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Motivationsschwierigkeiten im Schulunterricht - Das Schicksal einiger Hochbegabter: Unter Einbeziehung des Phänomens 'Underachievement' von Böhm, Julia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.02.2015
  • Verlag: Bachelor + Master Publishing
eBook (PDF)
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Motivationsschwierigkeiten im Schulunterricht - Das Schicksal einiger Hochbegabter: Unter Einbeziehung des Phänomens 'Underachievement'

'Sie ist doch ein schlaues Mädchen, eigentlich müsste sie doch bessere Schulleistungen haben.' Solche und ähnliche Aussagen von Pädagogen gehören zum Alltag von Eltern, deren Kinder Underachiever sind. Betrachtet man diese Aussagen, ist offensichtlich davon auszugehen, dass Eltern/Lehrer Erwartungen über das Leistungsvermögen ihrer Kinder bzw. Schüler ausbilden und diese auch mit den tatsächlich gezeigten schulischen Leistungen vergleichen. Nun gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen können die erwarteten Schulleistungen mit den gezeigten Schulleistungen übereinstimmen, dann wird von sogenannten 'Achievern' gesprochen (vgl. Rost; Sparfeldt 2009). Besteht zwischen Leistungspotenzial und der gezeigten Performanz eine deutliche Diskrepanz, wird von sogenannten 'Underachievern' gesprochen. Die vorliegende Studie befasst sich eingehend mit dem Phänomen des Underachievements und liefert einen Überblick über den derzeitigen Stand der Forschung. Julia Böhm, B.A., wurde 1987 in Berlin geboren. Ihr Studium der Erziehungswissenschaft/Soziologie schloss die Autorin im Jahre 2012 mit dem akademischen Grad des Bachelor of Arts erfolgreich ab. Bereits vor und während des Studiums sammelte die Autorin um

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 45
    Erscheinungsdatum: 01.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955498610
    Verlag: Bachelor + Master Publishing
    Größe: 2697 kBytes
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Motivationsschwierigkeiten im Schulunterricht - Das Schicksal einiger Hochbegabter: Unter Einbeziehung des Phänomens 'Underachievement'

Textprobe: Kapitel 3.1, Motivationshindernisse: Im Allgemeinen besteht häufig das Paradigma eines unmotivierten hochbegabten Schülers. Jedoch widerlegen langfristige wissenschaftliche Untersuchungen dieses klischeehafte Denken. Die Untersuchungen zeigen ein konträres Bild gegenüber den vorherrschenden Annahmen. Es werden vergleichsweise günstige Motivationslagen Hochbegabter festgestellt, die des Weiteren mit begünstigenden Faktoren korrelieren. Es wird konstituiert, dass unter anderem ein akademisches Selbstkonzept dazugehört. Dieses meint, dass die Ursachen schulischen Erfolgs beziehungsweise Misserfolgs derart begründet werden, dass sie zu persönlichen Gunsten ausgelegt werden. Anerkennung und Leistung werden kaum auf Glück zurückgeführt, ebenso wie Niederlagen und Misserfolge eher nicht auf eine mindere Begabung zurückgeführt werden. An diesem Punkt stellt sich die Frage, ob Hochbegabte überhaupt extra motiviert werden müssen. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen, könnte darauf geschlossen werden, dass die zusätzliche Motivation Hochbegabter nicht notwendig ist. Ziegler (2000: 100f.) verweist jedoch darauf, dass Hochbegabte im Schulalltag Motivationshindernissen ausgesetzt sind, die mittels der Untersuchungsergebnisse untergraben werden. So stellen zum Beispiel Tests, Leistungskontrollen und Klassenarbeiten sowie auch Zeugnisnoten eine Motivationsblockade für hochbegabte Schüler dar. Sie werden in ihrer intrinsischen Motivation gehemmt, da in der Schule vermitteltes Wissen zumeist zielgerichtet und abfragbar sein muss. Häufig wird dadurch der dynamische eigenaktive Drang, sich Kenntnisse anzueignen, unterminiert. Zudem wirkt auch der externe Verstärker eines Lehrerlobs hemmend, der eigentlich die Motivation des Schülers erhöhen soll. Jedoch kann in dem Fall eines Hochbegabten auch ein Lehrerlob den selbstständigen Forscherdrang blockieren. Das Bedürfnis nach Autonomie und innerer Kontrolle Hochbegabter lässt sich nur schwer mit dem Lehrerwunsch nach einer Rückmeldung vereinbaren. Weiterhin ist es problematisch, wenn Lehrer die kreativen Lösungswege Hochbegabter nicht akzeptieren und entsprechend honorieren. Zudem kann bereits bestehendes Vorwissen des Hochbegabten sich nachteilig auf dessen Motivation auswirken. Nämlich dann, wenn das Vorwissen auf einem Gebiet schon so groß ist, dass der zu behandelnde Unterrichtsstoff bei Weitem nicht an das Wissensspektrum des Hochbegabten heranreicht. Aufgrund dessen bieten sich dem betroffenen Schüler keine neuen motivationsfördernden Situationen. Möglicherweise ist das Vorwissen aber auch mit Fehlern behaftet und fordert den hochbegabten Schüler zu einem nötigen Umlernprozess heraus, der besonders bei Hochbegabten häufig zur Minimierung der Motivation führt. Eine weitere Schwierigkeit ergibt sich aus der eventuell bestehenden qualitativen Diskrepanz zwischen schulisch vermitteltem Wissen und dem bereits bekannten Wissen des Hochbegabten. Auch hier kann es zu Motivationsschwierigkeiten kommen, vor allem aufgrund der didaktischen Komplexitätsreduzierung, da sich diese zumeist nicht an das Fähigkeitsniveau Hochbegabter anpassen lässt, wenngleich die Thematik selbst dem Interessehorizont des Hochbegabten gerecht wird (vgl. Ziegler 2000: 102f.). Zusammenfassend ist festzuhalten, dass hochbegabte Schüler im Schulunterricht schnell unterfordert sein können und beginnen, sich zu langweilen. Folglich kann es zu Motivations- und Leistungsabfällen kommen. Jedoch ist darauf hinzuweisen, dass die angesprochenen Folgen nicht zwangsläufig eintreten müssen. Bemerkt zum Beispiel eine Lehrkraft die Unlust eines Schülers und ist in der Lage, dieser flexibel entgegenzuwirken, kann ein Motivationseinbruch verhindert werden. Ebenso ist es möglich, dass der Schüler selbst trotz geringer Motivation im Schulunterricht ausreichend Engagement für Leistungsüberprüfungen aufbringen kann und somit ein Motivationsabfall nicht gleichbedeutend mit schlechten

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