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Säuglingsschwimmen Theorie und Praxis des Eltern-Kind-Schwimmens im ersten Lebensjahr von Ahrendt, Lilli (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.05.2011
  • Verlag: Meyer & Meyer
eBook (ePUB)
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Säuglingsschwimmen

Das Buch für Eltern und Kursleiter beinhaltet sowohl das praxisbezogene Basiswissen als auch die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zur ganzheitlichen Frühförderung durch Säuglingsschwimmen. Das eigens entwickelte Unterrichtskonzept und Griffe-ABC, die Wasserguss-Tauchmethode und zahlreiche Bewegungsanregungen und Spielideen werden vorgestellt. Wer am Säuglingsschwimmen teilnehmen kann, wie dieses Kursangebot abläuft und was beim Wasseraufenthalt mit einem Säugling beachtet werden sollte, wird genauso thematisiert wie die kritische Auseinandersetzung mit den Fragen, wieso man einen Säugling im Wasser fördern kann, weshalb das Element Wasser in besonderem Maße unseren Körper und unsere Sinne weckt und warum man den Säugling an das Wasser gewöhnen sollte.

Lilli Ahrendt ( 1968), Dr. Sportwiss., Diplomsportlehrerin. Seit 1994 lehrt und bearbeitet sie das Thema 'Säuglingsschwimmen' an der Deutschen Sporthochschule Köln. Neben ihren wissenschaftlichen Untersuchungen und Kongressvorträgen konzipiert und leitet sie die Aus- und Fortbildungslehrgänge im Eltern-Kind- und Schwangerenschwimmen für die Deutschen Schwimmverbände sowie andere Institutionen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 20.05.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783840330926
    Verlag: Meyer & Meyer
    Größe: 28792kBytes
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Säuglingsschwimmen

II ZUR THEORIE DES SÄUGLINGSSCHWIMMENS

1 DAS WASSER

Wasser ist, chemisch betrachtet, die Verbindung von Wasserstoff und Sauerstoff. Es ist geruch- und geschmacklos, durchsichtig und zeigt eine schwach blaue Färbung. Ein Neugeborenes besteht zu über 73% aus Wasser und sein Vorleben begann in diesem Milieu in Form des Fruchtwassers.
1.1 DIE BEDEUTUNG DES WASSERS: VOM URELEMENT ZUM BEWEGUNGSELEMENT

Vom Wasser, dem Urelement des Menschen, geht im Allgemeinen auf Säuglinge und Kleinkinder eine intensive Wirkung aus. Das so vielgestaltige, formlose Element beeindruckt durch seine Reinheit und Klarheit mit seinem Strömen und Rauschen. Das flüssige Element wurde von jeher auf Grund seiner thermischen und physikalischchemischen Eigenschaften nicht nur zur Reinigung und seelischen Erquickung (deshalb auch seine Bedeutung in den Weltreligionen!), sondern auch gezielt als Heilmittel und Regulans eingesetzt.

Dem Säugling ist das Medium in besonderer Weise vertraut. In seiner pränatalen Phase lullte er im Fruchtwasser. Dieses Umgebensein vom Wasser, verbunden mit einer großen Bewegungsfreiheit und muskulären Erleichterung, unter hautintensiven Reizen und körperintensiver Zuwendung der Bezugsperson, sind begründet möglicherweise die zumeist positiven Reaktionen des Säuglings beim Aufenthalt im Wasser.

Das Medium Wasser bietet dem Säugling ein großes Reiz-Reaktions-Repertoire; es beantwortet die menschliche Bewegung durch die Veränderung seiner Form: in Spritzern, Wirbeln, Strömungen oder Aufschäumungen. Der Säugling erlebt deshalb sich, seinen Körper und seine Bewegungen in weitaus intensiverem Maße als an Land.

Wenn er dies zudem freudvoll als eigentätige und verursachende Aktivität erlebt, ist er bestrebt, Bewegungen zu wiederholen, zu erproben und zu lernen. Da man bei Säuglingen im Allgemeinen eine positive Resonanz im Wasser beobachtet, wird das Schwimmen als Anreiz für die Bewegungsentwicklung, d. h. als Bewegungsförderung, im Wasser eingestuft.

Während sich der Säugling unter Landbedingungen in den ersten sechs Lebensmonaten noch nicht fortbewegen und nur mühsam den Kopf beim Armstütz aus der Horizontalen anheben kann, ermöglicht ihm die dreidimensionale Freiheit im Wasser, sich mit elterlicher Unterstützung auszuleben und zahlreiche Bewegungsmöglichkeiten wiederholend und variierend zu erproben. Zudem lässt die elterliche ziehende Hand - am Körperschwerpunkt des Säuglings unter dem Brustkorb - den Säugling dynamischer mit seinen Gliedmaßen agieren.

Durch das elterliche Halten am Brustkorb und die damit verbundene Druckwirkung in der Brustzone wird das Aufrichten des Säuglings begünstigt. Der Körper nimmt eine symmetrische [1] Körperlage ein, Hals- und Brustwirbelsäule strecken sich, die Schulterblätter werden abduziert [2] und die Arme nach außen gerichtet. Die Beine beugen sich im Hüftgelenk und führen wechselseitige Tretbewegungen aus. Die Reflexlokomotion wird besonders durch Wasserspritzer und Berührungsreize an den Fußsohlen angeregt.

Ausgehend von der Vojta-Methode der globalen Bewegungsmuster wirkt sich die Reflexlokomotion als formender Wachstumsreiz auf den Stütz- und Bewegungsapparat, das zentrale Nervensystem (ZNS) und die Psyche aus (vgl. Potacs, 1995). Wird das Reflexkriechen in der Bauchlage stimuliert, aktiviert sich die quer gestreifte Muskulatur, und die im ZNS angelegte Koordination kann angebahnt [3] werden.

Die Elemente dieser Muskelspiele, die Schwerpunktverlagerung, das Aufrichten, das Austarieren des Körpers und die koordinierte Körperverhaltensänderung sind ansatzweise auch in den später auftretenden willentlichen und bewussten Fortbewegungsmustern enthalten. Man aktiviert demnach die Koordination und die Muskulatur für Bewegungsmu

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