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Schüler mit Autismus-Spektrum-Störungen Eine Innen- und Außenansicht mit praktischen Tipps für Lehrer, Psychologen und Eltern von Schuster, Nicole (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.11.2016
  • Verlag: Kohlhammer
eBook (ePUB)
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Schüler mit Autismus-Spektrum-Störungen

Die Inklusion von Schülern mit Autismus-Spektrum-Störungen ist eine Herausforderung. Viele der Kinder leiden unter Lernproblemen, lassen sich kaum sozial eingliedern und weigern sich, Anweisungen zu befolgen. Wie sollen Lehrer mit dem oft unberechenbaren Verhalten umgehen? Wie können sie die Kinder fachlich am besten fördern? Auch Eltern haben Fragen: Welche Unterstützungen gibt es? Hilft eine Schulbegleitung? Die Autorin betrachtet sowohl die Rahmenbedingungen an der Schule als auch die Innenwelt autistischer Schüler. Mit praxisorientierten Tipps gibt sie Lehrern Anleitungen an die Hand, wie sie schwierige Situationen des Schulalltags meistern können. Die Lektüre hilft, das Schulkind mit Autismus besser zu verstehen. Die Autorin hat ihr Standardwerk aktualisiert, berichtet über Verbesserungen und setzt sich mit der Frage auseinander, ob Ärzte Autismus mittlerweile vielleicht sogar zu oft diagnostizieren. Nicole Schuster ist eine der bekanntesten Autismus-Expertinnen im deutschsprachigen Bereich.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 151
    Erscheinungsdatum: 16.11.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170312142
    Verlag: Kohlhammer
    Größe: 3158 kBytes
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Schüler mit Autismus-Spektrum-Störungen

2 Was ist Autismus?

2.1 Kurzer historischer Abriss

Der schweizerische Psychiater Eugen Bleuler (1857-1939) befasste sich mit der Schizophrenie. 1911 prägte er den Begriff "Autismus". Bleuler verstand darunter kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern schlicht eine der Erscheinungen der Schizophrenie, die er unter "sekundären Symptomen" einordnete. Für ihn drückt sich Autismus in dem egozentrischen und rein auf sich selbst fixierten Denken und Verhalten schizophrener Menschen aus.

Autismus als die Entwicklungsstörung, die wir heute darunter verstehen, wurde so erstmals zur Zeit des Zweiten Weltkriegs beschrieben. Als Erster erwähnte der österreichisch-amerikanische Kinder- und Jugendpsychiater Leo Kanner 1938 Kinder, die im Bereich der Wahrnehmung, der Entwicklung sowie des sozialen und kommunikativen Verhaltens Störungen aufwiesen. 1943 diagnostizierte er bei elf Kindern eine "autistische Störung des affektiven Kontakts". Heute bezeichnet man diesen Kanner-Autismus auch als frühkindlichen Autismus.

Zu etwa derselben Zeit machte der Wiener Kinderarzt Hans Asperger völlig unabhängig von Kanner die gleiche Entdeckung. Er beschäftigte sich mit Buben. Im Gegensatz zu den Patienten von Kanner wiesen Aspergers Jungen alle eine entwickelte Sprache auf, die seitdem als eines der Merkmale für den höher funktionierenden Autismus, das sog. Asperger-Syndrom, gilt.

Posthum will man mittlerweile eine ganze Menge berühmter, bekannter und großer Persönlichkeiten als Autisten erkannt haben. In dieser Reihe sollen sich unter anderem Albert Einstein, Isaac Newton und Wolfgang Amadeus Mozart wiederfinden. Auch wenn freilich kaum ein autistischer Mensch zu solchen Genies gehört, so ist doch klar, dass Autismus Erfolg nicht entgegenstehen muss. Und das wiederum ist eine große Herausforderung an die Schule: Autistische Schüler weisen oftmals große Potenziale auf. Diese zu erkennen und angemessen zu fördern, ist jedoch oft schwer, manchmal sogar unmöglich.
2.2 Vergleich Asperger- und Kanner-Autismus, Begriff "Autismus-Spektrum"

"Er ist ein politischer Autist", "Der benimmt sich wie ein Autist" - diese und andere zeitweise höchst beliebten Redewendungen zeigen, wie wenig die Gesellschaft als Ganzes vom Autismus weiß. Gleichwohl ist der Begriff "Autist" bei vielen Menschen häufig im Munde.

Das so oft anzutreffende Halb- und Unwissen erklärt sich unter anderem sicherlich daraus, dass die verschiedenen Formen und Diagnosemöglichkeiten für eine sog. "Störung aus dem Autismus-Spektrum" selbst für Experten zunehmend schwer zu durchschauen sind. Wer ist Autist und wer nicht? Die Grenzen scheinen zu verschwimmen, mit dem Resultat, dass die Zahl der mit der "Modediagnose" Autismus versehenen Menschen weiter ansteigt. Autist ist dann längst nicht nur der, der die strengen Kernkriterien nach Kanner erfüllt. Als Autist oder speziell Asperger-Autist, fühlt sich oft auch schon der angesprochen, der nur ein bisschen "anders" als die Allgemeinheit ist. Alles zusammengenommen führt dies zu einer großen, überaus heterogenen Gruppe von Autisten.

Sinnvoll ist es daher, zunächst einmal zu den Wurzeln des Krankheitsbildes Autismus zurückzugehen. Der austro-amerikanischer Kinder- und Jugendpsychiater Leo Kanner und der österreichische Kinderarzt Hans Asperger haben für die jeweils nach ihnen benannten Störungen die wichtigsten Merkmale beschrieben.

Kanner nannte in seinen Ausführungen zwei Grund- und vier Sekundärsymptome:

Grundmerkmale:

- Erstes Auftreten in der frühesten Säuglingsentwicklung

- Verzögerungen in der Sprachentwicklung

Sekundärmerkmale:

- Positive Einstellung zu Gegenständen

- Be

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