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Akademisches Selbstkonzept und Bezugsgruppenwechsel Einfluss spezieller Förderklassen bei hochbegabten Schülern von Brüll, Matthias (eBook)

  • Verlag: Hogrefe Verlag Göttingen
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Akademisches Selbstkonzept und Bezugsgruppenwechsel

Spezielle Förderklassen für besonders begabte Schüler werden zum Teil kontrovers diskutiert, da sich durch Vergleiche mit dem Fähigkeitsniveau der Mitschüler sowohl negative als auch positive Wirkungen auf das schulische Leistungskonzept ergeben können. Die vorliegende Studie untersucht den in diesem Zusammenhang auftretenden Kontrast- und Assimilationseffekt, auch als Big-Fish-Little-Pond-Effekt und Basking-In-Reflected- Glory-Effekt bekannt, und liefert neue Erkenntnisse im Bereich der Hochbegabtenförderung. Das Ziel war es zu untersuchen, wie sich soziale Vergleichsprozesse von Schülern in normalen Gymnasialklassen sowie in speziellen gymnasialen Förderklassen auf das akademische Selbstkonzept im Bereich Mathematik auswirken. Aus den gezeigten Ergebnissen ergeben sich praktische Konsequenzen für die Förderung von hochbegabten Schülern. Der Band enthält zudem eine Zusammenfassung des aktuellen Forschungsstandes zu sozialen Vergleichsprozessen und deren Einflüssen auf das Selbstkonzept.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 217
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783840923340
    Verlag: Hogrefe Verlag Göttingen
    Größe: 1819 kBytes
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Akademisches Selbstkonzept und Bezugsgruppenwechsel

" 1 Das (akademische) Selbstkonzept (S. 18-19)

In den folgenden Abschnitten soll der Versuch unternommen werden, das Selbstkonzept als psychologisches Konstrukt näher zu beleuchten. Dabei wird der Schwerpunkt auf die Darstellung des akademischen Selbstkonzepts gelegt, wobei es anfangs darum gehen wird, sich dem Konstrukt des Selbstkonzepts anzunähern und es von verwandten Konstrukten abzugrenzen (Kap. 1.1 und 1.2).

Dies ist insbesondere deswegen sinnvoll, da die meisten Forscherinnen und Forscher den Begriff des Selbstkonzeptes im Detail sehr unterschiedlich verwenden, sodass es keine allgemein akzeptierte präzise Definition gibt (Margerison, 2001). Aus diesem Grund soll den folgenden theoretischen Ausführungen eine relativ breite Konzeption zugrunde gelegt werden. Nur so ist es möglich, die verschiedenen Überlegungen der unterschiedlichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in ein Gesamtbild zu integrieren. Das Selbstkonzept wird daher als Gesamtheit der mentalen Repräsentationen über sich selbst definiert; unter dem akademischen Selbstkonzept versteht man die Gesamtheit der Gedanken über die eigenen Fähigkeiten in schulischen Leistungssituationen (vgl. Schöne et al., 2003). Wie das akademische Selbstkonzept im empirischen Teil dieser Arbeit konkret operationalisiert wurde, wird in den Kapiteln 7.1.2 und 7.2.2 beschrieben.

Neben der begrifflichen Abgrenzung zu verwandten Konstrukten dient dieses Kapitel auch der Darstellung von Modellvorstellungen zum Selbstkonzept. Dabei gehört dieses, wie bereits erwähnt, zu denjenigen Konzepten, die auf viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus sehr verschiedenen Forschungsfeldern seit langem einen großen Reiz ausüben. Die Zuwendung der traditionellen Selbstkonzeptforschung zur Kognitiven Psychologie, die sich bereits Ende der 1970er Jahre abgezeichnet hatte, befruchtete die Forschung auf diesem Gebiet zusätzlich (Filipp, 2000). Leider besteht aber auch eine gewisse "Unverbundenheit der verschiedenen Theorien und Methoden in diesem Feld, die Rustemeyer schon 1986 beklagt hat" (Greve, 2000; S. 15).

Zu einem ähnlichen Schluss kommt auch Frey (1997) in einem kritischen Kommentar zur psychologischen Selbst-Forschung. Daher scheint es zurzeit leider unmöglich, alle Forschungsbemühungen zum Thema "Selbst" umfassend in einer Arbeit darstellen zu wollen. Sogar das Vorhaben, nur alle Modelle darstellen zu wollen, die sich mit dem "Selbstkonzept" befassen, würde den Rahmen dieser Arbeit bei weitem sprengen. Deswegen wird zunächst in Anlehnung an Staudinger und Greve (1997) sowie Greve (2000) ein Rahmen aufgespannt, in den man verschiedene Schlagwörter der Selbst-Forschung integrieren kann (Kap. 1.3.1).

Es soll auch deutlich werden, wie sich darin die Forschung zum Selbstkonzept einfügen lässt. Außerdem sollte vor diesem Hintergrund klar werden, dass das Selbst einer Person mehr als lediglich deren Selbstkonzepte umfasst, und auch die oben aufgeführte Unterscheidung zwischen Selbstwert und Selbstkonzept kann innerhalb dieses Rahmens noch einmal verdeutlicht werden. Nachdem diese integrierende Sichtweise dargelegt wurde, wird das Modell von Shavelson et al. aus dem Jahr 1976 sowie dessen Weiterentwicklungen von Marsh und Shavelson (1985) zum Selbstkonzept vorgestellt (Kap. 1.3.2 und 1.3.3)."

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