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Der Körper kann nicht lügen: Kommunikation am Pokertisch von Schiehauer, Stefan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2012
  • Verlag: Diplomica
eBook (PDF)
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Der Körper kann nicht lügen: Kommunikation am Pokertisch

Wie viel versteckte Kommunikation gibt es am Pokertisch? Welche unbewussten Signale sendet der Körper? Welche Gestik verrät einen Bluff, welche Mimik ein starkes Blatt? Auf diese Fragen wird im Buch ausführlich eingegangen. Das vermeintliche Glücksspiel Poker wird ausgehend von wissenschaftlichen Erkenntnissen neu untersucht. Im Theorieteil erfolgt eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Grundlagen der nonverbalen Kommunikation, der Semiotik und der interpersonellen Kommunikation im Allgemeinen. Ergänzend dazu wird auf das Kartenspiel Poker, seine Anfänge und seine Erfolgsgeschichte, näher eingegangen. Dabei finden sowohl die Werke bekannter Wissenschaftler, wie Paul Ekman, Ray Birdwhistell oder Michael Argyle, als auch die Arbeiten von Pokerexperten, wie Mike Caro oder Jan Meinert, Erwähnung. Im empirischen Teil erfolgt eine Untersuchung der TV Total Pokernacht . Bei dieser wird die Körpersprache der prominenten Pokerspieler analysiert und entschlüsselt. Die durchaus überraschenden Ergebnisse werden in den letzten Kapiteln zusammengefasst und anschaulich in Tabellenform dargestellt. Mit den Ergebnissen soll aufgezeigt werden, wie viel Kommunikation sich tatsächlich hinter dem Kartenspiel Poker verbirgt. Abgerundet wird die Studie durch ein Interview mit dem österreichischen Pokerprofi Erich Kollmann zum Thema Körpersprache am Pokertisch .

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 216
    Erscheinungsdatum: 01.07.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783842831865
    Verlag: Diplomica
    Größe: 15040 kBytes
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Der Körper kann nicht lügen: Kommunikation am Pokertisch

Textprobe: Kapitel 3.2, Nonverbal vs. Verbal: 'Ein Mensch kann aufhören zu sprechen, er kann aber nicht aufhören, mit seinem Körper zu kommunizieren; er muss damit entweder das Richtige oder das Falsche sagen; aber kann nicht gar nichts sagen.' (Goffman 1971: 43). Bezug nehmend auf Goffmanns Zitat sowie auf das zu Beginn des Buches angeführte Postulat von Watzlawick ('man kann nicht nicht kommunizieren'), lässt sich ableiten, dass die Körpersprache bzw. die nonverbale Kommunikation in keinem Fall als simples 'On/Off-System' interpretiert werden kann. Vielmehr läuft diese, auch wenn sie vom Sender nicht bewusst eingesetzt wird, in einem ständigen 'Standby-Modus'. Wenn zwei Menschen miteinander kommunizieren, senden sie unbewusst nichtverbale Signale. Die verbale Kommunikation ist eng mit der nonverbalen verflochten und in verschiedener Hinsicht von ihr angewiesen. Die verbale Kommunikation benötigt nonverbale Informationen zur Ergänzung, zur Vervollständigung von Äußerungen, umgekehrt brauchen nonverbale Kommunikationsformen die verbalen Mitteilungen zu einer präziseren Inhaltsangabe. Menschen, die mit einem ausdruckslosen Gesicht in die Gegend starren, so Argyle (1975: 118), könnten mit niemandem kommunizieren. Der Anthropologe Albert Mehrabian versuchte diese nonverbale Dominanz in Prozentzahlen zu fassen und kam zu dem Schluss, dass nur sieben Prozent aller Informationen, die wir aus einem Gespräch gewinnen, aus den Worten geholt wird. 38 Prozent beziehen wir aus dem Klang der Stimme, 55 Prozent aus der Körpersprache. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam Birdwhistell, laut dem 65 Prozent der im zwischenmenschlichen Austausch eingeholten Information, nicht aus den Worten stammt. (Vgl. Thiel 1986: 8). Birdwhistell (1968: 193) sieht Kommunikation als ein 'Vielspur-System', bei dem gesprochene Sprache und Körperbewegungssprache die Rolle von Infra-Kommunikationssystemen einnehmen, die miteinander interdependent verschmolzen sind. Ein kontinuierlicher Interaktionsprozess, bestehend aus vielschichtigen, einander überlappenden und diskontinuierlichen Verhaltenssegmenten. Gewöhnlich wird also zusammen mit Worten und Sätzen eine Vielfalt nonverbaler Signale vermittelt, welche die verbale Nachricht modifizieren oder in manchen Fällen sogar völlig ersetzen können. (Vgl. Birdwhistell 1968: 193) Scherer spricht in diesem Zusammenhag von drei unterstützenden Funktionen, die vokale (Pausen, Betonung etc.) und nonvokale nonverbale Zeichen (Mimik, Gestik etc.) für die Bedeutungskonstitution sprachlicher Äußerungen in gesprochener Sprache einnehmen können: Amplifikation (gleichzeitige Verwendung von nonverbalen Zeichen und verbalen Äußerungen), Kontradiktion (Widerspruch zwischen der verbalen und nonverbalen Verhaltensweise) und Modifikation (durch nonverbale Hinweise wird der Inhalt der verbalen Nachricht verändert). (Vgl. Scherer 1977: 19f) Als vierten Punkt zählt Scherer die Substitution auf. Diese stellt dahingehend einen Sonderfall dar, da keine begleitende Verbaläußerung vorliegt und der Bedeutungsinhalt direkt durch ein nonverbales Zeichen übermittelt wird. (Vgl. Scherer 1976: 26) In ein ähnliches Horn bläst Lotte Weinrich (1992: 13ff), die die nonverbale Kommunikation nicht als 'minderes Anhängsel der verbalen Kommunikation' sieht, dabei die These vertretend, dass nonverbale Signale mithilfe der linguistischen Semantik untersucht werden müssen und das Verhalten unabhängig von verbalen Äußerungen zu betrachten sei. Für sie bilden die beiden Ausdrucksformen keine untrennbare Einheit, wie zuvor bei Birdwhistell. Richmond, McCroskey und Hickson (2008: 7f) unterscheiden wiederum sechs unterschiedliche Funktionen, die die nonverbale Kommunikation in Bezug auf die verbale einnehmen kann: komplementierend, gegensätzlich, betonend, wiederholend, regulierend und ersetzend. Mit diesen sechs Eigenschaften, die simultan vonstatten gehen können, wollen sie die enge Verknüpfung der beiden Kommunikationswege

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