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Zukunftschance Lernen? Mut zur Bildung im Dialog von Brader, Alfred (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.05.2015
  • Verlag: Ueberreuter
eBook (ePUB)
12,99 €
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Zukunftschance Lernen?

Lernen im Dialog ist die wichtigste Bedingung für das Verstehen von Wissen. Doch ist unser Schulsystem auf die Vermehrung standardisierter Kompetenzen ausgerichtet. Neurowissenschaftliche Erkenntnisse bestätigen nun, was pädagogische Erfahrungen bereits seit Jahrhunderten zeigen: Die Aneignung von Wissen ist auf Dauer nur erfolgreich, wenn sie durch Selbsterkenntnis und kognitive Erfahrungsprozesse erfolgt, nicht durch Drill zum Spezialistentum. Wissenschaftlich fundiert beschreiben die Autoren Möglichkeiten zur optimalen Gestaltung von Lernzeit und Lernräumen in Schule und Elternhaus, denn es ist Zeit für eine neue Kultur des Lehrens und Lernens!

Alfred Brader, Studium der Pädagogik, Sonder- und Heilpädagogik, ist Leiter des Departments für Angewandte Kindheits- und Jugendwissenschaften an der PHNÖ. Petra Gössinger ist seit vielen Jahren im Bildungsbereich erfolgreich tätig. Als Lehrerin, Forschende und Beraterin liegt ihr Schwerpunkt im Bereich der neurowissenschaftlich fundierten Pädagogik.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 05.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783800079339
    Verlag: Ueberreuter
    Größe: 1863kBytes
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Zukunftschance Lernen?

2. Bedingungen für ein Lernen im Dialog

Um Lernen im Dialog möglich zu machen, muss systematisch nach jenen Bedingungen gefragt werden, von deren Erfüllung das Bestehen einer solchen Möglichkeit abhängig zu sein scheint. Die Frage nach diesen Voraussetzungen ist keine theoretische Spielerei, sondern dient dazu, den in der Praxis stehenden Pädagoginnen und Pädagogen hilfreich bei der Bewältigung ihres Auftrags zur Seite zu stehen. Durch das Fragen und Erarbeiten von Antworten und Lösungen entsteht ein Prozess, der nie enden darf. Jede gefundene Antwort bringt wiederum Fragen mit sich. Das wirkt zwar auf den ersten Blick frustrierend, ist es aber nicht. Ganz im Gegenteil: Das immer tiefere Eindringen in eine Materie kann durchaus auch befriedigend sein.
2.1 Sichere Bindungen - Urvertrauen

"Bindung ist das gefühlsgetragene Band, das eine Person
zu einer anderen spezifischen Person anknüpft und
das sie über Raum und Zeit miteinander verbindet." 1

Es ist unter allen Fachleuten unumstritten, dass die ersten Jahre für die Entwicklung von sicheren Bindungen und damit des Urvertrauens von allerhöchster Wichtigkeit für das Kind sind. Nur wenn diese sicheren Bindungen erfahren werden durften, erhalten Kinder die nötigen Reserven, um für das Leben und die damit verbundenen Schwierigkeiten entsprechend gewappnet zu sein. Voraussetzung dafür wiederum ist das Vorhandensein von weitgehend fixen Bezugspersonen, im Idealfall wird diese Rolle natürlich von der Mutter wahrgenommen. Es kann aber auch eine andere Bezugsperson sein, die dem Kind beisteht und ihm so die Bildung des Urvertrauens ermöglicht. Je ausgeprägter das Vertrauen des kleinen Kindes in seine Umwelt ist, desto ausgeprägter wird dessen Explorationsdrang sich entwickeln und desto sicherer wird es seine Lernerfahrungen machen können, weil es nicht durch plötzlich aufkommende Ängste vor dem Alleinsein bzw. vor dem Alleingelassenwerden belastet wird (vgl. dazu Gössinger, Kap. 2 ).

In der Gegenwart findet diese Erkenntnis aber viel zu wenig Zustimmung. Kinder werden leider oft viel zu früh der institutionellen Betreuung übergeben und haben daher weniger Möglichkeiten, jene Bindungen aufzubauen, die ihnen später bei der Überwindung von persönlichen Problemen helfen könnten.

Vertrauen ist eine unabdingbare Voraussetzung für das Lernen im Dialog. Die einander im Dialog gegenüberstehenden Menschen müssen einander vertrauen können. Schülerinnen und Schüler müssen darauf vertrauen können, dass ihre Lehrerinnen und Lehrer nur das Beste für sie wollen. Letztere wiederum müssen auf den guten Willen und die prinzipielle Vernunftbegabung ihrer Schülerinnen und Schüler vertrauen können. Die Eltern schließlich darauf, dass die Schule alles daran setzt, die Bildungsprozesse für ihre Kinder so zu gestalten, dass diese ihren jeweiligen individuellen Fähigkeiten auch gerecht werden. Vertrauen ist die Gegenwart der Hoffnung in allen pädagogischen Prozessen. 2
2.2 Soziale und sprachliche Beziehungsfähigkeit als konstitutive Momente für den Dialog

Soziale Beziehungsfähigkeit ist ebenso wie das Denken und Verstehen ein konstitutives Moment für den Dialog und für die Bildung. Soziale Beziehungsfähigkeit zeigt sich vor allem in der Gemeinschaft, wobei diese angesichts der vielen Muttersprachen in unseren Schulen nicht nur als Sprachgemeinschaft definiert werden sollte, sondern als die Verbundenheit all jener, die sich um Erkenntnis, Sinn und Wahrheit bemühen. Die sich im Dialog verbunden fühlenden Personen respektieren einander ohne Wenn und Aber. Sie anerkennen gegenseitig ihre Würde, ihre Persönlichkeit und ihren unverzichtbaren Anspruch auf Bildung.

In diesem Zusammenhang soll aber auch darauf verwiesen werden, dass der jeweiligen Muttersprache natürlich eine gemeinschaftsbildende Kraft innewohnt. Diese wirkt von Anfang an. Sobald der werdende Mensch "b

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