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Subjektive Theorien zum Selbstverständnis der Rolle als Schülerberaterin beziehungsweise als Schülerberater an Heilstättenschulen von Bauer, Jürgen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.05.2008
  • Verlag: GRIN Verlag
eBook (ePUB)
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Subjektive Theorien zum Selbstverständnis der Rolle als Schülerberaterin beziehungsweise als Schülerberater an Heilstättenschulen

Diplomarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik, Note: 1,0, Universität Salzburg (Kultur- und Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät, Fachbereich Erziehungswissenschaft), 91 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: In der vorliegenden Untersuchung wird die Rolle der SchülerberaterInnen an Heilstättenschulen unter Verwendung des Dialog-Konsens-Verfahrens nach dem Forschungsprogramm 'Subjektive Theorien' mit Hilfe der Subjektiven Theorien von SchülerberaterInnen an Heilstätten- und Klinikschulen untersucht. Die Ideen und Bilder, die die Untersuchungspersonen über ihre Tätigkeiten im Kopf haben, werden mit Hilfe der Struktur-Lege-Methode visualisiert und im Anschluss kodiert, ausgewertet und interpretiert. Als Basis dient ein Telefoninterview, das die vier Teilkonstrukte 'Förderliche/hemmende Aspekte in der Schülerberatung', 'Schullaufbahnberatung', 'Abgrenzung der Beratung / Grenzziehung zwischen Beratung und Therapie (Rollenkonflikt)' und 'Koordination der einzelnen Berufsgruppen und deren Funktion im Hinblick auf fließende Kommunikation' untersucht. Die Subjektiven Theorien werden aufgrund der geringen Zahl der SchülerberaterInnen an Heilstättenschulen in Österreich mit Hilfe von zwei SchülerberaterInnen an österreichischen Heilstättenschulen und zwei SchülerberaterInnen an Klinikschulen im süddeutschen Raum erfasst. Die Ergebnisse zeigen, dass die Schülerberatung an diesem so speziellen Schultyp als notwendig erachtet wird und in der täglichen Arbeit mit den erkrankten Kindern und Jugendlichen ihre Relevanz hat. Die SchülerberaterInnen nehmen klar dazu Stellung, dass sie sich nicht als Konkurrenz zu den TherapeutInnen sehen und auch nicht als solche wahrgenommen werden. Weiters gelingt es ihnen, förderliche und hemmende Aspekte der Schülerberatung an Heilstättenschulen klar zu benennen und die sich daraus entwickelnden kontrastierenden Handlungstypen klar zu unterscheiden. Die Wichtigkeit der Schullaufbahnberatung, als Teilaspekt der Schülerberatung, wird ebenso klar aufgezeigt und anhand von Beispielen belegt. Somit zeigt sich, dass mit Hilfe der Subjektiven Theorien die Rolle der SchülerberaterInnen an Heilstättenschulen nicht nur erstmalig aufgezeigt, sondern gestärkt werden kann. Die Funktion der SchülerberaterInnen an diesem Schultyp wird als positiv und notwendig erachtet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 199
    Erscheinungsdatum: 13.05.2008
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783638046770
    Verlag: GRIN Verlag
    Serie: Akademische Schriftenreihe Bd.V91985
    Größe: 2146kBytes
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Subjektive Theorien zum Selbstverständnis der Rolle als Schülerberaterin beziehungsweise als Schülerberater an Heilstättenschulen

3 Schülerberatung

"Sie wollen geliebt, geachtet und verstanden werden und brauchen uns Erwachsene als Mutmacher und Wegbegleiter auf ihrem Weg zu einem eigenständigen, sinnerfüllten Leben." (Barth-Scalmani & Steinkellner, o.J., S. 135). Dieser Ausspruch stammt von der ehemaligen Direktorin der Heilstättenschule Salzburg, die mit ihrer Aussage nicht nur die Arbeit von PädagogInnen im Allgemeinen, sondern der HeilstättenlehrerInnen im Besonderen beschreibt. Bei genauerer Betrachtung ließe sich diese Aussage als eine Art Leitspruch, eine Zielsetzung oder einer Kurzbeschreibung dessen darstellen, was Schülerberatung an Heilstättenschulen, Klinikschulen und Schulen für Kranke bedeuten kann. Zu Beginn des Kapitels muss jedoch der Begriff Beratung erläutert werden.

3.1 Beratung

Beratung grenzt sich klar von der Therapie ab. Beratung beruht auf Freiwilligkeit, läuft in mehreren Phasen ab und ist normalerweise zeitlich kürzer als eine Therapie. Die folgenden Kapitel beschäftigen sich mit der Definition, dem Ziel, dem schulischen Kontext bis hin zur Abgrenzung zur Therapie.

3.1.1 Definition

Wie kann Beratung definiert werden? Einzelne Definitionen sollen das Ziel und die Phasen einer Beratung erläutern.

"Das Beratungsgespräch kann definiert werden als eine besondere zwischenmenschliche Interaktionsform, die im Gegensatz zum Alltagsgespräch planvoll, fachkundig und methodisch geschult durchgeführt wird und die auf einer beidseitigen Verbindlichkeit, Verantwortung und auf einem arbeitsfördernden Vertrauensverhältnis beruht." (Mutzeck, 2005, S. 14) Mutzeck geht noch einen Schritt weiter und weist der Beratung noch zwei Bereiche zu:

Beratung als vertrauensvolle, zielgerichtete, nach Rat suchende Interaktion hat sich in der Pädagogik unterschiedlich etabliert. Einerseits ist Beratung als eine Form erzieherischen Handelns zu sehen, bei der Bevormundung und Druck vermieden werden und die dem Ziel der Lern- und Lebensgestaltung und einer sozialen Selbstverwirklichung der zu Erziehenden dient. Andererseits ist Beratung ein pädagogisch-psychologischer Prozess der Hilfe unter sachkundiger Anwendung von (wissenschaftlichen) Theorien und Methoden. Hier geht es um die systematische und verbindliche Hilfe zur Bewältigung von Problemen. (Mutzeck, 2005, S. 12f)

Kobi beschreibt in seiner Definition einerseits die notwendigen Kenntnisse auf der BeraterInnenseite und andererseits die Erfordernisse auf der Seite der ratsuchenden Person:

Beratung ist einzelfallbezogene Information und soll eine Hilfe sein zur Problem- und Konfliktlösung. Sie hat seitens des Beraters einschlägige Sach- und Fachkenntnisse, aufseiten des Ratsuchenden Beratungsfähigkeit und Beratungswilligkeit zur Vorraussetzung. Beratung richtet und entscheidet nicht und belässt dem Ratsuchenden die volle Handlungsfreiheit. (Kobi, 1977, S. 30)

Beratung basiert grundsätzlich auf Freiwilligkeit und versteht sich als Hilfe zu Selbsthilfe (vgl. Krause, 2003, S. 24). Beratung bedeutet also nicht, dem Ratsuchenden die Lösung zu präsentieren. Es geht vielmehr darum, die Ressourcen der ratsuchenden Person und mögliche Lösungswege zu erarbeiten. Der Hilfe zur Selbsthilfe schließt sich auch Bärsch an, wobei er der Beratung bereits einen systemischen Ansatz verleiht: "Jede Beratung darf nur Hilfe zur Selbsthilfe sein. Dabei darf man sich nicht nur auf das Symptom konzentrieren. Es muß immer das Gesamt der zu beratenden Person und ihr soziales Umfeld beachtet werden." (Bärsch, 1990, S. 182) Reischl steckt den Rahmen noch etwas weiter und beschreibt, was Beratung ist bzw. nicht ist, indem sie folgende Behauptung aufstellt: "Der B

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