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Lernen durch Bewegung Eine andere Sicht auf die Verbindung von Körper und Geist nach Moshé Feldenkreis von Ginsburg, Carl (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.12.2016
  • Verlag: Hogrefe Verlag Bern (ehemals Hans Huber)
eBook (ePUB)
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Lernen durch Bewegung

Ein "missing link" zwischen wissenschaftlich gewonnener Erkenntnis und konkret erfahrbarem Wissen. Seit seiner Ausbildung bei Moshé Feldenkrais leitet der Autor selbst Feldenkrais-Ausbildungsprogramme. Als Summe seiner Erfahrungen wird in diesem Werk die der Feldenkrais-Methode zugrundeliegende Erforschung von Bewegung und Wahrnehmung nachvollziehbar vorgestellt und anhand von konkreten Fallstudien aus seiner jahrelangen Praxis erläutert. Dabei ermutigt er den Leser, sein Verständnis von Wissen und Erlerntem in Frage zu stellen und gibt ihm Übungen an die Hand, die einen spannenden anderen Blick auf das Selbst und die Welt ermöglichen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 261
    Erscheinungsdatum: 13.12.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783456753478
    Verlag: Hogrefe Verlag Bern (ehemals Hans Huber)
    Größe: 3385 kBytes
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Lernen durch Bewegung

Eine Einleitung zum Buch

Die Bedeutung von Bewegung als einer biologischen Größenordnung

Für uns als Betrachter bewegen sich im Universum viele Dinge. Aber es zeigt sich, dass nur lebendige Wesen sich selbst bewegen. Moshé Feldenkrais sagt, "Bewegung ist der Schlüssel zum Leben." Was könnte er damit gemeint haben? Eine Lebensform, die in der Lage zur Selbsterhaltung ist und sich dabei selbst zu bewegen, muss empfindlich auf ihre Umgebung reagieren, deshalb lautet der Titel des Buchs "Lernen durch Bewegung". Alles Lebendige bewegt sich und besitzt zumindest etwas Bewegungsautonomie im Verhältnis zu seinem weiteren Lebensumfeld. Der Anthropologe und Wissenschaftsautor Jeremy Narby präsentiert in seinem Buch "Intelligenz in der Natur" (2006) den wissenschaftlichen und experimentellen Nachweis, dass Intelligenz auf jeder Ebene von Entwicklung vorhanden ist, vom Bakterium bis zum höchstentwickelten Lebewesen in der Evolution. Narby verfeinert die Vorstellung von Intelligenz, indem er sagt, Intelligenz meint die Anpassung und Veränderlichkeit in Reaktion auf die Lebensumstände, in denen Leben erhalten werden kann. Um das zu erreichen, ist Eigenbewegung unbedingt nötig.

Exakte Wissenschaft als Lern-, Denk- und Untersuchungsmodalität ist durch etablierte Gewohnheiten und normative Untersuchungstechniken eingeschränkt. In den meisten Fällen denken wir, dass uns das methodische Vorgehen die "Gedankenfreiheit" gebracht hat, auf die sich unsere moderne Welt gründet, ihre Begrenzungen nehmen wir eher nicht wahr. Höflicher könnte man sagen, die Tätigkeit, die wir Wissenschaft nennen, hat strenge Vorgehensweisen entwickelt, um das zu etablieren, was in unserer Welt "so" ist. Wir wollen wissen, dass unsere Konzepte fundiert und richtig sind. Die Erfolge in Physik und Chemie und deren Umsetzung in der Umwelttechnik sind bewundernswert, aber die Anwendung ihrer Methodologie auf lebendige Wesen schafft unerwartete Probleme. Die Methodenlehren der exakten Wissenschaft fixieren ihre Aufmerksamkeit auf isolierte Mechanismen, finden Ursache und Wirkung, verengen Aufmerksamkeit auf begrenzte Gebiete und beschränken Denken auf einen künstlichen Bereich, den man Objektivität nennt. Das heißt nicht, dass das reduktionistische und objektivistische Programm kein Wissen von der lebendigen Welt abwerfen kann. Viele wichtige Entdeckungen über uns selbst und andere lebendige Wesen waren das Resultat. Wir kennen jetzt viele Details über die biologischen Mechanismen der Gene, der Zellaktivität, der Übertragung von Nervenimpulsen und wie Lernen auf der Ebene von strukturellen Änderungen in den Nervenzellen vor sich geht. Es ist etabliertes Wissen, dass viele dieser Details für Organismen von ansonsten erheblich unterschiedlichen Ebenen von Komplexität üblich sind.

Die Vielschichtigkeit selbst hat sich andererseits für die reduktionistischen Modelle als schwierig erwiesen. Die Sache ist die, dass die integrativen und die Beziehungsaspekte lebendiger Systeme mehr verlangen, als einfach die Teile zu addieren. Wir brauchen eine biology of coherence , eine Biologie des Zusammenhangs, um unser Verstehen zu verbessern. Dennoch bilden wir uns ein, dass der im Moment populäre technische Weg unsere Lebensprobleme anzugehen, zu einem weit besseren Leben führen wird. Wir glauben, dass wir weit mehr über uns selbst wissen als unsere Vorfahren. Andererseits produzieren wir immer neue Katastrophen und versuchen unseren Mangel an Verständnis zu vertuschen. Ich erinnere mich oft an Albert Einsteins Aussage "Wahnsinn ist, die gleiche Sache immer wieder zu tun, aber einen anderen Ausgang zu erwarten", und Moshé Feldenkrais' Satz, "Ihr seht, es ist auch schwierig, zum ersten Mal einen Gedanken zu haben, der dem entgegengesetzt ist, was allgemein geglaubt wird."

Die Feldenkrais-Arbeit zu praktizieren, zwang mich dazu, viele anerzogene Denk- und Handlungsweisen, die mir in meiner lange

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