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Projektarbeit in der Kita Mit Checklisten und Kopiervorlagen von Stamer-Brandt, Petra (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.07.2018
  • Verlag: Verlag Herder GmbH
eBook (ePUB)
13,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Projektarbeit in der Kita

Projektarbeit mit Kindern ist eine häufig angewandte Form der Bildungsarbeit in Kindertageseinrichtungen. Dieser Leitfaden beantwortet alle grundlegenden Fragen zur Projektgestaltung. Wie wird im Team und gemeinsam mit den Kindern ein Projekt geplant und durchgeführt? Übersichtlich in Module aufgeteilt finden pädagogische Fachkräfte Antworten zu diesen Fragen, Basisinformationen, Praxistipps sowie hilfreiche Anregungen zu jeder Phase des Projektverlaufs. Petra Stamer-Brandt war viele Jahre stellvertretende Leiterin der Fachschule für Sozialpädagogik in Hamburg-Altona. Derzeit ist sie Lehrbeauftragte an der Christian-Albrechts-Universität Kiel, Fachbuchautorin, Fortbildnerin, Coach und pädagogische Organisationsberaterin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 96
    Erscheinungsdatum: 02.07.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451814679
    Verlag: Verlag Herder GmbH
    Größe: 13870 kBytes
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Projektarbeit in der Kita

Das Bildungsverständnis der Projektarbeit

1.1 Die Idee vom Lernort Kita

"Kindliche Erkenntnis ist nicht das kalkulierte Produkt pädagogischen Bemühens,
sondern entsteht im selbsttätigen Flirt mit der Welt."

Anette Dreier

Immer mehr Kinder verbringen einen größeren Teil ihres Tages in der Kita - mit den dort arbeitenden pädagogischen Fachkräften und den anderen Kindern. Die Kita ist zu einem der wichtigsten Erfahrungs- und Lernorte neben der Familie geworden. Und weil das Erfahrungslernen eine so immense Bedeutung in den ersten Lebensjahren hat, sollte es nicht dem Zufall überlassen bleiben, welche Erfahrungen die Kinder machen. Lernorte können so gestaltet werden, dass sie das Interesse der Kinder ebenso wecken, wie es auch Impulse der Erwachsenen tun. An jeder Ecke der Kita, im Innen- und im Außenbereich, lassen sich Erfahrungen sammeln. Neben dem Elternhaus ist die Kita der Ort, an dem erste Angebote für die Kinder bereitgestellt werden, wo sie Neues und Interessantes entdecken können, ihnen Vielfalt begegnet und sie sich in Ruhe mit den Dingen auseinandersetzen können, die sie interessieren. In der Auseinandersetzung mit den Dingen gewinnen sie an Kompetenz. Der Erfahrungsgewinn steht in einem großen Zusammenhang mit dem Raum- und Materialangebot, das den Kindern zur Verfügung steht.

Das Interesse und die Bedürfnisse der Kinder stehen nicht im Widerspruch zu den Erwartungen der meisten Erwachsenen. Auch sie wünschen sich, dass Kinder Bildung erhalten, ihre Kompetenzen erweitern und ihr späteres Leben fit, kompetent und weitgehend autonom in den Griff bekommen können. Die Kita ist zu dem Ort geworden, an dem Kinder zusammen mit dem fachlich versierten und professionell agierenden Team wichtige Lernerfahrungen machen können. In einer Welt der rasanten gesellschaftlichen, technischen, medialen und wirtschaftlichen Veränderungen werden Wissen und Bildung zum Schlüsselfaktor für eine erfolgreiche Teilhabe. Eltern sind nicht immer in der Lage, Kindern einen anregenden Entwicklungsrahmen zu bieten. Die Institution Kita hat sich deswegen im Laufe der Jahre von der reinen Betreuungs- und "Unterhaltungsinstitution" zur ersten Bildungseinrichtung entwickelt: Die Kita ist ein Ort, an dem Kinder sich selbst bilden und nachhaltige Lernerfahrungen machen können.

Wissen wird dabei nicht als eine Ansammlung von Informationen verstanden, die quasi auf Knopfdruck und ohne Sinnzusammenhang abgefragt werden können. Das zu erwerbende Wissen muss nicht nur das Interesse der Kinder berühren, sondern auch einen Bezug zu ihrer Lebenswelt und zum Hier und Jetzt haben. Nur wer den Sinn dessen versteht, was er lernt, begreift auch und kann das Wissen auf andere Bereiche übertragen. Andreas Müller zitiert in seinem Buch "Nachhaltiges Lernen" den Stoßseufzer mancher Eltern: "Mein Kind lernt nur das, was es will." Logisch, was denn sonst? Wer also Lernmotivation erzeugen möchte, muss sich genau anschauen, mit wem er es zu tun hat. Pädagogische Fachkräfte haben die Aufgabe, die Kinder zu beobachten, sie zu verstehen und ihre Bedürfnisse und Interessen wahrzunehmen. Interesse entsteht nicht, weil in erwachsenen Köpfen eine Idee entstanden ist, die - wie mit einem Trichter - in kindliche Köpfe transportiert wird. Interesse entsteht durch das Leben an sich. Leben bedeutet erleben und erfahren - und das mit allen Sinnen. Das (subjektive) Interesse der Kinder an bestimmten Aspekten ihres Lebens muss allerdings entdeckt und der Lernweg durch Ermutigung, Bestätigung, tragende Beziehung, intelligente und anregende Raumgestaltung und Materialbereitstellung geebnet werden. All das ist im Rahmen von Projektarbeit in besonderer Weise möglich, setzt aber voraus, dass pädagogische Fachkräfte

ein humanistisches Bild vom Kind haben und es nicht als defizitäres Wesen begreifen,
ihre Rolle neu definieren und sich selbst

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