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Achterbahn ins Leben Der Brustkrebs, das Leben und ich von Lauer, Claudia (eBook)

  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Achterbahn ins Leben

Das Pech wird der attraktiven Claudia scheinbar mit dem ganz großen Schöpflöffel serviert. Mit 39 Jahren und nach diversen suboptimalen Ausflügen in die Männerwelt erkrankt die alleinerziehende Mutter an Brustkrebs. Zum zweiten Mal. Wer jetzt eine Leidensleier erwartet, ist auf dem Holzweg. Wir begleiten eine naive, lebensfrohe Frau, die lernt, alte Muster zu durchbrechen und sich nicht die Butter vom Brot nehmen zu lassen. Eine, die lernt, dass man das Leben im Kern nicht mit Schönheit, Fitness und Perfektion zusammenhält. Claudia Lauer , geb. am 04.02.1974 wohnhaft in Recklinghausen, alleinerziehende Mutter, einer jetzt 9 jährigen Tochter, zweimal an Brustkrebs erkrankt, Erwerbsunfähigkeits-Rentnerin befristet bis Oktober 2018

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 260
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783744847377
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 2849kBytes
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Achterbahn ins Leben

Kapitel 1

Liebe, danach hungerte ich, seit ich denken kann. Meinen Nachnamen Lauer habe ich von meinem leiblichen Vater Rainer Lauer. Er hat meine Mutter verlassen, als ich zwei Jahre alt war. Erst mit 14 habe ich ihn kennengelernt, bis dahin wurde mir der Kontakt nicht ermöglicht. Rainer war die große Liebe meiner Mutter Iris, das hat sie mir oft erzählt. Mit 17 war sie zum ersten Mal schwanger von ihm, doch er wollte das Kind nicht und sie ließ es abtreiben. Rainer wollte nie Kinder haben. Auch nicht, als meine Mutter mit 21 zum zweiten Mal schwanger wurde - diesmal mit mir. Mama hat selbst vier Geschwister, ihre Schwester Steffi hatte das Downsyndrom. Ihre Eltern haben sie damals dazu ermutigt, mich zu bekommen. Irgendwann haben sie erfahren, dass sie schon einmal abgetrieben hatte, und sagten zu ihr: "Wenn du das nächste Mal schwanger wirst, dann bekommst du das Kind. Wir haben fünf groß bekommen, da schaffen wir auch noch eines!" So hat Mama sich für mich entschieden. Ich wurde am 4. Februar 1974 geboren. Rainer wollte das nicht. Erst ging er meiner Mutter fremd, und als ich zwei Jahre alt war, trennte Mama sich von ihm. Für sie begann damals eine schwere Zeit. Sie zog mit mir in eine kleine Wohnung in Recklinghausen und bekam eine kleine Unterstützung als alleinerziehende Mutter. Und obwohl Rainer für mich zahlen musste und Iris selbst arbeiten ging, war oft nicht genug Geld da, um für uns beide etwas zu Essen kaufen zu können. Das ist etwas, was sie ihren Eltern nie erzählt hat, nur mir. Als ich drei Jahre alt war, kam ich in den Kindergarten und Mama ging arbeiten, um uns beide über Wasser zu halten. Meine Kindergartenzeit verbrachte ich von montags bis freitags bei Oma Anna und Opa Ernst in Recklinghausen Süd. Ich kann mich nicht gut an diese Zeit erinnern, doch soviel ist klar: Ich liebte Oma und Opa über alles. Sie waren immer für mich da und ich fühlte mich geborgen bei ihnen. Die Anna in ihrem Namen hat meine Tochter Anna Lena in Erinnerung an meine Oma. Meine Mama war ständig im Stress. Ich habe noch vor Augen, wie ich ihr einmal bei ihrem Besuch in die Arme gerannt bin: "Hallo Mama", rief ich freudestrahlend. Und sie schob mich an die Seite und sagte: "Ich habe jetzt keine Zeit." Ich fühlte mich zurückgewiesen. Heute, selbst Mama, kann ich verstehen, wie stark meine Mutter eingespannt war und wie sehr sie für uns beide gekämpft hat.

Irgendwann hat Iris Siegmund kennengelernt. Vielleicht hat er es gemacht wie viele Männer und wollte über das Kind an die Mutter heran. Vielleicht mochte er mich auch wirklich. Jedenfalls, um sie zu erobern, hat er viel mit mir gespielt und sich um mich gekümmert. Er nahm mich mit auf Ausflüge und ging mit mir spazieren. Mama hat es mir mehr als einmal erzählt: "Ich habe den Siegmund geheiratet, weil er gut zu dir war und du dann versorgt warst." Nachdem sie Siegmund geheiratet hatte, sind wir zu Siegmund gezogen. Er lebte mit seinen Eltern in einem alten Haus am Westring, heute ist es über 100 Jahre alt. Ich glaube, Mama hat Siegmund nie so geliebt wie Rainer, aber so war sie erst einmal aus ihrer Misere heraus und hatte gleich noch eine Betreuung für mich. Mama hatte damals als Bezirksleiterin für Avon gearbeitet, das war eine angesagte Kosmetikfirma. Später wechselte sie zum Otto-Versand und kam immer erst gegen 18 Uhr nach Hause. Siegmund hatte schon um halb vier Uhr Feierabend und konnte dann für mich da sein. Ich war das, was man in den 70ern und 80ern ein Schlüsselkind nannte. Das sagte man zu Kindern, bei denen die Mutter arbeiten ging und die deshalb den Haustürschlüssel um den Hals hängen hatten. So wurde ich zwar schon sehr früh selbstständig, hatte aber immer das Gefühl, nur die zweite Geige zu spielen. In meinem Kopf setzte sich so etwas fest wie: "Sei bloß immer artig, mach der Mama keine Umstände, sonst hat sie dich nicht mehr lieb." So achtete ich zum Beispiel immer sehr darauf, dass ich mich nur ja nicht schmutzig mach

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