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Psychoanalytische Pädagogik Theorien, Methoden, Fallbeispiele

  • Erscheinungsdatum: 29.07.2010
  • Verlag: Kohlhammer
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Psychoanalytische Pädagogik

Das Buch gibt einen Einblick in die Probleme und Möglichkeiten der Anwendung psychoanalytischer Erkenntnisse und Methoden in den pädagogischen Arbeitsfeldern. In ersten Ansätzen schon in den 1920er Jahren entwickelt, bildet die Psychoanalytische Pädagogik heute eine etablierte Teildisziplin innerhalb des Faches. Die Beiträge dieses Bandes behandeln theoretische Fragen, erläutern methodische Probleme und machen an Fallbeispielen die Anwendung psychoanalytischer Erkenntnis im pädagogischen Kontext konkret nachvollziehbar. Die pädagogischen Handlungsfelder reichen dabei von der Frühförderung, über die Schule bis hin zur sonder- und sozialpädagogischen Praxis wie z.B. der Arbeit mit Migranten oder alten Menschen. Es sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, Konflikte und Probleme mit Hilfe der Psychoanalyse zu verstehen, und neue Handlungsperspektiven für die pädagogische Praxis geboten werden. Prof. Dr. Evelyn Heinemann, Sonderpädagogin und Psychoanalytikerin, lehrt Allgemeine Sonderpädagogik an der Universität Mainz. Dr. Hans Hopf ist Pädagoge, Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut sowie Kontrollanalytiker.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 300
    Erscheinungsdatum: 29.07.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170277885
    Verlag: Kohlhammer
    Größe: 7871 kBytes
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Psychoanalytische Pädagogik

Psychoanalytische Pädagogik - von den Anfängen bis heute

Evelyn Heinemann & Hans Hopf

Da die Psychoanalyse in den Anfängen Interessenten verschiedenster Berufszweige offen stand, waren es psychoanalytisch ausgebildete Pädagogen, denen die Entwicklung der psychoanalytischen Pädagogik zu verdanken ist. Am Anfang steht Freuds Arbeit über die "Analyse der Phobie eines fünfjährigen Knaben" (1909), in der Freud mit dem Vater des Knaben Gespräche führte und dieser seine Erkenntnisse in erzieherisches Handeln umsetzte. Die Zeit von 1920 bis 1938 gilt als die Blütezeit der psychoanalytischen Pädagogik, die auch ihren Niederschlag in der Herausgabe der Zeitschrift für Psychoanalytische Pädagogik (1926-1937) fand. Die Zeit bis 1932 wird als von Optimismus gezeichnet beschrieben. In dieser Zeit glaubte man, mit Hilfe der Psychoanalyse eine den psychoanalytischen Lehren entsprechende Kindererziehung umsetzen zu können, die zu einer Befreiung des Kindes und zur Neurosenprophylaxe beitrage. 1937 setzte sich auf einem Symposium in Budapest eine kritischere Sicht in der psychoanalytischen Pädagogik durch. Jetzt wurde auch die wichtige Rolle von Versagungen für die Entwicklung des Kindes postuliert. Die pädagogische Zielsetzung verschob sich von der Befreiung des Kindes aus einer triebunterdrückenden Erziehung hin zu einer das Ich des Kindes unterstützenden Pädagogik.

Wichtige psychoanalytische Pädagogen der Anfangszeit waren:

Wera Schmidt (1923), die 1921 in Moskau ein Heim gründete für dreißig Kinder im Alter von 1-5 Jahren, die sie unter psychoanalytischen Vorgaben erzog. Darunter verstand sie vor allem keine Strafen, Triebfreiheit und die Förderung von Sublimierungen.

Siegfried Bernfeld (1921) war von August 1919 bis April 1920 Direktor des jüdischen Kinderheimes Baumgarten in Wien. In Kindergarten, Heim und Schule waren 300 Kinder beiderlei Geschlechts im Alter von 3-16 Jahren untergebracht. Bernfeld setzte in dem Heim ein reformpädagogisches Konzept um, in dem die Autorität der Pädagogen und die Machtstrukturen verändert wurden.

August Aichhorn (1971) entwickelte seine Erziehungslehre in den österreichischen Fürsorgeerziehungsanstalten von Oberhollabrunn und St. Andrä, die er von 1918 bis 1922 leitete. Bereits 1925 erschienen seine grundlegenden Gedanken in dem Buch "Verwahrloste Jugend", das bis heute als Klassiker der psychoanalytischen Pädagogik gilt.

Hans Zulliger (1921, 1928, 1926/27; 1936) sah psychoanalytische Pädagogik als eine Erziehungsweise, die auf dem psychoanalytischen Verständnis der Kinder und der Erzieherreaktionen beruhte. Seine Arbeiten aus der Schule regten eine breite Diskussion über psychoanalytische Pädagogik in der Schule in der Zeitschrift für Psychoanalytische Pädagogik an, die auch noch heute für Lehrer und Lehrerinnen viele Anregungen geben können.

Bruno Bettelheim (1971, 1978), in Wien zum engsten Kreis Freuds gehörig, emigrierte nach einjähriger Gefangenschaft im KZ Dachau in die USA. Wie viele andere jüdische Psychoanalytiker floh er aus Nazi-Deutschland bzw. -Österreich. Er übernahm 1944 die Leitung der Orthogenic School der Universität von Chicago und blieb ihr Leiter bis 1973, einer der wenigen psychoanalytischen Erziehungsversuche der Anfangszeit, die nicht schon nach kurzer Zeit eingestellt werden mussten. Bettelheims Konzept der Milieutherapie versuchte ein therapeutisches Klima in einer Einrichtung zu gestalten, in der 34 psychisch schwerstbeeinträchtigte, psychotische, autistische und verwahrloste Kinder bis 18 Jahren untergebracht waren. Auf einzigartige Weise hat Bettelheim das räumliche und menschliche Umfeld der Kinder durchdacht und gestaltet. Sein milieutherapeutisches Konzept kann noch heute als absolutes Vorbild für eine psychoanalytische Einrichtung gelten, in der Menschen mit den verschiedensten Problemen wohne

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