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Die inklusive Schule Standards für die Umsetzung

  • Erscheinungsdatum: 14.11.2013
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (ePUB)
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Die inklusive Schule

Inklusive Schulen entwickeln - wie geht das? Dieser Band definiert Mindestanforderungen, die bei Schulentwicklungen mit der Zielperspektive Inklusion zu beachten sind und erläutert praxisnah Ziele und Strategien der Umsetzung: Von der Klärung struktureller Voraussetzungen, dem Aufbau Regionaler Bildungslandschaften, über die Gestaltung eines inklusiven Unterrichts und prozessbegleitender Diagnostik bis hin zu Fragen institutioneller Übergänge, Konzepten für die Aus- und Weiterbildung und der Beratung. Zudem werden bereits erprobte Schulentwicklungsinstrumente vorgestellt und erläutert. Unter Beteiligung namhafter AutorInnen aus der Integrations- und Inklusionsforschung werden hiermit mustergültige Leitlinien für die Entwicklung inklusiver Schulen vorgelegt. Prof. Dr. Vera Moser lehrt Allgemeine Rehabilitationspädagogik an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 14.11.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170239838
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 2108 kBytes
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Die inklusive Schule

Einleitung

Standards für die Umsetzung von Inklusion im Bereich Schule

Vera Moser

Seit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention durch die Bundesrepublik Deutschland stehen viele Fragen zur Klärung an, in welcher Weise die Konvention umgesetzt werden kann - dies betrifft insbesondere die inhaltliche Füllung dessen, was mit der Bereitstellung der "angemessenen Vorkehrungen" gemeint ist. Dass sie umgesetzt werden muss, und zwar auch in einem definierten Zeitraum, ist jedoch inzwischen auch durch einschlägige Rechtsgutachten eindeutig belegt und insofern unumstritten.

Die Bundesregierung hat das Deutsche Institut für Menschenrechte mit dem Monitoring der Umsetzung der Konvention beauftragt. Zugleich sind auf den verschiedenen Ebenen von Regierungs- und Nicht-Regierungsorganisationen inzwischen Verlautbarungen veröffentlicht worden bzw. in Arbeit, um Empfehlungen für die Umsetzung zu erarbeiten. Auch ein "Nationaler Aktionsplan der Bunderegierung zur Umsetzung des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen" liegt inzwischen vor, und die einzelnen Bundesländer haben ebenfalls solche Aktionspläne bereits entwickelt oder solche in Arbeit. Für den Bereich der Schule hat die Kultusministerkonferenz eine Arbeitsgruppe zur Überarbeitung der "Empfehlungen zur sonderpädagogischen Förderung" eingerichtet, um auf die veränderten Vorgaben durch die Konvention einzugehen. Diese neuen Empfehlungen wurden der Öffentlichkeit Ende 2010 unter dem Titel "Inklusive Bildung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in Schulen" zur Kommentierung vorgelegt und am 20. 10. 2011 verabschiedet. Richtungsweisend ist an diesem Papier, dass inklusive Bildung nicht mehr als Problem der sonderpädagogischen Förderung gesehen wird und die einfache Fortschreibung der "Empfehlung zur Sonderpädagogischen Förderung" von 1994 aufgegeben wurde - kritische Stimmen haben jedoch zu Recht angemerkt, dass eine Prioritätensetzung inklusiver Bildung gegenüber dem Sonderschulsystem nicht erkennbar sei: "Die Papiere spiegeln die verbindliche Richtungsentscheidung der Konvention für ein inklusives Bildungssystem nicht wider" (Deutsches Institut für Menschenrechte 2011, 8, Herv. i. O.).

Die Einrichtung inklusiver Schulen kann keineswegs als primär sonderpädagogische Aufgabe verstanden werden. Sie bezieht sich zwar vordringlich auf die Belange behinderter Kinder und Jugendlicher, wenn man die UN-Behindertenrechtskonvention zugrunde legt; Inklusion ist aber ebenfalls bezogen auf die besonderen Bedürfnisse von Menschen aus marginalisierten Lebenslagen - der Bildungsbericht 2010 weist inzwischen ein Drittel aller schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen als betroffen von Risikolebenslagen aus. Insofern fehlen dringende und verbindliche bildungspolitische Empfehlungen dahingehend, wie das Schulsystem als Ganzes auf diese Befunde und die Konvention zu reagieren hat, inwiefern die Umsetzung von Inklusion von den Kultus- und den lokalen Schulbehörden initiiert werden sollte (Anpassung der Schulgesetze, Erarbeitung von Verwaltungsvorschriften) und welche notwendigen Voraussetzungen dafür zu schaffen sind. Insbesondere an ersten Praxisbeispielen wird deutlich, dass umfassende Kenntnisse über die Entwicklung inklusiver Schulen nicht konsistent zusammengetragen wurden und unklar blieb, inwiefern an vorhandenes Wissen aus der langjährigen Integrationsforschung und -praxis angeknüpft werden kann (letzteres Problem ist z. T. auch wissenschaftspolitisch verursacht, in dem ein Streit darüber entbrannt ist, ob Inklusion Integration ablösen sollte, Inklusion gegenüber Integration etwas qualitativ oder quantitativ anderes sei oder ob Integration eine z. T. nur unzureichende Praxis einer besseren Idee war). Auch hier hat das Papier des Deutschen Instituts für Menschenrechte vom 31. 3. 2011 eindeutig Position bezogen:
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