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Zeit für Kinder Theorie und Praxis von Kinderfeindlichkeit, Kinderfreundlichkeit und Kinderschutz von Braunmühl, Ekkehard von (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.11.2014
  • Verlag: tologo Verlag
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Zeit für Kinder

Zeit für Kinder ist ein eindringlichKinderfreundlichkeit es Plädoyer für Kinderfreundlichkeit, für das Recht des Kindes auf Freiheit, Achtung und Würde. 'Entgegen dem noch vorherrschenden naiven Sprachgebrauch ist Erziehung das Wort zur Bezeichnung von objektiv kinderfeindlichen, menschenfeindlichen, lebensfeindlichen Handlungen, die aus vordemokratischer und faustrechtlicher Tradition stammen, Machtansprüche durchsetzen und Herrschaftsgelüste befriedigen sollen, die Abhängigkeit von Kindern schamlos ausbeuten und Kindern gegenüber die allen Menschen in unserem Grundgesetz garantierten Rechte auf Achtung ihrer Würde und auf freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit mit Füßen treten. Wer Kinder erziehen will, will Kinder zerstören - ob er es schon weiß, oder ob er es noch nicht weiß: für die Kinder macht das keinen Unterschied.' Ekkehard von Braunmühl geboren 1940. Studium der Psychologie, fachjournalistische Tätigkeit für Rundfunk und verschiedene Zeitschriften, Mitbegründer des Wiesbadener Kinderhauses, arbeitete als Berater und in der Supervision beim Schweizer Sorgentelefon für Kinder, Vorstandsmitglied beim Kinderschutzbund Wiesbaden. Seminare für Manager und andere Berufsgruppen unter anderem zu Konfliktbewältigungsstrategien. Seit vielen Jahren Arbeit in der EIternberatung und als freier Sachbuchautor. Veröffentlichungen u. a.: "Zeit für Kinder", "Zur Vernunft kommen". Er ist Vater von zwei erwachsenen Töchtern, Großvater eines Enkelkindes, willfähriger Lebenspartner von Annette Böhm ("will dauernd hinfahren") und lebt in Wiesbaden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 212
    Erscheinungsdatum: 18.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783940596550
    Verlag: tologo Verlag
    Größe: 536 kBytes
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Zeit für Kinder

I. Erziehung gelungen - Zögling kaputt

1. Die Kinderfeindlichkeit der Erziehungsideologie

Was ist Kinderfeindlichkeit?

Es gibt heute wahrscheinlich keinen einzigen vernünftigen Menschen mehr, der die Kinderfeindlichkeit unserer Gesellschaft bestreitet. Weniger eindeutig wird diese Beurteilung, wenn man sich Gründe und Auswirkungen im einzelnen betrachtet. Viele Analysen verstricken sich schon dann in ausweglose Widersprüche, sobald sie genauer bestimmen wollen, was mit den Begriffen "Kinderfeindlichkeit" und "Gesellschaft" eigentlich gemeint ist. Sind die Architekten kinderfeindlich, die so viele Stadtteile in Betonwüsten verwandelt haben? Sind die Bauherren kinderfeindlich, die solche Entwürfe ausführen lassen? Sind die Eltern kinderfeindlich, die in ein solches Hochhaus einziehen und ihren Kindern obendrein die kleinsten Zimmer zuweisen?

Architekten, Bauherren und Mieter sind sicherlich Mitglieder "der Gesellschaft", aber viele von ihnen würden sich heftig dagegen wehren, wenn man sie persönlich als Kinderfeinde bezeichnete. Sie mögen höchst freundliche und liebevolle Gefühle für Kinder haben, und das gleiche gilt auch für die verantwortlichen Politiker, Städteplaner, Verkehrsexperten usw., die für die Wohnumwelt unserer Kinder zuständig sind.

An diesem Beispiel wird schon der Widerspruch deutlich zwischen den Gefühlen irgendwelcher Erwachsener und dem, was diese Erwachsenen Kindern trotzdem antun. In vielen anderen Bereichen ist es ebenso; man denke nur an die Schule.

Das Problem besteht darin, daß Erwachsene häufig kinderfreundliche Gefühle in sich vorfinden, daß sie aber dennoch vieles tun, was Kinder als Unfreundlichkeiten empfinden müssen.

Am kernigsten findet sich dieses Problem in dem Satz ausgedrückt: "Wen man liebt, den züchtigt man." Beklagen sich mißhandelte Kinder dann, hören sie womöglich noch den Satz: "Ich, meine es doch nur gut mit dir."

Es wäre nun verfehlt, dieser Versicherung keinen Glauben zu schenken. Die meisten Eltern und Erzieher meinen es mit den meisten ihrer Kinder meistens gut. Um dem Problem auf die Spur zu kommen, muß man unterscheiden zwischen dem, was Erwachsene in bezug auf Kinder fühlen, meinen und beabsichtigen, und dem, wie dies von Kindern aufgefaßt wird. Großangelegte Untersuchungen haben immer wieder ergeben, daß in der Bundesrepublik Deutschland ungefähr zwei Drittel der Erwachsenen sich für außerordentlich kinderfreundlich halten, der gleiche Prozentsatz der Erwachsenen aber spricht sich nachdrücklich für die Prügelstrafe aus. Da stellt sich die Frage, was bei den Kindern stärker ankommt: die Liebe oder die Hiebe.

Diese Frage ist nicht so leicht zu beantworten, wie es scheint. Zwar will ich das Prügeln keinesfalls verharmlosen oder gar verteidigen: Es gibt aber zahlreiche Menschen, die häufig körperliche Strafen erlitten und dennoch in ihrer Entwicklung verhältnismäßig weniger gestört wurden als andere Menschen, die mit milderen, feineren Methoden dressiert worden sind. Wenn Eltern, Erzieher und Lehrer Kinder quälen wollen , sind sie ja nicht auf Prügel angewiesen; eine Tracht Prügel kann wie ein Gewitter sein, das schnell vorüberzieht, und danach ist die Stimmung oft wieder heiter. Man stelle sich aber vor, wie es auf Kinder wirkt, wenn eine Erzieherin das Dreijährige, über das sie sich gestern geärgert hat, heute einfach nicht begrüßt, oder wenn ein Lehrer einen empfindsamen Schüler vor der Klasse blamiert, oder wenn eine Mutter oder ein Vater einem Kind den üblichen Gutenachtkuß verweigert. Unzählige andere Beispiele sind möglich. In den letzten Jahren, seit ich als "Antipädagoge" bekannt bin und auf öffentlichen Veranstaltungen und Fachtagungen, in Schulen, Volkshochschulen und Universitäten, als Seminar-Leiter oder im Rahmen der Kinderschutzarbeit über Erziehungsfragen diskutiere, versicherten mir Tausende von Eltern, daß sie ihre Kinder außerordentlich frei erziehen

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