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Mit Cicero zum Latinum Ein Lese- und Arbeitsbuch von Lozo, Simon (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.02.2013
  • Verlag: WBG Academic
eBook (ePUB)
23,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Mit Cicero zum Latinum

Das Lese- und Übungsbuch ist in erster Linie gedacht für Studierende, die sich auf die staatliche Latinums-Prüfung vorbereiten wollen. In der Regel wird im Latinum ein Cicero-Text zur Übersetzung vorgelegt. Um dem Lernenden ein angemessenes Textverständnis zu ermöglichen, wird in diesem Latinum-Reader ein repräsentativer Querschnitt aus dem Werk Ciceros ausgewählt und vor dem historischen wie auch biographisch-werkgeschichtlichen Hintergrund erläutert. Die Texte sind allen Werkgattungen Ciceros entnommen - von den Prozessreden über die Briefe bis hin zu seinen philosophischen Schriften. Dabei sind die einzelnen Themengruppen in kleine Einheiten eingeteilt, die jeweiligen Textauszüge werden sprachlich und inhaltlich erklärt. So wird eine rasche und zielgenaue Auswahl von kleinen Lese- und Arbeitseinheiten ermöglicht. Hilfreiche Musterübersetzungen erleichtern die Lernkontrolle und gewährleisten eine praxisnahe Vorbereitung auf das Latinum und ähnliche Prüfungen.

Simon Lozo ist Dozent für Latein und Altgriechisch in Köln. Er ist seit vielen Jahren beruflich mit der Vorbereitung von Latinumskandidaten auf die Prüfung vertraut und hat zuletzt eine Basisgrammatik Latein veröffentlicht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 01.02.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783534728060
    Verlag: WBG Academic
    Größe: 2782 kBytes
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Mit Cicero zum Latinum

I Historische Voraussetzungen

Die folgenden knappen Bemerkungen zu den historischen Voraussetzungen können und wollen keine Abhandlung über römische Geschichte sein, sie sollen lediglich schlaglichtartig einige historische Gegebenheiten beleuchten, deren Kenntnis Cicero bei seinem ursprünglichen Publikum als selbstverständlich voraussetzt, deren Verständnis wir uns aber mitunter mühsam erschließen müssen.
1 Formen der Ungleichheit und Unterdrückung

Bekanntlich gliedert sich die antike römische Verfassungsgeschichte in drei Epochen: erstens das Königtum, von 753 v. Chr., dem vom römischen Universalgelehrten VARRO, einem Freund Ciceros, "errechneten" Gründungsdatum Roms, bis ca. 510, mit Romulus als dem ersten, Tarquinius Superbus als dem siebten und letzten König, zweitens die Republik, ca. 510-30 v. Chr., und drittens das Kaiserreich, ab Augustus.

Die Phase der Republik segmentiert die Geschichtswissenschaft (z.B. CHRIST) in drei Abschnitte, erstens die frühe Republik, d.h. die Zeit der "Ständekämpfe" (510-287), in denen sich die Plebejer mehr Mitbestimmungsrechte im aristokratisch dominierten Staat erkämpften und zu den höheren Ämtern zugelassen wurden (367: leges Liciniae Sextiae ), zweitens die klassische Republik (287-133), schließlich die Zeit der "römischen Revolution" (133-30, s.u.), wobei man die Jahre 200 bis 30 auch unter "späte Republik" zusammenfasst. Die erste Phase des Kaisertums nennt man Prinzipat (30 v. Chr. bis 284 n. Chr.), die zweite Dominat, 284-476, also bis zum Untergang des weströmischen Reiches. Cicero (106-43) lebt demnach in der Endphase der römischen Republik.

Hier muss zuallererst einem möglichen Missverständnis vorgebeugt werden: den Begriff "Republik" konnotieren wir in der Tradition der Aufklärung wohl unwillkürlich mit der in der französischen Revolution propagierten Begriffstrias: Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Diese Vorstellung ist im Falle der römischen Republik fernzuhalten: "Rom war damals keine Demokratie" (KROLL).

Dagegen prägen Ungleichheit im Inneren und Unterdrückung in der Außenpolitik die Geschichte der römischen Republik. Auch der Philosoph Cicero stellt als traditionsbewusster patriotischer Römer das römische imperiale Sendungsbewusstsein nicht in Frage. Wie es für den römischen Nationaldichter VERGIL feststeht, dass der göttliche Auftrag, die Vorsehung Roms, darin besteht, regere imperio populos , so ist es auch nach Ciceros Überzeugung dem römischen Volk nicht bestimmt zu dienen, vielmehr hätten ihm die unsterblichen Götter die Herrschaft über alle Völker zugewiesen, die Römer seien ein Herrenvolk.

Da Ciceros Schriften unter historischem Aspekt in erster Linie die innenpolitische Problematik des Jahrhunderts der Bürgerkriege (133-30 v. Chr.), die "römische Revolution" (SYME) spiegeln, Cicero offenbar auch persönlich darunter litt, dass er als homo novus ("Emporkömmling") gegenüber dem Adel die niedere Geburt nur durch den übersteigerten Einsatz seiner überragenden geistigen Gaben kompensieren konnte - mit Blick auf die durch Geburt bereits arrivierten Patrizier, homines arrogantes , spricht er abfällig von piscinarii (Fischteichbesitzer) -, soll hier nur die Ungleichheit im Inneren kurz angeschnitten werden.

"Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit": Zunächst müssen wir uns vor Augen halten, dass wir es im Falle des antiken Roms - nach marxistischer Terminologie - mit einer "antiken Sklavenhaltergesellschaft" (s.u. Spartacus) zu tun haben. Diese Ungleichheit der Menschen ist im römischen Recht festgeschrieben: in den Digesten , einer wichtigen Gesetzessammlung im Rahmen des Corpus Iuris Civilis , der großen spätantiken Rechtskodifikation, heißt es (GAIUS):

Summa igitur de iure personarum divisio haec est, quod omnes homi

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