text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Sozial-emotionale Entwicklung fördern Wie Kinder in Gemeinschaft stark werden von Pfeffer, Simone (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.01.2015
  • Verlag: Verlag Herder GmbH
eBook (ePUB)
14,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Sozial-emotionale Entwicklung fördern

Was sind emotionale und soziale Kompetenzen und warum ist ihre Förderung wichtig? Welche Unterstützung benötigen Kinder zwischen 2 und 6 von Erzieherinnen und Eltern, damit sie ihren Platz in der Gruppe finden und sich zu selbstbewussten und sozial kompetenten Persönlichkeiten entwickeln? Das Buch bietet konkrete Hilfen für den Umgang mit Konflikten und Bedürfnissen und zeigt, wie die Kinder altersgerecht und individuell gefördert werden können. Simone Pfeffer ist Professorin für Soziologie an der Ohm-Hochschule Nürnberg, Supervisorin, Lehrtrainerin und Autorin pädagogischer Fachbücher.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 96
    Erscheinungsdatum: 29.01.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451804724
    Verlag: Verlag Herder GmbH
    Größe: 6524 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Sozial-emotionale Entwicklung fördern

2

Sprache - Ausdrucksmittel von Gefühlen

Auf welchen Ebenen findet die Verständigung über Gefühle, Bedürfnisse und Interessen statt?
Welche Fähigkeiten bilden die Grundlage, um Interessen verhandeln zu können?
Gibt es einen Zusammenhang von Sprachentwicklung und Sozialverhalten?
Wie kann das Erkennen und Verstehen von nonverbalen Zeichen unterstützt werden?
Wo kann eine Förderung der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit ansetzen? Welche Art von Wortschatz ist wichtig, um Konflikte zu lösen?
Ein bedeutsamer Einflussfaktor im Entwicklungsprozess der emotionalen und sozialen Kompetenz ist die Sprachentwicklung (Koglin/Petermann 2006, S. 25). Das Bewusstsein über das eigene Befinden, die Ausdrucksmöglichkeiten von Gefühlen und Bedürfnissen und der Austausch mit anderen sind auch abhängig von der Ausprägung der sprachlichen Fähigkeiten.
2.1 Kommunikation findet auf mehreren Ebenen statt

Auf der nonverbalen Ebene teilt eine Person über ihren mimischen und gestischen Ausdruck Gefühle und Bedürfnisse mit, die andere Personen wahrnehmen und deuten. Auf der sprachlichen Ebene werden Worte und Sätze als Symbole für Gefühle und Bedürfnisse eingesetzt. Sie werden von parasprachlichen Merkmalen wie Stimmlage, Sprechgeschwindigkeit oder Betonung begleitet, die die Wortbedeutung emotional färben. Die Entwicklung der Sprache - verbal und nonverbal - ist ein vielschichtiger Prozess. Die Qualität des Entwicklungsprozesses beeinflusst das Miteinander und die Qualität der Austauschbeziehungen.

In der Bauecke

Jens und Tobias bauen nebeneinander in der geräumigen Bauecke mit Bausteinen. Jens ist viereinhalb Jahre, Tobias ist vor kurzem fünf geworden. Zunächst ist die Atmosphäre in der Bauecke harmonisch und friedlich. Tobias gestaltet eine Zooanlage mit verschiedenen Tiergehegen, während Jens an einem Haus mit Parkplätzen arbeitet. Tobias breitet sich im Zuge seiner Bauaktivität immer mehr aus und beansprucht zunehmend Platz und Bausteine. Jens zeigt zunächst einige Male nonverbal, dass er sich bei seiner Tätigkeit gestört fühlt. Er runzelt die Stirn, schaut ärgerlich, versucht seinen Raum mit dem Körper abzuschirmen und nimmt sich mehrere Bausteine auf einmal, um sie zu "bunkern". Tobias reagiert nicht auf die Signale von Jens, sondern baut weiter an seinem Zoo. Als Jens schließlich kaum noch Platz und Bausteine hat, schubst er Tobias heftig weg und nimmt sich Bausteine aus einem Zoogehege von Tobias.

Leicht ist vorstellbar, dass sich diese Situation zu einem handfesten Streit auswächst. Dabei ist die Situation anfangs nicht angespannt, sondern friedlich. Die Spannung baut sich auf, weil die Bedürfnisse auf der einen Seite nicht wahrgenommen und auf der anderen Seite nicht deutlicher geäußert werden. Tobias nimmt die verschiedenen nonverbalen Hinweise von Jens nicht wahr oder entschlüsselt sie nicht in der situativen Bedeutung. Jens hingegen übermittelt seine Befindlichkeit ausschließlich über die Körpersprache. Als Tobias darauf nicht reagiert, versucht er nicht, verbal seine Interessen zu verhandeln, sondern lässt Tobias so lange gewähren, bis seine Wut über die Grenzverletzung so groß ist, dass er körperlich angreift und nun seinerseits Grenzen verletzt.

Diese Situation wäre bei zwei- bis dreijährigen Kindern noch als adäquate Kommunikation zu deuten, da sie sich am Anfang ihrer Sprachentwicklung befinden und ihnen daher verbale Möglichkeiten, diesen Konflikt auszutragen, kaum zur Verfügung stehen. Im Alter von Tobias und Jens hingegen könnten jedoch bereits andere kommunikative Möglichkeiten zum Einsatz kommen.
2.2 Unsicherheit im Ausdruck zeigt sich auch im Sozialverhalten

Mangelnde sprachliche Ausdrucksfähigkeit und deren Folgen im sozialen Bereich betreffen

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen