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Umweltbildung von Bölts, Hartmut (eBook)

  • Erschienen: 01.10.2014
  • Verlag: WBG
eBook (ePUB)
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Umweltbildung

Die aktuelle Natur- und Umweltkrise kann nicht gelöst werden, wenn grundlegende Strukturen in den Lebenswelten der Menschen und in den Subsystemen dieser Gesellschaft - in Ökonomie, Politik, Rechtssystem, Wissenschaft, Technologie - nicht überdacht und verändert werden. Hierbei stellt sich für die Umweltpädagogik als Anwältin der ?Naturfrage? im Bildungssystem die Aufgabe, die für die Aufarbeitung, Reflexion und Gestaltung dieser Tendenzen nötigen Rahmenbedingungen und Handlungsspielräume zu schaffen. Von diesen Gedanken ausgehend, entwirft Hartmut Bölts ein Instrumentarium zur Erschließung und Interpretation der risikogeprägten Mensch-Natur-Beziehungen. Angeleitet durch neun Leitthesen regt er eine kritische Auseinandersetzung mit dem aktuellen ?Nachhaltigkeits-Paradigma? einschließlich ihrer staatlich regulierten pädagogischen Umsetzungs- und Modernisierungsversuche an und legt das Fundament für eine gehaltvolle und weitreichende pädagogische Alternative.

Hartmut Bölts, geb. 1943, ist Privat-Dozent an der Universität Marburg. Sein Schwerpunkt in Lehre und Forschung liegt auf der Umweltbildung bzw. der schulischen Bildung für eine nachhaltige Entwicklung.

Produktinformationen

    Größe: 2142kBytes
    Herausgeber: WBG
    Untertitel: Eine kritische Bilanz
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 300
    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    ISBN: 9783534717422
    Erschienen: 01.10.2014
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Umweltbildung

1. VORWORT

Die fundamentale Natur- und Umweltkrise kann nicht gelöst werden, wenn grundlegende Strukturen in den Lebenswelten der Menschen (z.B. Lebensstile) und in den Subsystemen dieser Gesellschaft (vor allem in der Ökonomie, Politik, Rechtssystem, Wissenschaft, Technologieproduktion) nicht überdacht und verändert werden. Von dieser Überzeugung ausgehend möchte ich den folgenden Gedanken anschließen: In dem Maße, wie die Potenziale der "äußeren" Natur (z.B. die existenziellen Basiselemente Luft, Wasser, Erde und die notwendigen Energie-, Rohstoff- und Nahrungsressourcen) und die der "inneren" Natur des Menschen (z.B. die Gefühle von Identität und Geborgenheit) zu versiegen drohen, wachsen zwangsläufig, wenn auch in der Regel psychisch verdrängt, einerseits das "katastrophische Bewusstsein", andererseits die "Hoffnung auf prinzipielle Heilung" - gerade auch im Bildungsbereich! Somit stellt sich für die Umweltpädagogik als spezialisierte Anwältin der "Naturfrage" im Bildungssystem die Aufgabe, die für die Aufarbeitung, Reflexion und Gestaltung dieser Tendenzen notwendigen und entsprechenden Rahmenbedingungen und Handlungsspielräume zu schaffen. Dabei können in einem ersten Zugriff drei Frageebenen unterschieden werden, um das komplexe Geflecht von Phänomenen und Zusammenhängen aufzuhellen (s. Anhang 1).
Beziehungen zwischen Mensch und Natur

Wie kann eine ganz persönliche Naturbeziehung angelegt bzw. unterstützt werden? Wie kann diese Beziehung so geprägt werden, dass der Mensch sich in seinen tiefsten Persönlichkeitselementen sowohl als Natur- als auch Kulturwesen begreift? Wie kann eine derart verankerte "strukturelle Sensibilisierung" gelingen?
Beziehungen zwischen den menschlichen Lebenswelten und der Natur

Welche Lebensstile dominieren und wie konstituieren sie sich? In welchen Kontexten können problematisch gewordene Lebensstile reflexiv bearbeitet werden? Welche Einstellungen und Fähigkeiten fördern eine Lebensweise, die sich z.B. vor allem an menschlichen "Subsistenzpotenzialen" orientiert? Welche Lebensstile sind sozial und ökologisch verantwortbar und welche Barrieren behindern deren Realisierung? Worin liegen die spezifischen pädagogischen Möglichkeiten?
Beziehungen zwischen dem gesellschaftlichen System und der Natur

Welche gesellschaftlichen Systemelemente sind historisch für die ökologische Krise verantwortlich? Welche "Natur" bzw. "Umwelt" wollen wir eigentlich? Auf welchen Ebenen kann dabei (umwelt-) pädagogisch sinnvoll agiert werden? Welche analytischen, kommunikativen und sozialen Kompetenzen ("Schlüsselqualifikationen") sind erforderlich und erlernbar, um ökologische Krisenfelder (lokal, regional, global) erschließen zu können und zumindest probehandelnd mit antizipatorischer Fantasie neu zu gestalten?

Die vorliegende Arbeit versucht, auf diesem Hintergrund drei Anliegen miteinander zu verbinden:

1. Ausgangspunkt ist die in Kapitel1 skizzierte Entwicklung einer nunmehr 40 Jahre alten Geschichte zur Umwelterziehung in Deutschland. Vor allem der Umgang mit gesellschaftlichen Modernisierungsimpulsen - insbesondere mit der staatlichen Umweltpolitik - und den daraus abgeleiteten Innovationen für die Umweltpädagogik werden hervorgehoben und in einigen Trends kritisch beleuchtet. In eine neue Phase eingetreten ist die Umweltbildung mit dem Paradigmenwechsel zu einer Bildung für eine nachhaltige Entwicklung. Vielerorts beginnende Umsetzungsversuche, u.a. der bundesweite Modellversuch der Bund-Länder-Kommission, stehen zurzeit im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Die Erörterung wichtiger programmatischer Vorlagen und einiger empirischer Studien sollen dazu dienen, die Ausgangssituation zu erfassen. Daraus ergeben sich - zunächst in Form von knappen orientierenden Thesen - die Aufgaben einer bildungstheoretisch angeleiteten Reflexion und Erschließung von zentralen Momenten der Natur- und Umweltkrise. Auf dieser Gr

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