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Schwierige Eltern, schwierige Schüler Eine Gebrauchsanweisung von Hoegg, Günther (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.07.2015
  • Verlag: Beltz
eBook (PDF)
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Schwierige Eltern, schwierige Schüler

Ein schwieriger Schüler kommt selten allein: Auch Konflikte mit seinen Eltern können zu erheblichen Belastungen führen. Dieses Buch präsentiert typische Situationen, in denen Lehrkräfte schwierigen Schülern und Eltern gegenüberstehen. Der Autor entlarvt im ersten Teil Strategien der Eltern, etwa hinter Fragen wie "Was haben Sie gegen mein Kind?", und schlägt wirksame Gegenstrategien vor, damit alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Der zweite Teil des Buchs spielt dieses Verfahren für klassische Schüleräußerungen durch, etwa "Das war doch nur Spaß" oder "Ich konnte das nicht". Schwierige Schüler sind nur die Spitze des Eisbergs. Wichtiger ist, was darunter liegt: das Elternhaus. Doch auf den Umgang mit schwierigen Eltern bereitet die Lehrerausbildung nicht vor. Dieses Buch zeigt, wie Lehrkräfte kritische Elterngespräche in die gewünschte Richtung lenken. Schließlich kann der Schüler nur dann effektiv sein Verhalten ändern, wenn Schule und Eltern zusammenarbeiten.

Günther Hoegg besitzt eine seltene Doppelqualifikation: Er ist seit 20 Jahren Lehrer - und promovierter Jurist mit dem Schwerpunkt Schulrecht. In zahlreichen Seminaren vermittelt er Lehrern und Schulleitern erfolgreich die Grundlagen ihres Berufsrechts.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 200
    Erscheinungsdatum: 14.07.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783407293169
    Verlag: Beltz
    Größe: 1042 kBytes
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Schwierige Eltern, schwierige Schüler

Die Verhandler

Warum diese Gruppe so wichtig ist, leuchtet ein, wenn man statistisch denkt. Denn in etwa 80 Prozent aller Gespräche mit Eltern über ihre Kinder wird fast wie auf einem Teppichbasar gehandelt. Dabei verursacht das Vorgehen, Ihnen als Lehrkraft für das gewünschte Ergebnis etwas vorzuspielen, den Eltern keine schlaflosen Nächte. Das ist nicht schön, aber auch keine Katastrophe. Schwierig wird es nur dann, wenn eine Lehrkraft die vorgetragenen Argumente als Angriffe empfindet und nicht begreift, dass etwaige Kritik gar nicht persönlich gemeint ist.

Bei allen folgenden Strategien geht es darum, einen Ansatzpunkt zu finden, um ein Entgegenkommen zu begründen. Es ist wie bei einem Teppichkauf im Orient. Jeder, der begriffen hat, dass man dort handeln muss, um einen fairen Preis zu erhalten, wird versuchen, am Teppich irgendeinen Makel zu finden, durch den man den Preis drücken kann. Das ist völlig normal und nicht gegen den Teppichverkäufer gerichtet. Kein professioneller Händler wird sich persönlich angegriffen fühlen, falls der Kunde versucht, einen oder mehrere Webfehler im Teppich zu finden. Er wird aber seinen Teppich ebenso wenig unter Wert verkaufen. Und genauso sollte sich die Lehrkraft in Elterngesprächen verhalten: die innere Gelassenheit bewahren und eigene Ansprüche (den Teppich) nicht aufgeben bzw. nicht unter Wert verkaufen. Das kann man lernen.

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Vor den Ferien läuft ja doch nichts mehr
Die Situation

Das folgende Gespräch hätte Kollege Sielje bereits am letzten Elternsprechtag erleben können. Es hätte sich auch am Telefon abspielen können. Oder aber, diesen Fall wollen wir hier annehmen, Jeromes Vater fängt den Kollegen Sielje drei Wochen vor den Osterferien ohne Vorwarnung in der großen Pause ab. Warum gerade in der großen Pause? Dafür gibt es einen guten Grund, den wir gleich enthüllen. Aber so weit sind wir noch nicht. Der Vater, Herr Bellmann, spricht den Kollegen also an und fragt, ob er kurz Zeit für ihn habe. Da Sielje ein höflicher Mensch ist und nicht ahnt, was auf ihn zukommt, sagt er Ja. Und nun geht es los:

Vater: Wir möchten mit Jerome gerne schon am Mittwoch vor den Osterferien verreisen.

Lehrkraft: Sie meinen, noch während der Schulzeit?

Vater: Richtig. Wir kriegen dann einen deutlich günstigeren Abflug ab Düsseldorf.

Lehrkraft: Aber dann versäumt er drei Tage Schule.

Vater: Deswegen sage ich es Ihnen ja schon jetzt. Wenn noch irgendetwas Wichtiges ansteht, können Sie ihm die Materialien ja mitgeben und er bearbeitet sie dann im Urlaub. Und seien wir doch mal ganz ehrlich: In den letzten Tagen vor den Ferien läuft doch sowieso nichts mehr.

Lehrkraft: Also ich weiß nicht. Ich hab dabei ein ungutes Gefühl.

Vater: Aber wir haben die Reise doch schon gebucht.

Lehrkraft: Na gut.

Sie halten diesen Dialog für wenig realistisch, weil die Lehrkraft zunächst auf dem Schulbesuch beharrt? Das ist richtig, und leider ist das auch ein Teil des Problems.
Die Absicht

Schauen wir uns an, wie geschickt Herr Bellmann vorgeht. Sein erster Trick besteht darin, die Lehrkraft in der großen Pause abzufangen. Er weiß nämlich, wie sehr Lehrer selbst in den Pausen unter Zeitdruck stehen. Und das erleichtert es enorm, irgendwelche Zugeständnisse zu erreichen. Um das Problem schnell vom Tisch zu haben, werden viele Lehrkräfte zustimmen. Dann bleibt nämlich noch etwas von der knapp bemessenen Pause übrig. Schließlich müssen noch Unterrichtsmaterialien ins Lehrerzimmer gebracht werden. Zudem will man mit dem Schulleiter noch eine Absprache treffen, die Kopien für die anstehende Klassenarbeit aus dem Fach holen, kurz auf die Toilette gehen und sich

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