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Glück als Erziehungsziel? Über die Möglichkeiten und Grenzen einer glücksförderlichen Erziehung von Bollweg, Torsten (eBook)

  • Erschienen: 01.02.2015
  • Verlag: Bachelor + Master Publishing
eBook (PDF)
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Glück als Erziehungsziel? Über die Möglichkeiten und Grenzen einer glücksförderlichen Erziehung

Das 'Glück' ist ein Motiv, das sich in praktisch allen pädagogischen Berufsfeldern wiederfinden lässt, denn 'kein Pädagoge wird theoretisch wie praktisch das Unglück des Heranwachsenden ernsthaft erwägen oder gar in Kauf nehmen wollen' (Taschner 2003:7). Ist nun aber das Glück mit ausbleibendem Unglück gleichzusetzen? Und ist eine Erziehung, die auf die Vermeidung von Unglück hinarbeitet, als eine Erziehung zum Glück zu bezeichnen? Oder ist es gar eine Unmöglichkeit, durch eine Form der Erziehung das Glücksempfinden im späteren Leben beeinflussen zu wollen? Fragen wie diese zu beantworten ist das Ziel der vorliegenden Arbeit. Dazu werden wissenschaftliche Erkenntnisse über das Glück, seine Bedeutung und seine Bedingungen systematisiert und somit die Grundlagen einer Erziehung zum Glück erarbeitet. Die Erkenntnisse werden schließlich zur Beurteilung des von Ernst Fritz-Schuber konzipierten Schulfach Glück herangezogen.

Torsten Bollweg, geboren 1989 in Frankenberg (Eder), studierte von 2010 bis 2013 Erziehungswissenschaften an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Dabei spezialisierte er sich auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und erhielt

Produktinformationen

    Größe: 2060kBytes
    Herausgeber: Bachelor + Master Publishing
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 53
    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783956845086
    Erschienen: 01.02.2015
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Glück als Erziehungsziel? Über die Möglichkeiten und Grenzen einer glücksförderlichen Erziehung

Textprobe: Kapitel 2.1.2, Subjektives Wohlbefinden und Lebenszufriedenheit: 'Glück als Emotion lässt sich schließlich beschreiben als ein umfassendes Gefühl der Zufriedenheit oder auch des Wohlbefindens [...], das sowohl die aktuelle Befindlichkeit wie die biographische Entwicklung umfasst' (Zirfas 2011:11). Die Begriffe 'Wohlbefinden' wie auch 'Lebenszufriedenheit' weisen zugegebenermaßen viele Gemeinsamkeit auf und sie werden teilweise synonym verwendet: So werden bspw. in internationalen Glücks- bzw. Well-being-Studien beide Begriffe dazu verwendet, in Erfahrung zu bringen, wie Menschen ihre eine Situation bewerten und wie glücklich sie sich schätzen. Die Begriffe 'subjektives Wohlbefinden' und 'Lebenszufriedenheit' sind dabei als Konstrukte zu verstehen, die nicht endgültig definiert sind und sich fortwährend im Wandel befinden. So ist die Annahme (bzw. Erkenntnis), dass die Lebenszufriedenheit eines Menschen nicht allein von seinen Lebensumständen (z.B. Einkommen, Bildung, Gesundheit, Familienstand, etc.) abhängt, zeitgeschichtlich noch relativ jung. Die Erkenntnis, dass für die Lebenszufriedenheit vor allem von Bedeutung ist, wie ein Mensch seine Lebensumstände wahrnimmt und bewertet, spiegelt sich u.a. in den Begriffen 'subjektives Wohlbefinden' oder auch 'subjektive Lebenszufriedenheit' wider. Das Wohlbefinden und auch die Lebenszufriedenheit setzen sich in der Regel aus verschiedenen Komponenten zusammen. So sind für beide die Zufriedenheit mit bspw. der familiären Situation, mit der beruflichen (bzw. schulischen) Situation, mit der Freizeitgestaltung, mit dem Freundeskreis sowie der Peer-Group und mit den eigenen Freiheiten (insbesondere bei Kindern) von Bedeutung, des weiteren aber auch die eigenen Ängste und Sorgen (vgl. World Vision Deutschland 2010:390 ff.) sowie die Gesundheit, der Familienstand und die soziale Eingebundenheit (vgl. Deutsche Post 2012:48). Trotzdem die beiden Begriffe, Wohlbefinden und Lebenszufriedenheit, praktisch gleichwertig und synonym verwendet werden, weist Zirfas auf einen grundsätzlichen Unterschied hin (welcher jedoch in den meisten Studien weder Beachtung noch Anwendung findet): 'Während das Wohlbefinden stärker auf die emotionale Dimension der Erfahrung von mehr oder weniger umfassenden Zuständen und Entwicklungen des Glücks abhebt, zielt der Begriff der Zufriedenheit stärker auf einen kognitiven Faktor des [...] [Glücks] ab, bei dem die Bilanz der Kongruenz von angestrebten und erreichten Lebenszielen im Mittelpunkt steht (Zirfas 2011:11). Die Zufriedenheit ist also, gemäß Zirfas, als Ergebnis eines Gedankenprozesses zu verstehen, und weniger als affekthaftes Gefühl (wenngleich auch aus der Zufriedenheit in der Regel eine Form von Wohlbefinden erwächst). 2.1.3, Das gute Leben: Das gute Leben (oder auch das gelingende Leben) ist zwar ein Begriff, der vor allem in Publikationen behandelt wird, die der Philosophie (und weniger den Gesellschaftswissenschaften) zuzurechnen sind, doch diese Thematik ist untrennbar mit dem Glück verbunden und somit von besonderer Bedeutung für die Glücksforschung und auch für jeden Diskurs über erzieherische Zielsetzungen. Der Terminus wurde, so die deutsche Philosophin Ursula Wolf, ursprünglich mangels einer geeigneten Übersetzung des griechischen Ausdrucks eudaimonia eingeführt. Denn die 'Übersetzung mit "Glück" [...] die man auch häufig findet, ist nicht sehr befriedigend' (Wolf 1999:15). Dies begründet Wolf damit, dass der Begriff 'Glück' 'in der heutigen Umgangssprache eine ziemlich blasse Bedeutung hat, die ihn hedonistisch auf ein positives Gefühl oder utilitarisch auf maximale Wunscherfüllung reduziert' (ebd.:67 f.). Als alternative Übersetzungsmöglichkeiten bieten sich die Ausdrücke 'Wohl', 'Wohlbefinden und 'Wohlergehen' an, welche jedoch den Nachteil haben, 'daß [sic] sie eher etwas Passives zu bezeichnen scheinen, während die eudaimonia das ganze Leben und daher auch das Handeln umfasst' (ebd.:16)

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