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Gewalthandlungen bei Mädchen: Wie Gewalt zur Identitätsentwicklung eingesetzt wird von Zander, Yvonne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2015
  • Verlag: Diplomica Verlag GmbH
eBook (PDF)
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Gewalthandlungen bei Mädchen: Wie Gewalt zur Identitätsentwicklung eingesetzt wird

Gewalthandlungen von Mädchen und jungen Frauen weichen von dem gesellschaftlichen Bild ihrer Geschlechterrolle ab. Sie gelten als häuslich, sozial engagiert und friedfertig. Anders als Jungen wird es ihnen abgesprochen, sich laut und stürmisch zu benehmen. Reagieren sie aggressiv, wird dieses Verhalten als unnatürlich und männlich aufgefasst. Jugendgewalt ist männlich dominiert. Die Polizeiliche Kriminalstatistik gab für das Jahr 2007 an, dass 87% der jugendlichen Tatverdächtigen im Bereich Gewaltkriminalität dem männlichen Geschlecht angehörten. Jugendgewalt wird also als ein Problem der männlichen Jugend gesehen. Dadurch treten die weiblichen Täterinnen in den Hintergrund und ihre Motive, Hintergründe und Anlässe, aus denen heraus sie aggressiv reagieren, sind unbekannt. Doch um die Vielfalt gewaltbereiter Mädchen und jungen Frauen zu erfassen und zu verstehen, bedarf es einer ausführlichen Forschungsreihe und Diskussion. Denn die Hintergründe und Motive ebenso wie die Folgen und Auswirkungen von erfahrener und selbst erteilter Gewalt gilt es aufzudecken und zu verstehen, vor allem wenn es in der sozialpädagogischen Arbeit darum geht, diesen Jugendlichen neue Perspektiven zu ermöglichen und ein Leben ohne Gewalt zu öffnen. Yvonne Zander, Dipl.-Päd., wurde 1983 in Hannover geboren. Ihr Studium der Erziehungswissenschaft an der Hochschule Vechta schloss die Autorin im Jahre 2009 mit dem akademischen Grad des Diploms erfolgreich ab. Bereits während des Studiums beschäftigte sich die Autorin durch ihren Vertiefungsschwerpunkt Devianz intensiv mit der Gewaltbereitschaft im Jugendalter, was sie dazu motivierte dieses Buch zu schreiben.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 83
    Erscheinungsdatum: 01.07.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958503243
    Verlag: Diplomica Verlag GmbH
    Größe: 332kBytes
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Gewalthandlungen bei Mädchen: Wie Gewalt zur Identitätsentwicklung eingesetzt wird

Textprobe: Kapitel 2.2, Begriffsklärungen: Gewalt und Aggression: Die Begriffe Gewalt und Aggression werden umgangssprachlich häufig genutzt, jedoch teilweise in verschiedenen Kontexten. Sie können zum einen sehr weit gefasst werden und schließen dann alle Momente ein, in denen Personen so manipuliert werden, dass eine Distanz (und sei sie noch so gering) zwischen ihrem potentiellen Auftreten und ihrem tatsächlichen Auftreten herrscht (vgl. Silkenbeumer 2000, S. 17f.). Oder aber Gewalt lässt sich als Unterform der Aggression wiederum in mehrere Kategorien einteilen, welche explizit bestimmt werden können. Diese werde ich im Folgenden erarbeiten, um den Definitionsrahmen der Begriffe Gewalt und Aggression für die vorliegende Arbeit eindeutig zu bestimmen. 2.2.1, Gewalt, vorhandene Arten und Formen: Um Gewalt definieren zu können, muss sie vom potentiellen Opfer als solche erkannt werden (vgl. Munz 1999, S. 19). Gewalthandlungen sind somit immer an '...das Erleben der von einem bestimmten Verhalten betroffenen Person gebunden...'. Als Grund hierfür muss die Handlung gegen den Willen der betroffenen Person ausgeübt werden und muss ebenfalls eine Abwertung der Person beinhalten. Die dafür möglichen angewendeten Gewaltformen differenzieren sich in physische, psychische und strukturelle Gewalt (ders, S. 19ff.), wobei anzumerken ist, dass einige Gewaltformen staatlich legitimiert sind (vgl. Silkenbeumer 2000, S. 18). Dies tritt ein im Fall der Notwehr, der Ausübung des polizeilichen Dienstes oder aber auch in Form von einigen Sportarten, welche Gewalt durch ihre jeweiligen Bestimmungen reglementiert haben. Physische und psychische Gewalt wird häufig unter dem Oberbegriff personale Gewalt geordnet, da es sich hierbei um von Personen ausgehende Gewalt handelt (vgl. Minarek 2004, S. 7). Physische Gewalt meint dabei alle Handlungen, bei denen ein Individuum körperlichem Zwang (hierzu zählt bereits die Androhung von körperlicher Gewalt (vgl. Böttger 1998, S. 20)) oder Verletzungen ausgesetzt ist, sowie angewandte Gewalt gegen Sachen (vgl. Munz 1999, S. 19f.). Diese Gewaltform ist offensichtlich feststellbar und wird somit am häufigsten registriert. Vor allem die Medien beschränken sich überwiegend auf Berichterstattung mit Grundlage dieser Gewaltdefinition. Psychische Gewalt schließt alle Formen von verbaler und nonverbaler Gewalt ein. Hierunter fällt vor allem das so genannte Mobbing, welches 'negative kommunikative Handlungen' (ders, S. 19) meint, die über einen längeren Zeitraum gegen eine Person gerichtet sind. Diese Form der Gewalt ist subtiler als körperliche Gewalt und wird häufig von Mädchen ausgeübt. Unter struktureller Gewalt wird allgemein die soziale Ungleichheit als Folge der klassenbedingten Benachteiligung verstanden (vgl. Böttger 1998, S. 20). Hierunter fällt ebenfalls jegliche Form von totalitären oder autoritären Gesellschaftsformen oder Erziehungsstilen (vgl. Struck 2007, S. 19). Gewalt ist somit eine Kraftform, welche von einer Person zur Schädigung einer anderen Person oder Sache genutzt wird (vgl. Munz 1999, S. 22). Gewalt stellt für die ausführende Person immer zweckgebundenes Handeln dar und lässt sich somit definieren als '... aktiv vollzogene Handlung, die sich gegen Lebewesen oder im Fall von physischer Gewalt gegen Gegenstände richtet bzw. eine Schädigung und Verletzung im Rahmen sozialer Interaktionen androht.' (Herv. i. Org., Silkenbeumer 2007, S. 22). 2.2.2, Aggression, vorhandene Arten und Formen: Aggression ist ein von der psychologischen Wissenschaft geprägter Begriff (vgl. Silkenbeumer 2000, S. 13). Weit gefasst definiert kann er sowohl positiv besetzt sein und gleichgesetzt mit dem Begriff Tatkraft verstanden werden, oder aber negativ begriffen werden, im Sinn von einem Verhalten mit Schädigungsabsicht gegenüber anderen Personen. Um ein Verhalten als eindeutig aggressiv zu bewerten, muss die Person, an welche das gezeigte Verhalten gerichtet ist, dieses als ver

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