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Wie viele Götter sind im Himmel? Religiöse Differenzwahrnehmung im Kindesalter

  • Verlag: Waxmann Verlag GmbH
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Wie viele Götter sind im Himmel? Religiöse Differenzwahrnehmung im Kindesalter

Im Zentrum dieses Bandes steht die Frage, wie Kinder religiöse Unterschiede wahrnehmen. Der Schwerpunkt liegt bei Kindern in Kindertagesstätten. Gefragt wird nach der Situation, in der Kinder häufig erstmals in dauerhafter Form mit anderen Kindern zusammen sind, die andere kulturelle und religiöse Hintergründe aufweisen als sie selbst. Bislang haben die empirische Forschung ebenso wie die Bildungs- und Sozialpolitik diesen Aspekt im Aufwachsen der Kinder fast durchweg ausgespart. Angesichts einer zunehmend multireligiösen Gesellschaft kann es nicht mehr einleuchten, die Fragen einer interreligiösen Bildung und damit auch der religiösen Differenzwahrnehmung im Kindesalter auszublenden.

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Wie viele Götter sind im Himmel? Religiöse Differenzwahrnehmung im Kindesalter

Der Andere – fast so wie ich? Der Unterschied zwischen dem Ich und dem Anderen aus der Sicht von Kindergartenkindern (S. 89-90)

Lernen, mit dem Anderen umzugehen, ist eine wichtige Eigenschaft bei der Entwicklung von Kindern, die in Gemeinschaften aufwachsen, die durch Pluralität gekennzeichnet sind. Die Begegnung mit dem Anderen erzeugt verschiedene Emotionen – von offener Neugier bis hin zu abwehrender Angst. Die Annäherung des Anderen ist je nach Alter des Kindes von der Suche nach Übereinstimmungen und dem Entdecken der Unterschiede gekennzeichnet.

Die philosophische Sicht der kognitiven Struktur von Emotionen der Philosophin Martha Nussbaum hat gemeinsam mit der phänomenologisch-dialektischen Sicht der Entwicklungspsychologin Leni Verhofstadt-Denève zu einem Untersuchungskonzept geführt, bei dem Untersucher und Kind (als Mituntersucher/Co-Researcher) die Begegnung mit dem Anderen repräsentieren und erkunden.

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass für Kleinkinder die Ausstrahlung des Anderen eine wichtige Voraussetzung ist, um eigene Anstrengungen zur Vertiefung des Kontaktes zu zeigen. Bei Kontakten zu dem Anderen greifen sie dann auf frühere Erfahrungen zurück (soziales Kapital) und bei gemeinsamen Spielaktivitäten sind ihnen für die Aufrechterhaltung des Kontaktes zu dem Anderen Übereinstimmungen wichtig. Die Untersuchungsmethode bietet eine interessante Perspektive für Unterrichtsaktivitäten, um zu lernen, mit dem Anderen umzugehen.

Im vorliegenden Beitrag zeige ich zunächst anhand eines konkreten Beispiels auf, was es für das Kind bedeutet, dem Anderen zu begegnen. Als Ausgangspunkt bediene ich mich der Theorie der narrativen Identitätsentwicklung1 und der Position des "signifi kanten Anderen" in der Identität einer Person2 sowie der Empfi ndungen, die die Begegnung mit dem Anderen erzeugen kann.

Im Weiteren beschreibe ich das Untersuchungsziel sowie die Vorgehensweise und zeige einige unserer Untersuchungsergebnisse auf. Abschließend nehme ich Bezug auf die Ergebnisse und nenne einige konkrete Vorschläge für die Unterweisung im Umgang mit dem Anderen, das bedeutet: Lernen, zusammen zu leben.

Jochem: ein konkretes Beispiel Im niederländischen Bildungssystem muss jedes Kind ab vier Jahren die Gruppe 1 der Grundschule besuchen.
Die Gruppen 1 und 2 sind die Vorschulgruppen, was dem deutschen Kindergarten entspricht. In den vergangenen Jahren ist es üblich geworden, dass Kinder im Monat vor ihrem vierten Geburtstag einen Tag lang ihre künftigen Lehrer und Klassen besuchen. Jochem, ein Junge, der gerade vier Jahre alt geworden ist, war also einen Tag in der Schule zu Besuch: Jochem freut sich auf morgen, denn dann geht er in eine echte Schule! Er hat zusammen mit seiner Mutter die Tage gezählt und freut sich riesig auf diesen Tag. An der Hand seiner Mutter läuft Jochem mit seiner Lieblingsdecke in der Hand fröhlich und voller Vertrauen in seine neue Klasse.

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