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Die Schule Ein Frevel an der Jugend von Borgius, Walther (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.03.2014
  • Verlag: tologo Verlag
eBook (ePUB)
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Die Schule

Dr. Walther Borgius' Buch gliedert sich in zwei Hauptteile. Im ersten Teil beschreibt er die Geschichte der Schule und macht darin ihre Funktion als Herrschaftsmittel des Staates deutlich. Im zweiten Teil geht er auf 'Grundsätzliches' der Schule ein. Dabei analysiert er verschiedene Schulfächer hinsichtlich ihres Nutzens für den Staat, beschreibt selbstbestimmtes Lernen, fordert die Beseitigung der Schule und zeigt neue Wege auf. Borgius Thesen und Aussagen sind erschreckend aktuell, bedenkt man, daß das Buch erstmals 1930 veröffentlich wurde. Seine Argumente für selbstbestimmtes Lernen und gegen die Schulpflicht sind auf jeden Fall eine Bereicherung für jeden, der sich diesen Diskussionen stellt. Seine Schulkritik jedenfalls hat nichts an Aktualität eingebüßt. 'Es gibt nun Leute, welche behaupten: Ohne Zwang würden die meisten Kinder aber gar nichts leisten, für nichts wirkliches Interesse zeigen, geschweige denn gar sich realen ernstlichen und anhaltenden Anstrengungen dafür unterziehen, sondern nur faulenzen und Unfug treiben. Diese Auffassung (die übrigens allen Beobachtungen widerspricht) kommt mir immer vor, als behaupte man, die Kinder müßten, da sie noch gar nicht beurteilen vermöchten, was der Körper brauche, fünfmal täglich zu bestimmten Terminen vorgeschriebene Mahlzeiten von bestimmtem Ausmaß und bestimmtem Gehalt eingeflößt erhalten, ohne Rücksicht auf Hunger oder Neigung. Sonst würden sie alle 'Suppenkaspars' werden und elendiglich verhungern.' Walther Borgius

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Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 264
    Erscheinungsdatum: 06.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783940596376
    Verlag: tologo Verlag
    Größe: 546kBytes
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Die Schule

II. Grundsätzliches.
Wir müssen das Problem der Schule doch nun auch noch etwas eingehender vom systematischen Standpunkt aus betrachten. Gegen unsere grundsätzlich ablehnende Haltung liegt der Einwand nahe (und wird sicherlich gemacht werden): Mag es schon richtig sein, daß der Staat die Schule in seinem eigenen politischen Interesse geschaffen hat und verwaltet, – Tatsache ist und bleibt, daß durch sie der gesamten Bevölkerung ein erhebliches Maß wertvoller Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt wird, die sie im praktischen Leben braucht und nicht entbehren könnte. Darum kann man über Nebeninteressen, die der Staat für sich dabei verfolgt, hinwegsehen, sie in Kauf nehmen.
Wohlmeinende Ideologen vertreten immer noch die Auffassung, daß die Schule durchaus nicht als Ganzes schlecht sei, sondern es eben nur einer gründlichen Aenderung des Lehrplans bedürfe.
Wir müssen daher prüfen, ob die in der Schule den Kindern aufoktroyierten Geistesschätze wirklich ein so wertvoller Gewinn sind, daß sie durch eine individuelle Methode geistiger Ausbildung nicht ersetzt werden könnten. Ich will darum einen Rundblick auf die Hauptgebiete des Schulunterrichts werfen, um darzutun, wie auch sie durchaus den politischen Interessen der Staatsgewalt unterstehen.
Die Weltgeschichte.
Ich nehme also als erstes Fach die Weltgeschichte . (Dabei verweise ich auf das sehr lesenswerte Buch des bekannten Hannoverschen Professor Dr. Th. Lessing mit dem (sprachlich allerdings nicht einwandfreien) Titel "Geschichte als Sinngebung des Sinnlosen" (C. H. Beck, München, 1921), dem ich verschiedene Gesichtspunkte entnehme:
Die Weltgeschichte ist niemals um ihrer selbst willen, als ein an sich nützlicher und wertvoller Wissensstoff, in den Schulen gelehrt worden, sondern stets nur als Mittel zum Zweck; zur Bildung einer bestimmten Gesinnung, die man in den Schülern zu züchten bestrebt ist .
Die Weltgeschichte ist das für den modernen Staat wichtigste gesinnungsbildende Schulfach. Eine jede Herrschaftsorganisation beruht nämlich in letzter Linie auf dem Glauben der Beherrschten ; ihrem Glauben daran, daß eine Existenz ohne die sie bedrückende Machtorganisation gar nicht möglich ist. Im Prinzip ist auch die Kirche genau so eine Herrschaftsorganisation wie der Staat. Der Glaubenssatz, auf dem ihre Herrschaft beruht, ist: "Der Teufel geht um wie ein brüllender Leu und suchet, wen er verschlinge". Sämtliche Menschen sind ausnahmslos Sünder und verfielen daher ohne die Kirche nach dem Tode der Hölle. Die Kirche allein hat die Kraft und Kompetenz, ihnen vermittels der Gnade Gottes die ewige Seligkeit zu verschaffen, wenn sie der Kirche unterwürfig sind und ihre Gebote erfüllen. – Auf diesem Glauben der Bevölkerung ruht die gesamte Macht der Kirche und darum ist auch für sie die Ketzerei die am ingrimmigsten verfolgte Sünde , ja der bloße Zweifel an den Heilswahrheiten schon Sünde.
Diesen Glauben im Volke zu erhalten – der sonst angesichts der offenbar friedlichen Gesinnung aller Menschen sich nicht halten würde, dient die obligatorische Lehreder Weltgeschichte (selbstverständlich so , wie sie sich vom Standpunkt des jeweiligen nationalen Staates darstellt). Und eben darum wird auch allenthalben darin die Geschichte der Kriege und der Dynastien in den Vordergrund gestellt. Schon beim Entstehen der ersten Häuptlingschaft können wir beobachten, wie das Angstmachen und in Angst erhalten vor den Rachezügen der Nachbarstämme und die Ueberzeugung von der d

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