organismus versucht mit allen Mitteln, seine Kerntemperatur (37° C) konstant zu halten. Er baut sich eine Isolationshülle. Wenn es immer kälter wird, fängt er dann an zu zittern. Diese unwillkürlichen Muskelkontraktionen sind aber noch unrentabler als alle anderen Wärmegewinnungsmechanismen. Aufwand (Sauerstoffverbrauch) und Nutzen (Wärmeenergie) stehen in keinem guten Verhältnis. Bei Wettbewerben im Salzwasser hat unser Körper zwar einen höheren Auftrieb,

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