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Drogen und soziale Praxis - Teil 2: Das Drogenthema und wie es in Berufsfeldern der sozialen Arbeit auftaucht von Barsch, Gundula (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.06.2014
  • Verlag: Engelsdorfer Verlag
eBook (ePUB)
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Drogen und soziale Praxis - Teil 2: Das Drogenthema und wie es in Berufsfeldern der sozialen Arbeit auftaucht

In allen Bereichen sozialer Arbeit lassen Themen finden, die sich aus dem Gebrauch, Missbrauch und abhängiger Konsum psychoaktiver Substanzen ergeben. Diese erscheinen in unterschiedlichen Facetten, fordern aber immer zum professionellen Handeln auf. Dabei bedürfen diese Problemlagen nicht unbedingt und sofort einer hochspezialisierten Hilfe-Angebote, die oft nicht nur räumlich, sondern für die Betroffenen auch mental kaum erreichbar sind. Oft kann eine Eskalation verhindert werden, wenn Drogenprobleme couragiert angesprochen und mit einem passenden Handwerkzeug angegangen werden. Dafür soll dieses Buch ermutigen. Für die Themen Alkoholfolgekrankheiten, verschiedene Formen von Medikamentenabhängigkeit sowie abhängigkeitsbedingte Belastungen für Partnerschaften, Familie und Kinder werden die wichtigsten Zusammenhänge kurz und prägnant dargestellt und Vorschläge für den praktischen Umgang durch Bereiche Sozialer Arbeit dargelegt, die nicht auf die Bearbeitung von Drogenproblemen spezialisiert sind.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 201
    Erscheinungsdatum: 10.06.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783957442406
    Verlag: Engelsdorfer Verlag
    Größe: 4946kBytes
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Drogen und soziale Praxis - Teil 2: Das Drogenthema und wie es in Berufsfeldern der sozialen Arbeit auftaucht

2 Medikamentenkonsum: Grundproblem, Handlungsdruck und Handlungsmöglichkeiten von Sozialer Arbeit

2.1 Der Konsum von Medikamenten: Weit verbreitet, oft selbstverständlich und kaum beachtet

In unserer Kultur beschränkt sich der Griff zu Medikamenten nicht mehr auf akute Phasen einer schweren Erkrankung. Die Einnahme von Arzneimitteln ist längst zu einem Alltagsphänomen geworden. Ca. 1250 Tabletten konsumiert der durchschnittliche Deutsche - vom Säugling bis zum Greis - pro Jahr (vgl. Glaeske, Schicktanz 2010). Die Ausgaben dafür sind weit höher als für das Brot, das täglich gegessen wird. Für 2010 ermittelte der Arzneimittelreport, dass die Barmer GEK, Deutschlands größte Krankenkasse, rund 3,9 Milliarden Euro nur für Medikamente ausgegeben hat. Dies ist ein Kostenzuwachs von 6,77 Prozent. Die gestiegenen Kosten gehen allerdings nicht nur auf Preissteigerungen zurück, sondern ergeben sich auch aus der größeren Menge verordneter Pillen und Tabletten: 80 Millionen Packungen Arzneimittel wurden den 9 Millionen Versicherten verordnet – 4,24 Prozent mehr als im Jahr zuvor (ebenda).

Der Markt für Pharmaka expandiert rasch und ungebrochen. Dafür sorgt auch eine entsprechende Werbung. Diese kommt mit dem Versprechen daher, nicht nur Unwohlsein, ein unbefriedigendes Befinden und Schmerzen umgehend abschalten zu können. Sie dröhnt auch mit der Zusicherung, selbst für die Zukunft Krankheit und Leiden vorbeugen und Alterung aufhalten zu können. Erfolgreich ist sie damit in allen sozialen Gruppen, Schichten und kulturellen Milieus.

Merkenswert: Unabhängig davon, ob es sich um verschreibungspflichtige oder freiverkäufliche Arzneimittel handelt, der Konsum von Medikamenten ist in unserer Kultur zu einer Selbstverständlichkeit geworden, die kaum noch hinterfragt und kritisch überdacht wird. Regelmäßiger Medikamentenkonsum ist weit und in fast allen sozialen Gruppen, Schichten und kulturellen Milieus stark verbreitet.

Deshalb muss Soziale Arbeit in allen Berufsfeldern damit rechnen, mit dem Thema Medikamentenkonsum und daraus abgeleiteten Problemen konfrontiert zu werden. Insofern gehört zu den professionellen Anforderungen, die prinzipiell an jeden gestellt sind, auch zu diesem Thema angemessen beratend und unterstützend handeln zu können.
2.2 Kann denn Medikamenteneinnahme problematisch sein?

Die Etablierung des Medikamentenkonsums als selbstverständliche Facette im Alltag und die stetige Zunahme der konsumierten Mengen Arzneimittel sind Phänomene mit einem hohen Potenzial an Risiken und Gefährdungen:

Problematisch an dieser Entwicklung ist erstens nicht allein die damit verbundene Illusion, dass Missbefinden, Unwohlsein und Stimmungstiefs im Leben der Menschen keinen Platz haben und deshalb umgehend und um jeden Preis abgeschaltet gehören. In der Folge ist es nicht immer die große Bedrängnis, die zur Pille greifen lässt; oft rechtfertigt schon eine kleine Wolke am Seelenhimmel den Griff zur Tablette. Mit dem Medikamentenkonsum werden Konflikte allerdings nur zugedeckt, verkümmert das normale Wechselspiel der Gefühle und schrumpft das Alltagserleben auf ein dumpfes Mittelmaß, in dem es zwar kein "zu Tode betrübt", aber auch kein "himmelhoch Jauchzen" mehr gibt.
Bedenklich ist zweitens , dass mit dem ungebremsten Griff zur Pille altbewährte Strategien verloren gehen, wie sich die Selbstheilungsfähigkeiten von Körper und Seele anregen lassen und Schmerzen und Krankheit auch ohne Hightech-Medikamente bewältigt werden können.
Zu den Problem

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